Ungewöhnliche Aktion im Berufsverkehr: In Freising waren rund 15 Radler mit Schwimmnudeln unterwegs - um auf die Gefahren im Verkehr aufmerksam zu machen.
Freising – „Dass in Freising viele Schüler mit dem Rad zur Schule fahren, hat positive Effekte“, betont Ricarda Schindler, FSM-Stadträtin und Mitorganisatorin der Initiative. „Es ist gut für die Umwelt, entlastet die Infrastruktur und ist gut für die eigene Fitness. Die Schüler kommen wach und aufnahmebereit für den Unterricht in der Schule an.“ Doch es gibt auch eine Schattenseite: die Gefährdung durch den Autoverkehr.
„Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig“
„Leider ist der Ausbau sicherer Radwege in Freising noch nicht ausreichend vorangeschritten“, bedauert Schinder. An vielen Stellen würden in den nächsten Jahren zwar Verbesserungen oder neue Radverkehrswege entstehen. „An manchen Stellen wird es aber wohl auch auf längere Sicht aufgrund der historischen Strukturen der Stadt oder aufgrund der Eigentumsverhältnisse keine optimalen Verbindungen geben. Hier treffen Fahrradfahrer, Fußgänger und Autofahrer weiterhin aufeinander. Daher ist eine gegenseitige Rücksichtnahme wichtig.“
Auf Initiative der Agenda-Gruppe Bauen, Wohnen und Verkehr und des Verkehrsclubs Deutschland zusammen mit Vertretern des Stadtrats wurde eine Veranstaltung der Art „Critical Mass“ organisiert. Im morgendlichen Berufsverkehr trafen sich rund 15 Bürger, um auf den nötigen Mindestabstand beim Überholmanöver hinzuweisen. „In einer Berliner Studie hat man herausgefunden, dass besonders ein zu geringer Abstand beim Überholen zu Unwohlsein beim Radler und in schlimmen Fällen zu Unfällen führt“, erläutert Schindler. Um den Mindestabstand zu simulieren, montierten die Radler 1,20 Meter überstehende Schwimmnudeln quer am Gepäckträger und fuhren in vier kleinen Gruppen die häufigsten Schulwegeverbindungen der Stadt ab. An Fahrradanhängern oder Rucksäcken war ein Plakat mit Informationen zur Aktion angebracht.
Die meisten Verkehrsteilnehmer fanden die Aktion gut
Der „Fingerzeig“ per Rad rief bei den Verkehrsteilnehmern unterschiedliche Reaktionen hervor. Hochgestreckte Daumen und freundliches Zuwinken überwogen dabei. Die Teilnehmer berichten, dass sie sich mit der Schwimmnudel beim Fahren sicherer gefühlt hätten. Zudem sei der freie Platz beim Warten vor der roten Ampel angenehm gewesen. Es habe nämlich kein Auto gewagt, bis zur Haltelinie vorzufahren und sich noch neben die Radfahrer zu stellen.
Die Organisatoren hoffen, dass die Autofahrer künftig einen entsprechenden Abstand halten – gerade auch im Hinblick auf die kältere Jahreszeit mit oft schlechten Sichtverhältnissen. Schindler betont aber auch: „Ebenso wichtig ist es, dass sich Fahrradfahrer an die Verkehrsregeln halten und sich umsichtig verhalten.“ ft
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