VonManuel Eserschließen
Rund 70 Kinder sind an der Bushaltestelle Seilerbrückl in Freising Wind und Wetter ausgesetzt. Ein Schulbushäuschen soll Abhilfe schaffen. Doch es dauert länger als erhofft.
Freising – Eigentlich hätte jetzt alles fertig sein sollen. Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs wollte die Stadt Freising an der Haltestelle Seilerbrückl ein Schulbushäuschen für die Kinder errichten. Doch die Eltern und vor allem die Kinder werden wohl noch etwas auf den dringend ersehnten Unterstand warten müssen.
Wie berichtet, hatte eine Mutter monatelang um ein Bushäuschen gegenüber der Ran-Tankstelle gekämpft. Das Problem am Seilerbrückl: Die 60 bis 70 Kinder, die dort auf ihren Bus zur Vöttinger Grundschule warten, sind an der Haltestelle bisher Wind und Wetter ausgeliefert. Vor allem im Winter wurde der morgendliche Aufenthalt unter freiem Himmel so zur Tortur.
Erst nach langer Zeit wird der Ruf der Eltern erhört
Starkregen, Schneeböen, Sturm, Gewitter: „Unsere Kinder haben schon alles mitgemacht“, hatte Mandy Drohm, die engagierte Mutter, dem FT berichtet und der Stadt bereits im Januar 2018 eine Petition mit rund 50 Unterschriften von Eltern vorgelegt. Seinerzeit wurde das Gesuch abgelehnt – mit dem Verweis darauf, dass der Etat fürs laufende Jahr bereits verabschiedet sei.
Ein Jahr später dann wurde der Ruf erhöht. „Die Stadt teilt die Sichtweise der Elternschaft“, teilte Rathaussprecherin Christl Steinhart auf FT-Nachfrage mit. Die gute Nachricht folgte auf dem Fuß: Im aktuellen Haushalt seien 60 000 Euro für das Bushäuschen am Seilerbrückl vorgesehen – genug für Materialkosten und sämtliche Arbeitsleistungen. Steinhart ging davon aus, dass der Unterschlupf zu Beginn des kommenden Schuljahrs realisiert sein würde.
Schulbushäuschen: Unternehmen hat bisher nicht geliefert
Doch die Stadt hat die Rechnung ohne die Firma gemacht, die nach der Angebotsabgabe verschiedener Unternehmen im späten Frühjahr schließlich den Zuschlag erhalten habe. Die habe aufgrund eines „sehr hohen Auftragsbestands und Lieferschwierigkeiten“ die Aufstellung des Bushäuschens bis zum Schuljahresbeginn nicht zusagen können. Das teilte Steinhart mit, nachdem die Heimatzeitung nochmals nachgehakt hatte. Die Verzögerung habe auch damit zu tun, dass es sich bei dem Unterstand für mehrere Dutzend Kinder um eine Sonderanfertigung handle.
„Wir gehen aber ausdrücklich davon aus, dass die Maßnahme in diesem Jahr umgesetzt wird“, betonte die Rathaussprecherin. Das habe die beauftragte Firma zugesichert. „Wir bleiben selbstverständlich dran.“
Neues Bushäuschen wird günstiger als erwartet
Die erforderlichen Pflasterungen hat der städtische Bauhof bereits erledigt, berichtete Steinhart weiter. Die vorbereitenden Arbeiten hätten auch ergeben, dass ein Versetzen vorhandener Kanalschächte entgegen ursprünglicher Annahmen nicht erforderlich sei. „Damit wird es auch deutlich günstiger“, sagte Steinhart. „Wir rechnen jetzt eher mit rund der Hälfte der ursprünglich angesetzten Kosten.“
Sobald die Lieferschwierigkeiten behoben sind, kann es übrigens ganz schnell gehen, signalisierte Steinhart: „Zeitlich ist das kein Thema. Mittels Kran kann das Bushaus innerhalb von wenigen Stunden aufgestellt sein.“
Der neue Fahrplan für sämtliche Schulbusse in Freising steht bereits. Er beinhaltet einige Änderungen.
