VonMagdalena Höcherlschließen
Das Kino in Freising hat noch immer nicht eröffnet. Die Vertreter der Stadt sind verärgert, der Betreiber gibt sich wortkarg. Doch eine Aussage lässt nun hoffen.
Freising – In den Schlüterhallen an der südlichen Freisinger Stadteinfahrt kann man viel tun und erledigen: einkaufen, essen gehen, sich die Haare schneiden lassen, ein Auto mieten und im Fitnessstudio trainieren. Was man dort – noch immer – nicht kann: ins Kino gehen. Die Vertreter der Stadt verlieren langsam die Geduld.
„Es ist sehr ärgerlich, dass die Baustelle nun schon so lange andauert“, sagt OB Tobias Eschenbacher im FT-Gespräch. „Wir warten schon wirklich lange.“ Das Kino sei schließlich ein wichtiger Bestandteil der Baumaßnahme. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Stand jetzt solle das Kino im Herbst dieses Jahres kommen. „Diese Aussage wurde uns gegenüber getroffen“, so der OB. Ohnehin fehle noch die Fassade des Gebäudekomplexes. „Ich gehe davon aus, dass das dann in einem Zug gemacht wird.“
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„Genervt - und wie“
Kulturreferent Hubert Hierl ist von der Hängepartie „genervt – und wie“. Er sagt: „So schön das Kino in Neufahrn ist – ein ortsnahes Kino, zu dem man mit dem Rad hinfahren kann, ist einfach wichtig.“ Dass Interesse da sei, zeige die Kino-am-Rang-Veranstaltungsreihe. Die planungsrechtlichen Fragen hätten lange aufgehalten. „Jetzt ist der größte Teil der Durststrecke vorbei. Hoffentlich“, sagt Hierl. „Wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“
Freisinger werden schon lange vertröstet
Freisings Cineasten werden schon lange vertröstet: Ursprünglich hatten der Betreiber Cinestar mit Sitz in Lübeck und die Weimarer Baufirma Saller-Bau eine Eröffnung für Frühjahr 2018 in Aussicht gestellt. Laut dem Stand von 2016 will die Cinestar-Gruppe in den Schlüter-Hallen fünf Säle, ausgestattet mit modernster Technik und 728 Plätzen, anbieten.
Im vergangenen September, als die ersten Geschäfte in den Komplex eingezogen sind, hieß es, dass die Kino-Eröffnung auf 2019 verschoben werden müsse. Vermutlich im April würden die ersten Filme dort gezeigt. Doch mittlerweile ist Juli – und groß getan hat sich nichts.
Baufirma äußert sich nur knapp
Bleibt zu hoffen, dass nach der Ankündigung bezüglich der Eröffnung diesen Herbst den Worten auch Taten folgen. An den Schlüterhallen steht wieder ein Gerüst, Bauarbeiter sind dort zugange. Konkretere Informationen sind jedoch nicht zu erfahren. Da die Stadt weder Betreiber noch Investor sei, könne man „deshalb nur auf die Firma Saller verweisen“, teilt Sprecherin Christl Steinhart mit. Die Baufirma aus Weimar äußert sich nur knapp. „Die Arbeiten ruhen“, lautete die Auskunft eines Saller-Mitarbeiters. „Das hängt am Betreiber.“
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Doch die Auskunft des Unternehmens Cinestar, das deutschlandweit über 50 Kinos unterhält, zu den Eröffnungsplänen in der Domstadt ist dürftig. „Im Moment findet in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und künftigen Vermieter eine Aktualisierung der zeitlichen Planung statt“, teilt Cinestar auf Anfrage mit. Erst danach könne man Genaueres sagen.
