VonMagdalena Höcherlschließen
Ab Samstag dürfen Besuche in Seniorenheimen wieder stattfinden, allerdings unter strengen Auflagen. Die Einrichtungen im Landkreis Freising arbeiten daran nun mit Hochdruck.
Landkreis – So wie Kinder Weihnachten herbeisehnen, freuen sich viele Seniorenheimbewohner und deren Angehörige auf das Wochenende. Wie Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag bekannt gab, werden ab Samstag Besuchsmöglichkeiten geschaffen – unter strengen Auflagen. Die Einrichtungen im Landkreis arbeiten daran nun mit Hochdruck.
Seniorenheim vergibt Termine
„Gerade werden alle Angehörigen angerufen, um eine Kontaktperson festzulegen“, berichtet Markus Khauer, Einrichtungsleiter des Seniorenparks Schönblick in Nandlstadt. Jede davon bekomme während der Besuchszeit von 9 bis 16 Uhr einen Termin für eine Stunde, um den Angehörigen zu sehen. Wie das Treffen abläuft, ist genau geregelt.
„Vor dem Eingang bauen wir eine Schleuse mit einem Zelt auf, dort werden die Hände desinfiziert sowie Handschuhe und Mundschutz angelegt“, erklärt Khauer. Im Windfang empfange eine Mitarbeiterin den Besucher, der eintragen müsse, wann er wen besucht. „Außerdem muss er eine Verhaltensanweisung für das Haus unterschreiben.“ Im Gebäude dürften sich die Besucher – maximal zehn gleichzeitig – nicht frei bewegen, sondern würden vom Personal zu ihren Angehörigen begleitet. Die Treffen selbst fänden entweder im Garten, im großen Veranstaltungsraum oder auch im Bewohnerzimmer statt, freilich mit Abstand.
Wiedersehen pünktlich zum Muttertag
„Das Ganze ist relativ aufwendig“, sagt Khauer. Doch dieser Spagat müsse nun geschafft werden. „Seit 9. März haben unsere Bewohner ihre Angehörigen nicht gesehen. Die zwei Monate sind für sie wie zwei Jahre.“ Das Wiedersehen, gerade jetzt zum Muttertag, sei „ein Highlight“.
Um gleich an diesem Wochenende allen die Möglichkeit zu geben, sich wiederzusehen, würden derzeit mit den entsprechenden Kontaktpersonen ViertelstundenTermine vereinbart, berichtet Björn Kummerow-Fuchs, Leiter des Seniorenzentrums Freising. „Ab nächster Woche koordinieren wir die Besuchszeiten dann länger.“ Momentan werde geplant, wie die Treffen ablaufen könnten. Ganz optimal seien die ersten Lockerungen jedoch noch ZZnicht: „Viele Menschen bei uns brauchen auch körperlichen Kontakt, um kommunizieren zu können.“ Die Regelung sei jedoch „ein guter Schritt für Angehörige und Bewohner“.
„Wir wollen das Bestmögliche für Bewohner und Angehörige“
Dietmar Ludwig, Leiter des Senioren-Service-Zentrums (SSZ) Allershausen, sieht das ähnlich: „Das Schlimmste ist der Kontaktenzug.“ Daher arbeite die Verwaltungsleitung intensiv daran, das notwendige Hygienekonzept und alles Organisatorische so schnell wie möglich auf die Beine zu stellen. „Der Verwaltungsaufwand ist enorm, und wir sind eine kleine Einrichtung.“ Trotzdem würden sich alle „reinhängen“. Ludwig betont: „Wir wollen das Bestmögliche für Bewohner und Angehörige – und natürlich die größtmögliche Sicherheit.“
Wie die Menschen im Senioren-Service-Zentrum die vergangenen Wochen erlebt haben, lesen Sie hier.
Ab 18. Mai sind für die bayerische Gastronomie schrittweise Corona-Lockerungen geplant. Die Inhaber von Gaststätten und Hotels im Landkreis Freising machen sich bereit – sind aber auch vorsichtig.
