Per Hubschrauber mussten vor zwei Wochen gekenterte Kanuten aus der Isar zwischen Oberhummel und Moosburg gerettet werden (wir berichteten). Der Unfall war offenbar kein Zufall: Dort, zwischen Flusskilometer 98 und 97, gibt es eine besonders gefährliche Stelle. Ebenso bei Kilometer 101. Dort wäre vor kurzem beinahe eine Familie verunglückt. Der Bayerische Kanu-Verband hat daher eine Warnmeldung für Bootsfahrer herausgegeben.
Oberhummel – Etwa zwei Kilometer nach der Straßenbrücke bei Oberhummel habe sich durch einen umgestürzten Baum bei Flusskilometer 101 ein natürlich Hindernis gebildet. „Die Wurzel des Baums liegt in Fließrichtung gesehen rechts, die Krone links. Das Hindernis ist für Bootsfahrer erst sehr spät zu erkennen“, berichtet Werner Götz vom Kanu-Verband. Die Strömung treibe Boote direkt auf das Hindernis zu. Es könne zwar von erfahrenen Bootsfahrern linksseitig über eine Kiesbank umgangen („umtragen“) werden. Aber die Stelle sei nichts für Unerfahrene: „Am Dienstag ereignete sich dort bereits ein Unfall, bei dem eine Familie in einem Schlauchboot auf den Baum zutrieb und unter dem Stamm durchgespült wurde“, berichtet Götz. Dieser Zwischenfall sei zwar glimpflich verlaufen. Es habe nur Materialschaden gegeben. Bei solchen Baumhindernissen entstehe aber „schnell akute Lebensgefahr, wenn sich Bootsfahrer im Baum verfangen und unter Wasser gedrückt werden.“ Für Mitpaddler sei es dann meist unmöglich, helfend einzugreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Ein weiteres Hindernis bestehe für Bootsfahrer zwischen Flusskilometer 98 und 97. Dort habe sich die Isar vor einigen Jahren ein neues Flussbett gegraben. Götz: „In diesem Bereich liegen zahlreiche Bäume im Wasser. Dort ereignete sich vor knapp zwei Wochen der Unfall, bei dem Paddler per Hubschrauber gerettet werden mussten.“
Der Kanu-Experte warnt: „Die Isar verändert stetig ihren Lauf zwischen Freising und Moosburg. Dies ist auch erwünscht, um der Isar die Möglichkeit zur Renaturierung zu geben. Daher sollten Bootfahren, insbesondere unerfahrene Schlauchbootkapitäne, diesen Flussabschnitt mit höchster Vorsicht befahren.“