Im August wurden die Mitfahrerbänke für Iffeldorf gebaut und bemalt. Seit diesem Winter stehen fünf Bänke an unterschiedlichen Orten in Iffeldorf, nun wurden sie auch offiziell eingeweiht.
Iffeldorf – Bei der Einweihungsfeier wurde die Bank in der Staltacher Straße beim Rathaus symbolisch enthüllt. Die anderen Exemplare stehen am Bahnhof, am Bahnübergang bei Untereurach, beim Edeka und beim Wanderparkplatz an der Staatsstraße Iffeldorf-Seeshaupt.
Das Prinzip der Mitfahrerbänke ist einfach und existiert seit 2014: Jemand setzt sich auf die Bank, an der idealerweise noch Schilder zur Auswahl des Ortes bereitstehen, und wartet, bis jemand mit dem Auto hält und bereit ist, den Sitzenden mitzunehmen. So soll der dürftige Nahverkehr in Dörfern ausgeglichen werden. „In vielen anderen Gemeinden stehen die Bänke einfach nur herum“, bemängelte Daniela Mecklenburg, die das Projekt angestoßen hatte. Sie seien oft nicht auffällig genug. Die Bänke in Iffeldorf wurden dagegen knallbunt bemalt und tragen eine rote Leiste mit der Aufschrift „Mitfahrbankerl“. Für die Entstehung der Bänke hatten unterschiedliche Iffeldorfer Vereine zusammengearbeitet und dabei Unterstützung von Sponsoren bekommen.
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Isolde Künstler vom Verschönerungsverein erzählte, die Bänke wurden schon genutzt, doch noch nicht allzu häufig. „Es muss sich langsam einspielen.“ Eine Dame bei der Einweihungsfeier sagte, sie sei gerne bereit, Leute mitzunehmen, habe bisher aber noch niemanden auf den Bänken sitzen sehen.
Eigene App in der Entwicklung
Uschi Scholz vom Bund Naturschutz hat die Bank am Bahnhof schon selbst ausprobiert und ist nach Seeshaupt mitgenommen worden. „Es gibt natürlich keine Garantie, wieder zurückzukommen“, sagte Daniela Mecklenburg. Bürgermeister Hubert Kroiß vermutet, dass die Nachbargemeinden nach und nach aufspringen werden. „Es ist eine tolle Ergänzung zum Nahverkehr“, der in den letzten Jahren schon aufgewertet worden sei, fand er.
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Um Mitfahrer und Mitnehmer noch besser zusammenzubringen und das Konzept zu vereinfachen, arbeite man mit einem Institut gemeinsam an einer App, erzählte Isolde Künstler. Außerdem sollen Richtungsschilder die Sache vereinfachen, auf denen die umliegenden Orte zu lesen sind und die bei den Bänken zur Auswahl stehen. Dafür werde noch Geld benötigt, sagte Daniela Mecklenburg, und bat um Spenden. Sie appellierte auch: „Fahrt mit, nehmt mit. Jeder ist herzlich eingeladen.“
Sicherheitshinweise
sind laut Flugblatt unter anderem: Das Mitnehmen von Kindern unter zwölf Jahren wird nicht empfohlen (Achtung: Kindersitzpflicht). Minderjährigen Mitfahrerinnen und Mitfahrern wird geraten, vor der Fahrt das Nummernschild zu fotografieren und an die Eltern zu schicken. Von Arabella Schäffler