VonJosef Hornsteinerschließen
Jetzt steht der Termin fest: Am 1. August wird die Polizei-Inspektion Mittenwald als solche aufgelöst und als Grenzpolizeistation weitergeführt. Was passiert nun mit den Mittenwalder Beamten? Und wie ist es um die Sicherheitslage im Isartal bestellt? Die Antworten darauf haben die PI-Chefs nun verkündet.
Mittenwald – Schlägerei in der Nacht vor einem Lokal im Zentrum. Die Polizei ist da. Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 2. Die Polizei ist da. Das Fahrrad ist gestohlen worden. Die Polizei ist da. So zumindest waren es die Mittenwalder, Krüner und Wallgauer von den Ordnungshütern aus der Dienststelle an der Prinz-Eugen-Straße lange Zeit gewohnt.
Die letzte große Umstrukturierung fand dort am 1. April 1998 mit dem Wegfall der Grenzkontrollen statt. Viele der damaligen Grenzbeamten sind seinerzeit in die PI eingegliedert worden. Nun ist das Gegenteil der Fall, wenn am 1. August die nächste große Veränderung bevorsteht: Die bisherige Inspektion wird aufgelöst (wir berichteten). Doch das Gebäude bleibt nicht leer. Künftig schlägt dort die Grenzpolizei ihr Quartier auf.
Ob Grenz- oder Landespolizist: Für Einwohner wird das keinen Unterschied machen
Wie das Ganze konkret aussehen soll, das erläuterten am Montag Mittenwalds Dienststellenleiter Hubert Hohenleitner, dessen Garmisch-Partenkirchner Kollege Christian Langenmair sowie Thomas Haberger, Leiter der Grenzpolizei-Inspektion Murnau bei einem Pressegespräch im Olympiaort.
„Es wird sich für die Bürger nichts ändern – nicht einmal optisch“, beschwichtigt Hohenleitner gleich eingangs und gibt damit die wichtigste Information bereits vorab preis: Die Polizei bleibt in der Prinz-Eugen-Straße. Mit gleichem Schild, gleicher Beschriftung. Für die Einwohner wird nicht einmal ersichtlich sein, wer Grenz- und wer Landespolizist ist. „Denn auch der Grenzpolizist ist und bleibt Landespolizist“, klärt Haberger auf.
PI-Leiter versprechen: Polizei wird genauso schnell vor Ort sein wie bisher
Das bedeutet: Auch künftig können Menschen ihre Anzeigen vor Ort aufgeben. Auch nach dem 1. August wird bei Konflikten oder Verbrechen die Polizei genauso schnell vor Ort sein wie bisher. „Die Sicherheitslage wird sogar verbessert“, wirbt Langenmair, dessen Einsatzbereich im Sommer um das Obere Isartal erweitert wird, für die Umstrukturierung. War früher nur eine Streife rund um die Uhr im Einsatz, sind es künftig sogar zwei: Eine von der PI Garmisch-Partenkirchen und eine von der Grenzpolizei.
Damit ist die größte Sorge, welche die Isartaler umtreibt, schon mal aus der Welt geschafft: „Es wird keinerlei Einbußen für die Sicherheit geben.“ Die Grenzpolizisten werden natürlich vermehrt den Verkehr zwischen Scharnitz/Leutasch und Mittenwald im Auge behalten. Die Bürger brauchten sich aber nicht fürchten, nun permanent in zeitraubende Polizeikontrollen zu gelangen. Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei klappe schon jetzt hervorragend, verdeutlicht Thomas Haberger. „Wir ergänzen uns gut.“
Was passiert mit den jetzigen Mittenwalder Beamten?
Und was passiert mit den jetzigen Mittenwalder Beamten? 28 Soll-Stellen gibt es aktuell. Wie viele Ordnungshüter aber genau in welcher Anstellung gerade im Dienst sind, darüber möchte die PI keine genaue Auskunft geben. Alle Mitarbeiter hatten im März die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern, ob sie in die Inspektion Garmisch-Partenkirchen oder in die neue Grenzpolizei in Mittenwald eingegliedert werden möchten. „Die Tendenz ist ungefähr 50/50“, sagt Langenmair. Doch für alle drei PI-Leiter war eines dabei besonders wichtig: „Es musste sozial verträglich sein. Das haben wir geschafft.“ Bedeutet: Keiner der Beamten muss künftig den Landkreis verlassen und damit weite Pendelstrecken auf sich nehmen.
Wer die Grenzpolizeistation ab 1. August leiten soll, das wird sich noch herausstellen. Zu seiner Zukunft möchte Hohenleitner keine Auskunft geben. Er war in den vergangenen Monaten seit Bekanntwerden der Auflösung das Bindeglied und der Moderator zwischen den betroffenen Dienststellen und dem übergeordneten Präsidium Oberbayern Süd. „Wir haben den Schulterschluss gesucht.“ Und scheinbar auch gefunden: „Die Unruhe unter den Mittenwalder Kollegen hat sich gelegt.“ Die Unsicherheit sei vorüber, da man jetzt eine „gute Lösung“ fand.

