VonHelmut Hobmaierschließen
Die Grippewelle rollt noch nicht durch den Landkreis Freising, doch eine Entwarnung geben Experten noch nicht. Sie sprechen eine Empfehlung aus.
Landkreis – Bleibt der Landkreis Freising heuer von einer Grippewelle verschont? Das ist nach Auskunft des Gesundheitsamts Freising nur schwer zu prognostizieren. Allerdings: Bisher gab es deutlich weniger gemeldete Fälle als in den Jahren zuvor.
Kaum Erkrankungen
In Deutschland zirkulieren laut Gesundheitsamt momentan vor allem die beiden Influenza A-Subtypen H3N2 und H1N1. Auch bei der dem Gesundheitsamt Freising bisher insgesamt noch sehr niedrigen Anzahl der gemeldeten Influenzafälle der aktuellen Grippesaison trifft dies zu.
Die Zählung der gemeldeten Fälle beginnt jeweils in der 40. Kalenderwoche und endet in der 20. Woche des Folgejahres. Bisher – bis zur dritten Kalenderwoche 2020 – wurden seit der 40. Woche 2019 nur 15 Fälle gemeldet. Im gleichen Zeitraum 2018/2019 zählte das Gesundheitsamt 45 Influenzafälle, und in der Saison 2017/2018 waren es sogar 95 Fälle.
Entwarnung gibt das Amt allerdings nicht. Meistens begann die Grippewelle erst nach dem Jahreswechsel so richtig (in der dritten bis sechsten Kalenderwoche) und hatte ihren Gipfel in der sehr heftigen Grippesaison 2017/2018 erst in der zehnten Kalenderwoche (in der jüngsten Grippesaison um die achte Kalenderwoche).
Neue Richtlinie
Wichtig, um die Grippe-Fallzahlen richtig einschätzen zu können: Die sogenannte „Referenzdefinition“ einer an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiterzuleitenden, meldepflichtigen Influenzaerkrankung hat sich geändert. Bis Ende 2018 übermittelten die Gesundheitsämter nur die Influenzafälle, die sowohl klinisch-epidemiologisch, als auch klinisch-labordiagnostisch bestätigt werden konnten. Seit Anfang 2019 gilt eine neue Referenzdefinition. Zusätzlich melden die Ämter nun auch alle labordiagnostisch nachgewiesenen Infektionen mit nicht erfülltem oder unbekanntem klinischen (Krankheits-)Bild. Das heißt im Klartext, wenn bei Infektionen die Symptome oder der Krankheitsverlauf nicht zum Laborbefund passen. Das hat zur Folge, dass die Zahlen der gemeldeten Influenzafälle nun vergleichsweise deutlich höher ausfallen.
Impfen noch sinnvoll
Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren also meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.
Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt das Robert-Koch-Institut deshalb, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. „Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt worden sein“, heißt es auf der Internetseite des Instituts, „kann es auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird.“
Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Auch in Bayern gibt es Infizierte. Dabei steigt die Zahl einer anderen Virenerkankung im Freistaat aktuell rasant an.
Gut zu wissen
Umfassende Informationen gibt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de.
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