Nach Einsturz im italienischen Genua

Fürstenfeldbrucker Amperbrücke unter laufender Beobachtung

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Mit Spezialgerät haben Spezialisten die Amperbrücke im vergangenen Jahr untersucht. Das Ergebnis: Das Bauwerk muss abgerissen werden.

Die Amperbrücke gehört zu den marodesten Bauwerken ihrer Art in Deutschland. Bei einer Überprüfung bekam sie die schlechtestmögliche Bewertung. Ein Zusammenbruch wie in Genua sei aber nicht zu erwarten, teilen die zuständigen Behörden mit.

Fürstenfeldbruck – Dass die Brücke marode ist, ist seit langem bekannt. Wie schlecht es tatsächlich um das Bauwerk steht, kam bei einer Überprüfung jüngst zu Tage. Das Ergebnis: Die denkmalgeschützte Brücke aus dem Jahr 1909 muss abgerissen und neu errichtet werden. Doch das zieht sich. Das Staatliche Bauamt in Freising rechnet frühestens 2021 mit dem Baubeginn. Bis dahin muss die Brücke noch in Schuss gehalten werden. Die nötige Sanierung soll im Frühjahr 2019 erfolgen.

Regelmäßige Prüfungen

Dass die Brücke plötzlich kollabiert, wie am Dienstag im italienischen Genua geschehen, hält die Behörde für ausgeschlossen. Die vom Staatlichen Bauamt betreuten Brücken würden gemäß einer DIN-Richtlinie einer regelmäßigen Prüfung unterzogen: „Alle sechs Jahre werden die Bauwerke im Rahmen einer Hauptprüfung handnah und alle drei Jahre im Rahmen einer einfachen Prüfung geprüft sowie mindestens einmal im Jahr einer Besichtigung unterzogen“, teilt die Behörde mit. Darüber hinaus unterlägen alle Brücken einer laufenden Beobachtung durch die Straßenmeisterei.

Nach außergewöhnlichen Ereignissen, etwa schweren Unfällen oder Unwettern, würden die betroffenen Bauwerke anlassbezogen einer Sonderprüfung unterzogen. Bei bestimmten Brücken hat das Staatliche Bauamt aufgrund deren Alter oder des derzeitigen Bauzustands Sonderregelungen getroffen.

So gebe es in diesem Fall anstelle der alle drei Jahre vorgeschriebenen einfachen Brückenprüfung eine Hauptprüfung oder bestimmte Brücken würden einer jährlichen Hauptuntersuchung unterzogen.

„So wird gewährleistet, dass Sanierungsbedarf frühzeitig erkannt wird und die erforderlichen Sanierungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen dementsprechend ergriffen und umgesetzt werden“, so die Behörde.

Auch das Landratsamt überprüft die 22 Brücken auf Kreisstraßen, für die die Behörde zuständig ist, regelmäßig. Ab Note 3 besteht Handlungsbedarf – wie bei der Bahnbrücke Nannhofen, die derzeit saniert wird. Die anderen Brücken haben mindestens die Note 2,5 – die Schweinbach-Brücke im Gemeindegebiet Egenhofen sogar eine 1. (tog/st)

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