- VonAndrea Gräpelschließen
Andechs will rechtzeitig den Bedarf ermitteln. Der Gemeinderat stimmt für eine Elternumfrage
Andechs – Ab 2026 soll jedes Grundschulkind in Deutschland einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung haben. Michaela Eisenschmid, Gemeinderätin der Andechser Bürgergruppe und selbst Mutter einer kleinen Tochter, treibt diese Absicht um: „Wie sollen wir das machen?“ Gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Erasmus Höfler hat sie deshalb an einem Antrag gefeilt, damit die Gemeinde Andechs von der Pflichtaufgabe nicht überrannt wird. Und so stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag dafür, zumindest schon einmal die Planzahlen für das Schuljahr 2026/27 zu ermitteln.
Begeistert von der Umfrage, die der Förderverein Gymnasium Herrsching zur Ganztagsbetreuung durchgeführt hat, hatte Michaela Eisenschmid analog dazu vorgeschlagen, eine Umfrage unter den Andechser Eltern vorzunehmen – allerdings durchgeführt von einem Beratungsbüro. Der Herrschinger Förderverein hatte dies kostenfrei selbst in die Hand genommen.
Die Kommunen fühlten sich mit der Ankündigung ohne weitere Vorgaben allein gelassen, meinten Bürgermeister Georg Scheitz und sein Geschäftsleiter Michael Kuch sinngemäß. Zwar sollen Bundesmittel zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. Aber niemand wisse wann und wie viel. Auch die Modelle zur Ausführung der Ganztagsbetreuung stünden noch nicht fest. „Eigentlich wäre das Kultusministerium am Zuge, die halten aber die Füße still“, ärgerte sich auch Scheitz.
Gleichwohl wollte auch Christian Kaiser (SPD) den Antrag der Bürgergruppe unterstützen: „Ich will nicht am Ende hudeln.“ Allerdings müssten es dann auch einigermaßen korrekte Zahlen sein, fand Florian Frey (CSU). Zahlen, die möglicherweise schon aktuell an den Betreuungsangeboten der Kindergärten abzuzählen seien, ergänzte Martin Strobl (CSU). Die Kinder, die schon aktuell nachmittags länger betreut würden, seien sicher auch die Kinder, die später in der Schule eine Ganztagsbetreuung in Anspruch nähmen. Michaela Eisenschmid freute sich über diese Idee und fand auch, dass dies in das Ergebnis einfließen sollte. Sie gab aber auch zu bedenken, dass ein Planungsprozess viel Zeit erfordere – von der Abfrage bis zur Inbetriebnahme einer Einrichtung. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu starten.“
Während im Beschlussvorschlag nur vermerkt war, den Antrag zur Kenntnis zu nehmen, machten die Gemeinderäte am Dienstag Nägel mit Köpfen. Sie stimmten zu, dass die Verwaltung ein Büro mit der Elternumfrage betreuen soll. Parallel bleibt die Gemeinde in Gesprächen wegen der Ganztagsbetreuung mit der Carl-Orff-Grundschule in Andechs, mit dem Bayerischen Gemeindetag, dem Landratsamt und mit möglichen Trägern.