VonIngrid Zeilingerschließen
Die Freien Wähler schicken Markus Droth als Kandidaten in die Oberbürgermeisterwahl am 5. März. Die Mitglieder nominierten den 56-Jährigen einstimmig. Droth will anpacken und vor allem den Dialog zur Bürgerschaft wieder aufnehmen.
Fürstenfeldbruck – „Es ist was besonderes, für das höchste Amt in der Stadt kandidieren zu dürfen“, sagte Markus Droth zu den knapp 30 Gästen im Wirtshaus Auf der Lände. Unter ihnen waren auch die noch nicht gekürte OB-Kandidatin der ÖDP, Alexa Zierl, und FW-Landtagsabgeordneter Hans Friedl, der als Wahlleiter fungierte.
Markus Droth stammt aus einer durch und durch politischen Familie. „Meine Eltern haben es uns vorgelebt“, erzählte er. Ehefrau Susanne und die Kinder Veronika und Quirin seien ebenfalls kommunalpolitisch engagiert. Das ist ihm wichtig denn: „Du kannst so ein Amt nur antreten, wenn die Familie dahinter steht.“
Berufserfahrung
Dieses Amt will Droth antreten. Ins Feld führt er seine Berufserfahrung im mittelständischen Bereich als langjähriger Geschäftsführer des Bundes der Selbstständigen und der Geschäftsleitung einer Handwerkskammer. Er bring knapp 33 Jahre Stadtratserfahrung mit – viele bei der CSU und jetzt bei den Freien Wählern. In zwölf Jahren als Jugendreferent habe er den Neubau des Jugendzentrums West, den Umzug der Subkultur in den Alten Schlachthof und den Aufbau des Stadtjugendrats mitgestaltet. „Es sind bereits einige daraus in den Stadtrat gekommen.“ Zuletzt sein Sohn Quirin.
Droth kennt Stadt und Leute, wie er sagt. Als künftiger Rathauschef will er vor allem die Kommunikation ändern – im Stadtrat und der Bürgerschaft. „Die Bürger müssen bei Projekten frühzeitig eingebunden werden.“ Kritik übte Droth an der Amtsführung von OB Erich Raff. Die Kommunikation im Stadtrat tue ihm in der Seele weh. „Da ist viel Vertrauen seitens des OB verloren gegangen.“ Der Stadtrat müsse frühzeitiger eingebunden werden, wie es am südlichen Viehmarkt passiert ist. „Der OB muss Veranstaltungen und Projekte moderieren können und die Fäden zusammen führen“, forderte Droth.
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Als Kernaufgaben sieht er den Wohnungsbau. „Jedermann muss es sich leisten können, in der Stadt zu wohnen, und nicht wegziehen müssen.“ Bezahlbarer und genossenschaftlicher Wohnungsbau seien wichtig – im Aumühlenpark, am Krebsenbach und auch am Hochfeld. Droth will die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises einbinden, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gebe es leider nicht. Gleichzeitig müsse man auch Arbeitsplätze vor Ort schaffen, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren.
Energiekonzept
Am Neubau von Amperoase und Eishalle will Droth festhalten. Er kritisierte, dass man sich noch nicht einmal ein Energiekonzept fürs Hallenbad Gedanken gemacht habe. Mit Fördermitteln müsse es möglich sein. Und für die Finanzierung der Eishalle brauche es Einnahmen – etwa durch den Bau von Windrädern durch die Stadtwerke. „Sie sind ein gefragter Partner bei solchen Projekten.“
In Zeiten, in denen Eismeister und Bademeister fehlen, brauche man bürgerschaftliches Engagement, forderte Droth. Dieses will er als Oberbürgermeister fördern. Vereine seien der Herzschlag der Gesellschaft. Die Ideen der Ehrenamtlichen müsse man weitertragen und nicht mit Mehrheiten wegstimmen. In seiner Gaststätte – dem Ameisenstüberl – sieht sich der Gastronom nah dran am Bürger. Sprechstunden brauche er nicht. Nachbarschaftliches Engagement sei auch in der Energiekrise wichtig. Er verwies auf das von ihm initiierte Bürgerprojekt Solar, über das schon 170 Mini-Photovoltaikanlagen ausgeliefert wurden. Ob die Stadt für den Notfall gerüstet sei, könne er nicht sagen.
Dass er mit 100 Prozent der Stimmen für die Wahl am 5. März aufgestellt wurde, freute Droth. Nun geht er mit einem klaren Ziel in den Wahlkampf: „Zuhören, entscheiden und anpacken und Dinge zum Wohl der Menschen umsetzen.“
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