Das Institut sieht sich auf einem „konservativem, sicheren Weg“: Bei der Mitgliederversammlung präsentierte die Freisinger Bank in Moosburg jetzt ihre Zahlen.
Moosburg – Die erste von vier Mitgliederversammlungen der Freisinger Bank im Landkreis fand am Donnerstag in der Moosburger Schäfflerhalle statt – und war ein guter Abend für die Anwesenden. Die Vorstände berichteten von einem weiter moderat wachsenden Kreditinstitut und machten deutlich, dass sie ihre seit Jahren treuen Kunden auch künftig vor Negativzinsen schützen wollen.
Der Vorstandsvorsitzende, Reinhard Schwaiger, zeigte auf, dass die wichtigsten Bilanzzahlen alle Steigerungen beinhalten würden, diese aber bewusst maßvoll seien. „Das betreute Kundenvolumen von 2,3 Milliarden Euro ist schon eine ganz nette Zahl“, sagte Schwaiger. Er machte deutlich, dass die Freisinger Bank weiterhin einen konservativen, sicheren Weg beschreite – mit einer breiten Streuung der Kredite. Er sehe diesen Kurs als „genossenschaftliche Prinzipien mit modernen Inhalten“.
Freisinger Bank: Wer von Negativzinsen betroffen ist
Schwaiger musste natürlich auch auf die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank eingehen und das damit verbundene Dilemma der Freisinger Bank. Der Vorstandsvorsitzende kündigte an, dass Neukunden bei einem mitgebrachten Vermögen jenseits der 500.000 Euro sukzessive Negativzinsen zahlen müssten. „So wollen wir unsere langjährigen Kunden vor Negativzinsen schützen“, erklärte Schwaiger.
Vorstandsmitglied Karl Niedermaier ergänzte, „dass die Lage mit den Negativzinsen dramatisch ist und das wird immer schlimmer“. Er verwies darauf, dass Banken früher die Einlagen der Kunden als Kredite ausgegeben und von den Zinsen gelebt hätten: „Das war unsere Haupteinnahmequelle und die ist versiegt.“
Guter Steuerzahler mit „jeder Menge Geld“
Zuvor hatte Aufsichtsratsvorsitzender Richard Bauer deutlich gemacht, „dass die Freisinger Bank ein bedeutender Faktor in der Region ist“. Das lokale Unternehmen habe um die 200 Mitarbeiter und sei ein guter Steuerzahler mit „jeder Menge Geld“. Er verwies darauf, dass man auf dem schwierigen Finanzmarkt gut dastehe und das vierte Jahr in Folge ein Wachstum bei den Krediten verzeichne. Das Volumen sei um 9,9 Prozent angestiegen.
Voller Stolz wurde den Mitgliedern im Raum Moosburg dann noch aufgezeigt, dass sich die Freisinger Bank als Partner der Region in der Verantwortung sehe. So seien beispielsweise als Ergebnis des Gewinnsparens 6000 Euro an die Freisinger Tafel und das Rote Kreuz Freising gespendet worden.
Vier Filialen der Freisinger Bank vor Schließung
Aus Sicht der Bankkunden gab es bei der Versammlung aber auch eine schlechte Nachricht: Die Freisinger Bank will vier Filialen schließen. Zeitplan und Orte stehen bereits fest. Auch, wie es mit den Angestellten weitergeht.
Die Freisinger Bank in Zahlen
- Bilanzsumme: 1.085.177.000 Euro
- Eigenkapital: 132.360.000 Euro
- Betreutes Kundenvermögen: 1.382.046.000 Euro
- Betreutes Kundenkreditvolumen: 908.022.000 Euro
- Betreutes Kundenvolumen: rund 2,3 Milliarden Euro
- Provisionserträge Versicherungsgeschäft: 1,7 Millionen Euro
- Provisionserträge Immobilien: 680.000 Euro
- Kunden: rund 40.000
- Mitglieder: 14.000 (davon 3528 in der Region Moosburg)
- Mitarbeiter: rund 200