Am 11. Mai ist Baubeginn

So wird die Moosach aufgemacht: Freisings Obere Hauptstraße wird zu Begegnungszentrum

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Schön wird’s: Hier die Visualisierung der Umgestaltung der Oberen Hauptstraße samt Moosachöffnung.

Die Neugestaltung der Freisinger Innenstadt schreitet voran: Die Öffnung der Moosach ist das nächste große Etappenziel. So soll die Obere Hauptstraße zum Begegnungszentrum werden.

Freising – Bald ist es soweit: Am Montag, 11. Mai, ist offizieller Baubeginn für die Neugestaltung der Oberen Hauptstraße mit Moosach-Öffnung – das nächste große Etappenziel auf dem Weg zur Neugestaltung der Freisinger Innenstadt als barrierearmes Begegnungszentrum, lebendiger Wirtschafts- und attraktiver Lebensraum. Und so wird die Innenstadt-prägende Baumaßnahme umgesetzt:

Anlieger frei

Mit Baubeginn wird die Obere Hauptstraße zur Sackgasse: Zu-/Abfahrt sind ab voraussichtlich 11. Mai ausschließlich über die Bahnhofstraße möglich. Die Zu- und Abfahrt in die Innenstadt muss sich während der gesamten Bauzeit folglich auf den absolut notwendigen Anlieger- und Anlieferverkehr beschränken. Der fußläufige Zugang zu den Gebäuden und Geschäften ist über die gesamte Bauzeit sichergestellt, der Radfahr- und Fußgängerverkehr kann immer passieren. Radfahrer müssen im Bereich der Baustellen aus Sicherheitsgründen absteigen.

Das steht an

Im kommenden Bauabschnitt wird der Straßenraum der Oberen Haupt- und der Bahnhofstraße von der Karlwirt-Kreuzung bis zum vormaligen Hotel „Zur Gred“ barrierefrei und niveaugleich ausgebaut. Zur Verbesserung des Gehkomforts verwendet man als Bodenbelag das gleiche gestrahlte Natursteinpflaster wie in der Unteren Altstadt. Die Stadtmoosach wird im Hauptstraßen-Abschnitt zwischen Hirtlederergasse und Bahnhofstraße in vier Bereichen unterschiedlicher Größe auf insgesamt etwa 85 Metern Länge geöffnet. Breite Sitzstufen mit Holzauflagen und Treppenstufen begleiten den offenen Wasserlauf und verheißen ein ganz großes Plus an Lebensqualität. Die Bauzeit, das betont OB Tobias Eschenbacher in einer ausführlichen Anliegerinformation mit allen Details zur Baustellenabwicklung in der ersten Bauphase ausdrücklich, werde zweifellos fordernd. Insbesondere der Rückbau sowie der Neubau des Ingenieurbauwerks der Stadtmoosach sind komplexe und aufwendige Verfahren.

Obere Hauptstraße

Aufgrund der geplanten Pflasterarbeiten zwischen Karlwirt-Kreuzung und Sackgasse und der Bauarbeiten an der Stadtmoosach ist die Zufahrt in die Obere Hauptstraße von der Karlwirt-Kreuzung aus ab voraussichtlich Montag, 11. Mai, nicht mehr möglich.

Bahnhofstraße

Die Anfahrt erfolgt nur noch über die Bahnhofstraße, die mit Beginn der Änderung der Verkehrsführung die vorgeschriebene Fahrtrichtung wechselt. Die Ausfahrt ist ausschließlich über Schiedereck und Ziegelgasse möglich.

Der überwiegende Teil der Oberen Hauptstraße wird somit zur Sackstraße mit äußerst eingeschränkten Ladebereichen und Wendemöglichkeiten. Für die Sackgasse gibt es eigens eine Ausweichzufahrt von der Johannisstraße aus. Jägerwirts- und Stieglbräugasse kann man wegen der Sperrungen in der Oberen Hauptstraße nur noch über den Oberen Graben anfahren.

So läuft’s ab

Zunächst werden vorbereitende Maßnahmen wie die Baustelleneinrichtung und die Erstellung einer Ausweichzufahrt in die Sackgasse durchgeführt. Im Anschluss muss dann eine aufwendige Wasserhaltung installiert werden, damit das Wasser der Moosach in einem Hochwasserfall um die Baustelle herumgeleitet werden kann. Die alltägliche Wasserführung der Moosach erfolgt später in einem Rohr durch die Baustelle.

Um die Baugrube vor dem Eindringen des Grundwassers zu schützen, pflocken die Arbeiter Spundwände in den Boden. An sensiblen Stellen setzen die Firmen spezielle bauwerksschonende Verfahren ein. Insgesamt werden so sechs Bauabschnitte mit einer Länge von etwa 25 bis 50 Metern gebildet. Jeder Bauabschnitt wird rund zwölf Wochen Bauzeit in Anspruch nehmen.

Der tatsächliche Baubeginn erfolgt im Einmündungsbereich der Sackgasse in die Obere Hauptstraße. Die Arbeiten werden stadteinwärts dann in Richtung Osten (Hirtlederergasse) vorangetrieben. In der Baugrube selbst werden zunächst die bestehenden, sanierungs-bedürftigen Ufermauern abgebrochen und durch neue Einfassungen ersetzt. Diese neuen Ufermauern gründen dann auf Bohrpfählen. Der Bereich zwischen der Sackgasse und Hirtlederergasse wird wieder „gedeckelt“, also geschlossen, hergestellt.

Abbau Kriegerdenkmal

Im Zuge der Baumaßnahme wird auch das Kriegerdenkmal um etwa vier Meter nach Nordosten versetzt. Bereits ab etwa Mitte Mai wird das Denkmal daher abgebaut und von einem Steinmetz restauriert.

Erfahrene Firmen

Die Bauleistungen wurden gemeinschaftlich von der Stadt Freising, der Stadtentwässerung und den Stadtwerken im Zuge eines EU-weiten, offenen Verfahrens ausgeschrieben. Anfang April machten die Firma Wadle Bauunternehmung GmbH aus Essenbach/Altheim sowie die Firma Josef Stanglmeier Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Abensberg als Arbeitsgemeinschaft das Rennen. Die regionalen Firmen haben in den vergangenen Jahren bereits die Abschnitte in der Unteren Altstadt realisiert und somit umfangreiche Erfahrungen mit der Umgestaltung der Freisinger Altstadt. ft

Gut zu wissen

Aktuelle Informationen gibt es online auf der Seite der Stadt Freising. Eine ausführliche Anliegerinformation, die an alle betroffenen Haushalte und Unternehmen verteilt wird, skizziert die geplante Baustellenabwicklung samt der baustellenbedingten Verkehrsführung bis in den August.

OB Tobias Eschenbacher: „Jetzt geht‘s ans Herzstück!“

„Es sind extreme Herausforderungen, denen wir in diesen Zeiten der Corona-Pandemie mit sehr viel Kraft, mit Mut und vor allem Zuversicht begegnen müssen“, nimmt Eschenbacher Bezug auf die generelle aktuelle Situation. „Mit Beginn der großen Baumaßnahmen in der Oberen Altstadt kommen hier bei uns vorübergehend weitere, baustellenbedingte Einschränkungen hinzu, für die ich ausdrücklich um Verständnis bitte. In der Unteren Altstadt erleben und genießen wir bereits die großen Vorzüge des erfolgreichen Innenstadt-Umbaus. Mit der anstehenden Öffnung der Moosach und der barrierearmen Gestaltung auch der Oberen Hauptstraße nehmen wir jetzt das Herzstück der Baumaßnahmen in Angriff.“ 

„Stehen wir die fordernde Zeit gemeinsam durch!“

Die Moosachöffnung sei „das zentrale Element für eine nachhaltige Stärkung der Innenstadt als lebendiges, urbanes Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität. In unseren Zeiten des Klimawandels wird der offene Wasserlauf Hitzeperioden deutlich erträglicher gestalten.“ Eschenbacher weiter: „Bei aller berechtigten Vorfreude auf die Qualitäten der geöffneten Moosach wissen wir, dass die Bauzeit anspruchsvoll und fordernd für die Anlieger und Besucher wird.“ Dass es während der Bauzeit „zu unvermeidlichen und teils erheblichen Beeinträchtigungen kommt“, werde sich nicht vermeiden lassen. Stadt und Baufirmen würden aber „alles tun, um die Belastungen zu minimieren“. Anstrengend, insbesondere für die Anlieger „wird es leider in jedem Fall.“ Der OB: „Mit gegenseitiger Rücksichtnahme werden wir auch diese Phase meistern. Meinen Dank für die zweifellos erforderliche Geduld verbinde ich mit der Bitte, den Betrieben und Unternehmen im Baustellenbereich auch während der Bauzeit die Treue zu halten. Freuen wir uns auf die Fertigstellung und stehen wir die fordernde Bauzeit gemeinsam durch!“

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