VonLisa Fischerschließen
Kein Scherz: Wer sein Elektroauto lädt, parkt in Fürstenfeldbruck ab dem 1. April kostenlos. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau hat eine entsprechende Änderung der Parkgebührenverordnung beschlossen.
Fürstenfeldbruck – Vor sieben Jahren hatte der Verkehrsausschuss beschlossen, an mehren Stellen in der Stadt Parkplätze für Elektrofahrzeuge auszuweisen. An insgesamt sieben Standorten – am Bahnhof Buchenau, Bahnhof Fürstenfeldbruck, Viehmarktplatz, am Parkplatz Julie-Mayr-Straße, am Rathaus sowie in der Kirch- und Hauptstraße wurde im Jahr 2016 jeweils ein Parkplatz ohne Ladestation für E-Fahrzeuge ausgeschildert. Das bedeutet: Der Parkplatz ist für E-Autos dauerhaft reserviert.
Elektroauto laden und kostenlos parken
Hinzu kamen in den Jahren 2019 bis 2021 weitere 14 Parkplätze samt Ladestationen, zum Beispiel am Engelsberg (eine Ladesäule mit zwei Ladeplätzen) und an der Dachauer Straße (Parkplatz Ecke Feuerhausstraße, eine Ladesäule mit zwei Parkplätzen). Geplant beziehungsweise installiert werden weitere Standorte, wie Am Einfang, in der Kirchstraße (Parkplatz Ecke Schulweg) und am Parkplatz Waldfriedhof. Insgesamt will die Stadt hier bis Ende des Jahres sechs Ladesäulen mit zwölf Parkplätzen schaffen.
E-Mobilität fördern: Vorher zahlten Autofahrer doppelt
Doch bei zukünftigen Ladestationen wie auf dem Parkplatz an der Kirchstraße beziehungsweise bei der bestehenden an der Dachauer Straße/Feuerhausstraße stieß die Straßenverkehrsbehörde der Stadt auf ein Problem: Nach der aktuellen Parkgebührenordnung zahlt jeder, der dort sein Auto parkt – ob an der Ladesäule oder nicht. Der Fahrzeugführer muss somit zusätzlich zu den Ladekosten auch ein Parkticket ziehen. Im Sinne der Förderung der E-Mobilität müsse man das ändern, sagte Birgit Thron, Leiterin der Straßenverkehrsbehörde.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)
Martin Kellerer (CSU) befürwortete die Änderung. „Wir brauchen weiter Anreize, dass man sich ein E-Auto kauft.“ Als im Jahr 2016 die für E-Autos reservierten Plätze in Bruck geschaffen wurden, seien gerade einmal 17 Elektrofahrzeuge in der Stadt gemeldet gewesen, so Kellerer. Heute seien es deutlich mehr. 385 Elektro-Autos und 245 Fahrzeuge mit Plug-In-Hybrid-Antrieb waren im Januar in der Stadt zugelassen, teilt das Landratsamt auf Tagblatt-Nachfrage mit.
Bürgermeister fordert Höchstparkdauer: E-Autos könnten sonst Parkplätze blockieren
Vor einem warnte Kellerer jedoch: Man sollte die zukünftig gebührenfreien Parkplätze nicht einfach so kostenfrei machen. „Sonst werden die von E-Autos geblockt ohne, dass jemand lädt.“ OB Erich Raff (CSU) schlug vor, dass Verkehrsschilder an den Ladesäulen anzubringen, mit dem Hinweis „bei Ladevorgang, maximal vier Stunden“. Das Gremium folgte geschlossen dem Vorschlag der Verwaltung, die Parkgebührenordnung zu ändern. Nun entscheidet darüber noch der Stadtrat.
Des Weiteren werden alle sieben einzelnen E-Auto-Parkplätze aus dem Jahr 2016 nach und nach mit einer Ladestation ausgestattet, ohne dass dort ein weiterer Platz für E-Fahrzeuge geschaffen wird. „Im Jahr 2026 läuft das sowieso aus, dass man reine Elektro-Parkplätze ohne Ladesäule vorhält“, erklärte Birgit Thron.
Das kosten die städtischen Parkplätze
In der „Verordnung über Parkgebühren“ hat die Stadt festgelegt, auf welchen Plätzen Parkgebühren erhoben werden und in welcher Höhe. Die Regelung gilt seit der letzten Änderung und trat am 1. März 2018 in Kraft. In Bereichen, in denen der Parkschein verlangt wird, zahlen Benutzer 0,50 Euro (Parkgebührenzone I) oder 0,25 Euro (Zone II) je angefangene halbe Stunde. Die erste Stunde Parken ist hier gebührenfrei. Auf dem Volksfestplatz, der der Parkgebührenzone II zugeordnet ist, können Autofahrer alternativ ein Parkticket für einen Euro pro Tag lösen.
Auf dem Parkplatz am Pucher Meer gibt es (zwischen 8 und 18 Uhr) von 1. Mai bis 20 September eine Tagespauschale für zwei Euro, von 1. Oktober bis 30 April kostet das Tagesticket einen Euro. Die erste Stunde ist auch hier umsonst.
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.
