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Weiterer Entwurf für die Fursty-Nachnutzung: Dieses Quartier punktet mit vielen Bäumen

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Der vierte Entwurf.
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Nach dem Abzug der Bundeswehr wird aus dem Fliegerhorst ein Stadtviertel. Doch wie wird es einmal aussehen? Um Anregungen zu erhalten, läuft ein städtebaulicher Wettbewerb. Fünf Entwürfe haben es in die zweite Runde geschafft – mit ganz unterschiedlichen Konzepten.

Fürstenfeldbruck – Insgesamt 19 Planungsbüros haben sich am städtebaulichen Wettbewerb für das Fliegerhorst-Areal beteiligt. Die meisten auf eigene Initiative hin. Fünf Büros hatte die Stadt im Vorfeld zum Wettbewerb eingeladen. Von ihnen erwartete man sich besonders inspirierte Entwürfe. Umso überraschender ist es, dass sich von diesem nur eines im anonymen Wettbewerb gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat, wie Konversionsmanagerin Nadja Kripgans-Noisser berichtet: Das Büro Adept aus Dänemark gehört zu den fünf gleichberechtigten Siegerentwürfen, die jetzt noch einmal überarbeitet werden.

Die Idee

Wie kaum ein anderes Planungsbüro hat sich das Team von Adept mit dem Areal beschäftigt. Das Ziel: möglichst viel Baumbestand erhalten, möglichst viel bereits versiegelte Fläche nutzen. Nicht umsonst gibt es den Arbeitstitel „Fürstenfeld Wood“. Die Rede ist von einer neuen Form des Wohnens und Arbeitens im Einklang mit Natur und Landschaft. „Es wird ganz sensibel aus dem Bestand heraus entwickelt“, erklärt Konversionsmanagerin Kripgans-Noisser. „Es wird sogar mit Gebäuden gearbeitet, die sie gar nicht hätten erhalten müssen.“

Die Bebauung

So wie den alten, nicht geschützten Bundeswehrgaragenhof, der Handwerksbetriebe beherbergen soll. Quartiersgaragen entstehen auf vorhandenen Lichtungen, damit kein Baum unnötig der Säge zum Opfer fällt. Auch der geschützte Landschaftspark rund ums Blaue Palais bleibt erhalten.

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Wie bei den anderen Entwürfen wird das Gewerbe im östlichen Bereich, Wohnen und Freizeit im Westen angesiedelt. Das vom Landkreis gewünschte Schulzentrum findet in der Alten Luftkriegsschule Platz. Das Blaue Palais soll zum Campus für technologieorientierte Unternehmen werden. Der geschützte Kilometerbau wird als Quartiersmitte mit einem Mix aus Gewerbe, Wohnen und Freizeit mit Bürgerhaus, Sportflächen und Spielplätzen gestaltet. Sogar ein Fluss soll sich durch den Landschaftsloop schlängeln.

Die Erschließung

Der Verkehr soll in einem Ring um das Stadtviertel fließen. Es ist ein Gedanke mit Charme, aber einem Makel: „Man müsste außenrum weiterentwickeln“, erklärt Konversionsmanagerin. „Denn sonst wird der Straßenbau teuer.“ Die Straße der Luftwaffe wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Das Büro denkt an einen Shared Space (gemeinschaftlicher Raum), mit Fuß- und Radverkehr. Die Frage sei allerdings, ob das wie geplant funktioniere.

Für und Wider

Die KfZ-arme Mitte und den Umgang mit dem Bestand hebt das Preisgericht in seiner Stellungnahme besonders hervor. Einzig der Shared Space mit Öffentlichem Personennahverkehr wird kritisch gesehen. Der Ort für das Schulzentrum muss in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden. Den Paradeplatz als Sportstätte zu nutzen, sei gut vorstellbar.

Ohnehin gebe es wenig Anlass für Kritik, sagt Nadja Kripgans-Noisser. Mit dieser Ausnahme: Dem Erinnerungsort für das Olympia-Attentat werde nur sehr rudimentär Rechnung getragen. Die Bebauung ist den Juroren zu dicht am Alten Tower – was die Wahrnehmung des historischen Ortes doch einschränkt. Hier wird das Planungsbüro in der zweite Runden nacharbeiten müssen.

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