VonPeter Loderschließen
Mit dem Zug von Fürstenfeldbruck nach München, das geht jetzt schneller. Am Freitag wurde das neue Gleis 1 offiziell eingeweiht. Kurze Zeit später hielt auch schon der erste Zug. Komplett fertig ist der Bahnsteig trotz Eröffnung aber noch nicht.
Fürstenfeldbruck – Am Brucker Bahnhof hat am Sonntag mit Start des Winterfahrplans ein neues Zeitalter begonnen. Um 5.56 Uhr hielt erstmals eine Regionalbahn (RB) der Linie 74, die zwischen München und Buchloe verkehrt – und zwar an dem Gleis 1.
Lücke klafftam Bahnsteig
Einziger Schönheitsfehler: Dort, wo eigentlich ein Fahrstuhl den neuen Bahnsteig mit der zu den S-Bahn-Gleisen 2 und 3 führenden Unterführung verbinden soll, klafft eine Lücke. Und die wird wegen Lieferschwierigkeiten beim Aufzug-Hersteller auch bis Ende 2023 bleiben.
Weit mehr wiegt für Reisende, Ausflügler und Berufspendler, dass sie neben den im 20-Minuten-Takt fahrenden S-Bahnen jetzt auch auf stündlich verkehrende Regionalzüge ins Vorallgäu und vor allem zum Münchner Hauptbahnhof zurückgreifen können. Mit einem Zwischenstopp in Pasing benötigt der Regionalzug dafür nur 16 Minuten.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter war am Freitagabend zur symbolischen Eröffnung des 250 Meter langen Bahnsteigs, der auf 68 Meter überdacht ist, nach Bruck gekommen. Nicht mit dem Zug, aber trotzdem etwas verspätet entstieg der CSU-Politiker seiner vom Berufsverkehr ausgebremsten Dienstlimousine. Sehnsüchtig erwartet von den in der Kälte ausharrenden Ehrengästen.
Der Spatenstich hatte im Frühjahr noch bei wärmeren Temperaturen stattgefunden. Nun griff der Minister im Wintermantel zur Schere und durchschnitt gemeinsam mit Oberbürgermeister Erich Raff, Landrat Thomas Karmasin, Allings Landtagsabgeordneten Hans Friedl (FW), der Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel sowie den DB-Repräsentanten Klaus-Dieter Josel, Bernd Pfeifer und Projektleiterin Karin Hacker das symbolische rote Eröffnungsband.
In der ersten Reihe am Bahnsteig und im Mittelpunkt der Reden stand der ehemalige Landtags-Vizepräsident Reinhold Bocklet. Der Gröbenzeller CSU-Politiker im Ruhestand hatte im Dezember 2016 mit ersten Gesprächen das 4,65-Millionen-Euro-Projekt angeschoben.
Projekt ist einegute Investition
Minister Bernreiter bezeichnete die Vier-Millionen-Förderung des Freistaats als „gute Investition“ und sprach von einem weiteren Baustein des auf den Weg gebrachten Bahnausbau-Programms. „Damit wird die Metropolregion München fit für die Zukunft gemacht.“
Sechs Jahre betrug die Planungsphase und sieben Monate die Bauzeit am neuen Bahnsteig. Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn in Bayern, würdigte das im vereinbarten Zeitrahmen fertiggestellte Projekt als „gemeinsamen Erfolg“ mit dem Freistaat und der Stadt Fürstenfeldbruck. Der finanzielle Anteil der Stadt bewege sich laut Raff zwischen 100 000 und 150 000 Euro.
Während Bauarbeiter noch bis unmittelbar vor der Eröffnung werkelten, atmeten die am Bahnhof ansässigen Geschäftsbesitzer auf. Adem Celik, der kurz vor Baubeginn ein im Bahnhofsgebäude untergebrachtes Reisebüro mit Fahrkartenverkauf übernommen hatte, beklagte finanzielle Einbußen. Ebenso wie LokStation22-Gastronom Ismail Mizrak: „Es waren schwierige sieben Monate.“
Anfang nächsten Jahres bekommen sie neue Nachbarn, wenn die Bahn den im Hauptgebäude befindlichen DB-Store an neue Pächter vergeben hat. Auch die Stadt will weiterhin am Bahnhof (Raff: „Ein Schmuckstück am Eingang unserer Stadt“) aktiv bleiben und als nächstes Vorhaben das Angebot für Fahrradstellplätze verbessern.
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