Vor 80 Jahren hat Heinrich Himmler den „Auschwitz-Erlass“ unterzeichnet. Anlässlich dieses Tages erinnern Historiker auch an dunkle Kapitel in Freising.
Freising – Zehntausende europäische Sinti und Roma wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und zum Großteil ermordet. Dies alles geschah, nachdem Heinrich Himmler 1942 den „Auschwitz-Erlass“ unterzeichnet hatte.
Zum offiziellen Gedenktag am 16. Dezember traf man sich heuer im Raum der Begegnung. Zugleich stellte sich die Academia Rromai e. V. (Kreisvereinigung Freising-Moosburg) vor. Die Verantwortlichen des Freisinger Fördervereins „Raum der Begegnung“ freute sich, seine Räumlichkeiten für den Gedenktag der Deportation von Sinti und Roma zur Verfügung zu stellen.
Auch in Neufahrn wurden Sinti und Roma zur Zwangsarbeit herangezogen
Der Abend wurde von der 2. Vorsitzenden des Vereins „Raum der Begegnung“, Marina Decker, eröffnet, die auf den geschichtlichen Hintergrund dieses Tages einging. Der Freisinger Stadtrat und Landesgeschäftsführer der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA), Guido Hoyer, erläuterte an Beispielen die Historie der im Kreis Freising verfolgten Sinti. So erinnerte er an die im Außenlager Neufahrn für den Bau einer militärischen Landebahn zu Zwangsarbeit herangezogene Sinti und Roma: „Das geschah noch im April 1945.“
Luise Gutmann vom Academia Rromai e. V. thematisierte die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma während des Zweiten Weltkriegs sowie weitere Gedenktage wie den 16. Mai (Erinnerung an den Widerstand im „Zigeunerlager“ Auschwitz gegen die SS 1944) und den 2. August (Gedenken an die Liquidierung des „Zigeunerlagers“ 1944).
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Der Komponist Adrian Gaspar erzählte von seinen Interviews mit dem Roma Hugo Höllenrainer, der Auschwitz und die medizinischen Experimente Josef Mengeles überlebte. Dazu präsentierte Gaspar die Ausschnitte seiner Werke, die das Leid Höllenrainers und auch der Roma-Familie Weiss darstellen, die sich fünf Jahre in einem Wald versteckte. (Marina Decker)