Freisings neues Bad eingeweiht

Das fresch in Freising: Startklar, aber immer noch kein Eröffnungstermin

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Am Mittwoch wurde das neue fresch in Freising eingeweiht. Wann die ersten Besucher ins Bad reindürfen, ist aber immer noch unklar.

Freising – Draußen dröhnen noch die Bagger, die Raupen und die Lkw. Drinnen ist aber schon alles schön, edel, gediegen und vor allem fertig: Gestern wurde das fresch eingeweiht. Ob es morgen für die Öffentlichkeit die Tore öffnet – das steht aber noch immer in den Sternen. So oder so: 170 geladene Gäste feierten gestern die Einweihung des „Heidenprojekts“. Und eine Abordnung der Stadtkapelle spielte Händels „Wassermusik“. Selbstverständlich in Badehosen und im Wasser des Attraktionsbeckens.

Der weiße Dampfer von Lerchenfeld

Seit 1902 gibt es das Freibad am Standort in Lerchenfeld. Jetzt wird es umstrukturiert und bekommt – fast 20 Jahre nach den ersten Überlegungen in diese Richtung – ein Hallenbad. Das heißt bekanntlich fresch, sollte bereits im Sommer eröffnen, konnte aber erst gestern eingeweiht werden. Und schon waren alle froh und glücklich: OB Tobias Eschenbacher fand gar viele lobende Worte für den Bau, der vor sechs Jahren als der „weiße Dampfer von Lerchenfeld“ angekündigt worden war: „wirklich beeindruckend, hell, tolle Akustik, gelungen, toll geworden“ – so einige Attribute für das fresch. 

Video von der Einweihung des neuen Freisinger fresch-Hallenbads

Was Eschenbacher besonders freute, war die Tatsache, dass man nach Jahren des Streits um den Standort die parteipolitischen Grenzen überwunden habe und jetzt diese „politische Gemeinschaftsleistung“ feiern könne. Dass die Stadtwerke Freising, die 2006 die Bäder übernommen hatten, ihren Gewinn wieder „reinvestieren“ sei nicht selbstverständlich – zumal auch das Kombibad ein siebenstelliges Minus pro Jahr einfahren werde. Die Frage, die die Freisinger Bevölkerung bewegt, beantwortete der OB gestern so: Ob man morgen eröffnen könne, werde sich erst am Abend entscheiden, wenn man die Mitteilung über eine technische Abnahme erhalte.

Noch steht eine technische Abnahme aus

Fast schon ein schlechtes Gewissen hatte Stadtwerke-Chef Andreas Voigt, der nach Eschenbacher die Treppe hinauf zur Rutsche im Attraktionsbecken erklomm und von dort aus zu den Gästen sprach: Ja, er wisse, dass man die Eröffnung des fresch „schon ein paar Mal angekündigt“ habe, aber jetzt habe man es fast geschafft. 

Das erste Erfrischungsbad im Sportbecken des fresch nahmen gestern bei der Einweihung die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Freising, Dominik Schwegler (l.) und Andreas Voigt.

Die Realisierung des Mammutprojekts verglich der leidenschaftliche Radfahrer Voigt mit einer Alpenüberquerung auf dem Drahtesel: Erst sei da die Idee, dann gehe es irgendwann los, dann suche man sich eine Strecke, plane die Etappen, diskutiere auch immer mal wieder über die Streckenführung, manchmal gebe es Sonnenschein, manchmal Regen, manchmal bleibe einer zurück, manchmal brauche einer der Beteiligten eine Pause. Jetzt habe man den höchsten Punkt der Alpenüberquerung erreicht, sei allerdings noch nicht am Ziel. Stichwort: Außenanlagen und Freibad-Areal.

Und dann hatte Voigt noch eine neue Information mitgebracht, die mit dem anschließenden Büfett in Zusammenhang stand: Die Familie Möchel (bekannt aus der Plantage) werde die Gastronomie im fresch übernehmen. Der Name, der an die Ursprünge erinnert: 1902.

Und dann übernahm Architekt Ulrich Zech das Mikro, lobte die „weise“ Jury, die seinen Entwurf 2013 zum Sieger erklärt hatte, und gab den Gästen eine kleine Einführung in die Planungslehre und einen kleinen „Bastelentwurf für Anfänger“. Motto seines Architekturverständnisses: „Weniger ist mehr“.

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Dann gab‘s echte „Wassermusik“

Und nachdem Bäderleiter Alexander Frederking von einem emotionalen Moment gesprochen hatte, nachdem Pfarrer Peter Lederer und sein evangelischer Kollege Thomas Prusseit das Bad geweiht hatten, gab es im 25 Meter langen Sportbecken des fresch das „Anschwimmen“: Die Stadtwerke-Chefs Voigt und Dominik Schwegler, Frederking und Werkreferent Jürgen Maguhn hatten sich in Badehosen geschmissen und stürzten sich „auf Drei“ gemeinsam von den Startblöcken ins frische fresch-Wasser.

Während sich die Gäste Getränke und Büfett schmecken ließen und das Quartett der Stadtkapelle im Pool schon auf dem Rücken liegend nur noch mit Badehose bekleidet lustig und fröhlich weiterspielte, gab es Führungen durch das 40-Millionen-Euro Projekt: 120 Stellplätze gibt es im Parkhaus, 861 Quadratmeter groß ist die Wasserfläche im fresch, 1390 Kubikmeter Wasser werden eingefüllt, 25 000 Kubikmeter Erdreich wurden für den Bau bewegt, 44 000 Kubikmeter Raum umbaut, 55 Mitarbeiter sind im fresch tätig, und 554 Schränke gibt es.

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