VonMichael Hudelistschließen
Ab Freitag (7. Juni) führt die Bundespolizei an allen deutschen Grenzen verstärkte Kontrollen durch. Die Maßnahmen sind Teil der Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-EM. Neben der Migrationsproblematik sind auch Bedrohungen wie islamistischer Terror und Cyberangriffe im Fokus.
Freilassing – Die von Bundesinnenministerin Nancy Faeser angekündigten Kontrollen aller Grenzen wegen der Fußball-Europameisterschaft starten am Freitag (7. Juni), auch an der Saalbrücke zwischen Salzburg und Freilassing und zwischen Grödig und Marktschellenberg.
Anders als beim G7-Gipfel vor zwei Jahren wird es dieses Mal allerdings keine 24-Stunden-Kontrollen geben, „aber wir werden zu den bestehenden Grenzkontrollen On-Top-Kontrollen setzen“, so ein Sprecher der Bundespolizei ein Freilassing. Container für die Kontrolltätigkeit würden zwar wieder aufgebaut, allerdings bei Freilassing nicht auf der Saalbrücke, sondern seitlich in Richtung Tierheim.
„Werden nicht 24-Stunden durchgehend kontrollieren“
Die Planungen für die EM-Grenzkontrollen laufen schon seit Monaten, vor dem offiziellen Verkünden durch die Innenministerien wurden allerdings keine Details an die Öffentlichkeit weitergegeben. Jetzt ist es offiziell: ab heute, Freitag (7. Juni), kann die Bundespolizei an allen deutschen Grenzen Kontrollen vornehmen, an den Grenzen zu Österreich sind diese Kontrollen seit dem Herbst 2015 ohnehin angeordnet, sie werden in den kommenden Wochen verstärkt durchgeführt.
„Wir werden nicht 24-Stunden durchgehend kontrollieren und die Container werden auch nicht mitten auf der Saalbrücke stehen“, verspricht der Vertreter der Bundspolizei. Auch an der Kontrollstelle in Marktschellenberg würden Container und zusätzliches Licht aufgebaut, auch dort werde in den nächsten Wochen verstärkt, aber eben nicht 24 Stunden durchgehend kontrolliert.
Hintergrund der angeordneten Einreisekontrollen aller Grenzen ist jetzt nicht nur der Migrationsdruck, „unser Fokus reicht von der Bedrohung durch islamistischen Terror über Hooligans bis zu Cyberangriffen“, so die Ministerin in einer Aussendung. Die Grenzkontrollen seien ein „effektives Mittel“ um anreisende Gewalttäter zu erkennen und zu stoppen. Die zusätzlichen Kontrollen an der Salzburg-Bayern Grenze sind bis zum 19. Juli angeordnet.
Szenenkundige Beamte aus Österreich unterstützen
Insgesamt sind auch 580 ausländische Polizeibeamte in Deutschland im EM-Einsatz, Österreich hat 43 Beamte und 16 Diensthunde nach Deutschland abkommandiert, sie sollen auch die Sicherheit vor und in den Stadien gewährleisten. Die Polizisten werden im Rahmen der Task Force „UEFA EURO 2024“ Anlaufstelle für die österreichischen Fans sein, sowie ihre deutschen Kollegen unterstützen.
22 Polizisten kommen aus dem Streifendienst und sind szenekundig, also in der Kommunikation mit Fußballfans speziell ausgebildet. „Das Kontingent der uniformierten Polizisten wird von Oberstleutnant Kathrin Horn aus Kärnten geleitet, die früher selbst in der österreichischen Frauen-Bundesliga als Spielerin aktiv war“, so Österreichs Innenminister Gerhard Karner. Dazu werden 21 Hundeführer den deutschen Sicherheitsbehörden zugeteilt.
hud
