Vor der Wahl 2023

Brucker Bürgervereinigung nominiert Bürgermeister-Kandidat

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Mit großer Mehrheit wurde Christian Götz (BBV) als Kandidat für die OB-Wahl 2023 gekürt.
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Jetzt ist es offiziell: Christian Götz zieht für die Brucker Bürgervereinigung (BBV) in den Wahlkampf, um am 5. März 2023 den Oberbürgermeistersessel der Großen Kreisstadt zu erobern.

Fürstenfeldbruck – In seiner Nominierungsrede übte er vor allem Kritik am amtieren OB Erich Raff.

39 Stimmen bei einer Enthaltung erhielt Christian Götz bei der öffentlichen Nominierungsveranstaltung am Donnerstagabend im Hotel Post. Er war der einzige Kandidat der BBV für die OB-Wahl. Intern hatte die Partei Götz bereits zum designierten OB-Kandidaten erklärt.

Stadt in den Genen

„Ich habe die Stadt in meinen Genen“, stellte sich der 1969 in Bruck geborene und verheiratete Götz, Vater von drei Kindern, den gut 50 Gästen im Hotel Post vor. Seit mindestens vier Generationen stamme seine Familie aus der Kreisstadt. „Das ist jetzt nicht per se ein Qualitätsmerkmal“, sagte Götz, aber es sei im Zusammenhang mit einer OB-Wahl nicht ganz unwichtig, wie man an Martin Runge seinerzeit feststellen musste, als der als OB-Kandidat in Bruck scheiterte.

Umweltplanung

Götz, der schon von 2017 bis 2020 als Zweiter Bürgermeister fungierte und seit 2014 für die BBV im Stadtrat sitzt, hat 1990 am Carl-Spitzweg-Gymnasium in Germering das Abitur gemacht. Es folgte ein Studium der Kunstpädagogik und Biologie, bevor er als Diplom-Biologe an der Uni als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Dann arbeitete er sechs Jahre lang als Lehrer für Bio und Chemie an Realschule und Gymnasium. Seit acht Jahren ist Götz in einem großen Münchner Planungsbüro in einer Umweltplanungsabteilung.

Kein Gutsherr

Mit der Frage „was macht einen guten Oberbürgermeister aus?“, eröffnete Götz seine halbstündige Wahlrede. Dabei erläuterte er anhand von drei Themenfeldern den Gästen, worauf der OB unbedingt eingehen muss. Unter den Gästen befanden sich auch die noch nicht gekürte OB-Kandidatin der ÖDP, Alexa Zierl, sowie Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer und Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Runge. Götz verknüpfte seine Vorstellungen einer zukünftigen Amtsführung mit denen des amtierenden Oberbürgermeisters Erich Raff, wobei er an dessen Amtsführung harsche Kritik übte.

Der OB sei kein Gutsherr, sondern er habe die Beschlüsse des Stadtrats umzusetzen, rügte Götz die seiner Meinung nach fehlende Zusammenarbeit zwischen OB und Stadtrat. Er selbst würde die 40 Stadträte mehr einbinden, auf Fortbildungen schicken und mehr ihre fachlichen Qualitäten nutzen wollen.

2026 wäre wieder Neuwahl

Und: Wenn er OB werde, würde er 2026 sein Amt zur Verfügung stellen. Es sei Irrsinn, Stadtratswahlen und OB-Wahlen weiterhin getrennt durchzuführen. Als „Chef der Verwaltung“ und oberster Dienstherr sollten die knapp 500 Mitarbeiter von einem OB mehr wahrgenommen und wertgeschätzt werden, so Götz. Viele seien deshalb sehr unzufrieden, habe er während seiner Zeit als Zweiter Bürgermeister feststellen können. Nur so könne er sich die große Fluktuation erklären.

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Zudem sei die Bürgerschaft das größte Feld, das ein OB zu bestellen hat, so Götz. „Die Hälfte der Brucker weiß nicht einmal wie ihr OB heißt, geschweige denn, was er macht.“ Drei Bürgerversammlungen im Jahr reichen nicht aus. „Wir brauchen eine vernünftige Bürgerbeteiligung.“ Er würde eine Stabstelle Bürgerbeteiligung und noch einen Bürgerrat einrichten.

Stadtplanung

Die Stadtplanung liege ihm besonders am Herzen. Wie man mit den Freiflächen in der Stadt umgehe, sei traurig. Man lebe in schwierigen Zeiten, Klimawandel, Corona, russischer Angriffskrieg, Inflation, Energiekrise – eine Kommune könne nicht viel dagegen tun, so Götz. „Wir können aber unsere direkte Lebensumwelt so gestalten, dass es den Leuten, die hier leben, besser geht und sie sich wohlfühlen.“

Auf seine Wahlkampfstrategie wollte Götz nicht eingehen. „Ich lass mir doch nicht meine Ideen von den anderen klauen. Wenn ihr alle wollt, dass ich euer OB werde, dann brauche ich eure Unterstützung. Allein werde ich gar nichts.“

Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für Götz, dass die BBV ihre Veranstaltung im Hotel Post abhielt, wo 2013 auch Klaus Pleil nominiert wurde. Er gewann 2014 die Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Andreas Lohde und zog ins Brucker Rathaus ein.

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