Wegen Corona war die Kfz-Zulassungsstelle im Kreis Freising wochenlang geschlossen. Kaum durfte sie wieder öffnen, wurde der Parteiverkehr wegen einer Infektion erneut eingeschränkt. Die FDP wendet sich nun an den Landrat.
Freising – Aufgrund der Corona-Pandemie war die Kfz-Zulassungsstelle am Landratsamt Freising von Mitte März bis Anfang Mai mehrere Wochen geschlossen. Kaum durfte sie unter strengen Auflagen wieder öffnen, ist der Parteiverkehr nun erneut eingeschränkt: Wie berichtet hat sich eine Mitarbeiterin mit dem Coronavirus infiziert. Die FDP-Kreisräte Susanne Hartmann und Tobias Weiskopf fordern nun, Kfz-Zulassungen für Bürger und Firmen umgehend wieder zu ermöglichen.
„Funktionierende“ Lösung muss her
In einem Schreiben an Landrat Helmut Petz heißt es: „Seit 19. Mai ist die Zulassungsstelle aufgrund einer einzelnen Covid-19-Infektion schon wieder geschlossen, und es werden keine neuen Termine vergeben.“ Die Telefonansage der Zulassungsstelle sei nicht hilfreich, weise sie alternativlos darauf hin, dass man in nächster Zeit keine Fahrzeuge anmelden könne. „Uns ist die schwierige Situation aufgrund von Pandemie und Umbauarbeiten bewusst, jedoch muss für die seit Anfang des Jahres bekannte Situation dringend eine funktionierende Lösung gefunden werden.“
Hartmann und Weiskopf betonen weiter: „Es kann nicht sein, dass eine einzelne Corona-Erkrankung in der Verwaltung den kompletten Zulassungsprozess im Landkreis zum Erliegen bringt.“ Laut r beider Kreisräte müsse es durchgehend möglich sein, An-, Ab- und Ummeldungen durchzuführen.
Behördenboxen sollen helfen
Wie das funktionieren soll, haben sich die Liberalen bereits überlegt: Da Zulassungen auch ohne direkten Kontakt möglich seien, könnten Unterlagen und Kennzeichen über den Briefkasten abgegeben und nach der Bearbeitung wieder abgeholt werden. „Wir haben dazu bereits Behördenboxen analog zur Packstation vorgeschlagen“, heißt es in dem Schreiben. Platzprobleme in den Ausweichräumen könnten durch eine vorübergehende Außenstelle in einem Rathaus im südlichen oder westlichen Landkreis – zusätzlich zur Zulassungsstelle in Moosburg – gelöst werden. Ein weiterer Vorschlag von Hartmann und Weiskopf: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Taten. So könnte eine Kooperation mit einem Nachbarlandkreis wie Pfaffenhofen oder Erding geprüft werden.“ ft
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