VonAndreas Steppanschließen
„Lasst uns Musik machen – Let’s make music!“ Unter diesem Motto lädt die Tölzer Jugendförderung ab Mai alle Interessierten ein, sich in Workshops ganz ohne Vorkenntnisse und Leistungsdruck an Instrumenten oder im Singen auszuprobieren.
Bad Tölz – Die neue Tölzer Veranstaltungsreihe „Let’s make music!“ soll Freude an der Musik vermitteln und Raum für ungezwungene Begegnungen schaffen.
Für die Workshops arbeitet die Jugendhilfe mit der Lenggrieser Musiklehrerin Michaela Paller zusammen. Der Kontakt entstand beim jüngsten „Winterfest“ im Bürgerhaus an der General-Patton-Straße. „Wir haben bei der Lettenholzschule angefragt, ob es dort eine Musikgruppe für einen Auftritt gibt“, berichtet Bernd Gassl, bei der Jugendförderung fürs Quartiersmanagement Lettenholz zuständig. Beim Fest sang dann der von Paller geleitete Chor der Lettenholzschule. „Dabei ist uns aufgefallen, was für einen sympathischen Ansatz Frau Paller hat“, so Gassl. Er beschreibt die Herangehensweise so: „Lust auf Musik machen, ermutigen, die Freude daran nahebringen.“ Aus der Begegnung sei die Idee erwachsen, im Bürgerhaus ein neues Musikprojekt zu etablieren – „für alle in Bad Tölz lebenden Menschen, insbesondere im Viertel“, so Gassl.
Ab 2. Mai bietet Michaela Paller nun jeden Donnerstag einen kostenlosen 90-minütigen Workshop an, abwechselnd vormittags und abends. Mitmachen kann jeder, der Lust hat, wobei die Veranstalter damit rechnen, dass vormittags insbesondere Mütter die Gelegenheit wahrnehmen – ob mit oder ohne kleine Kinder –, während die Abendtermine vorwiegend Jugendliche ansprechen. Unter Überschriften wie „Wir Frauen machen Musik“, „Trommelspaß am Vormittag“, „Wir rocken ab!“ oder „Coole Hits“ wird dann gemeinsam losgelegt. Instrumente sind vorhanden – dass man auf ihnen schon spielen kann, wird nicht erwartet.
„Wir sind kein elitäres Grüppchen“
In den eineinhalb Stunden erarbeiten sich die Teilnehmer nach Lust und Laune eine kleine Darbietung. „Wir sind dabei aber kein elitäres Grüppchen, das anderen etwas präsentieren will, sondern es geht um die Freude und das Miteinander“, sagt Michaela Paller. „Hier liegt der Fokus nicht auf Talent, sondern auf der Förderung von Selbstbewusstsein und Autonomie“, umschreibt es der städtische Sozialplaner und Chef der Jugendförderung, Franz Späth.
Michaela Paller ist ausgebildete Musiklehrerin (Klavier und Blockflöte), hat lange in einem Musikverlag die musikpädagogische Abteilung geleitet, arbeitete mit der Peter-Maffay-Stiftung bei Kursen für traumatisierte Kinder und Jugendliche zusammen.
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Bernd Gassl ist überzeugt, dass das Projekt „Let’s make music!“ ein großer Erfolg wird. Späth zieht Parallelen zum beliebten „Open House Sport“, das die Jugendförderung seit einigen Jahren anbietet. Auch hier kann jeder spontan mitmachen, ohne sich auf regelmäßige Termine festzulegen. „Aber gerade weil es keine Verpflichtung gibt, werden die Jugendlichen selbst verbindlich.“ Durch den Sport entstehe Gemeinschaftssinn. Ähnliches, so hofft der Sozialplaner, bewirkt auch die Musik.
Termine
Termine sind immer donnerstags; vormittags von 9 bis 10.30 Uhr am 2. und 16. Mai, 6. und 13. Juni, 11. und 25. Juli; abends von 19 bis 20.30 Uhr am 9. und 23. Mai, 27. Juni, 4. und 18. Juli.
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