VonAdriano D'Adamoschließen
Fürth konnte die Population der Asiatischen Tigermücke in der eigenen Stadt eindämmen. Dennoch breitet sie sich in Europa weiter aus.
Fürth – Zika-Virus, Gelbfieber und das Dengue-Fieber. Die Asiatische Tigermücke kann die Erreger dieser Krankheiten von einer infizierten Person auf einen gesunden Menschen übertragen. Für die Mücke gibt es jedoch keinen Platz in Fürth. Die Stadt, genauso wie die bayerische Landeshauptstadt München, sagte der Mückenart den Kampf an, um eine flächendeckende Ausbreitung zu verhindern – mit Erfolg.
Die Tigermücken betreiben sogenannte Stechreihen. Sie hören auf zu saugen und fliegen weiter. Das kann entweder eine andere Stelle bei derselben oder einer anderen Person sein, die sich in der Nähe befindet. Die Biologin Silke Göttler warnt im Gespräch mit BR24, dass das die Tigermücke so gefährlich macht, weil sie mehrere Menschen während einer Blutmahlzeit stechen kann.
Population der Mücken geht in Fürth zurück: Maßnahmen haben geholfen
Seit 2020 dokumentiert Göttler das Vorkommen der Tigermücke in der Fürther Südstadt. Alle zwei Wochen kontrolliert sie in Hecken und Büsche ihre Mückenfallen. „Als wir angefangen haben, haben wir in einem Fangbeutel über 20 Tigermücken gehabt, heute habe ich in diesem Fangbeutel eine Tigermücke – man sieht schon, dass es deutlich zurückgegangen ist“, erklärt sie BR24.
Dennoch hört der Kampf gegen die Tigermücke nicht auf. Städtische Schädlingsbekämpfer kontrollieren unter anderem Abwasserschächte nach Mückenlarven. Wie BR24 berichtet, geben sie gegebenenfalls ein Mittel zur biologischen Schädlingsbekämpfung hinzu, das aus einem Eiweißkristall besteht und Mückenlarven tötet.
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Tigermücke kam bereits in Südeuropa und Frankreich vor: Wasser lockt sie an
Die Schädlingsbekämpfer untersuchen auch private Gärten nach der Mücke, denn dort werden die Stechtiere besonders von Wasserstellen angelockt. Dennoch mag es die Asiatische Tigermücke warm und trocken, weil sich ihre Larven so schneller entwickeln können. Die Gartenbesitzer können bei der Bekämpfung mithelfen. „Die Leute können uns gut unterstützen, wenn die Gärten schön aufgeräumt sind, keine Wasserquellen im Weg stehen wie kleine Wassereimer, Untertöpfe von Pflanzen – wenn das alles ohne Wasser wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit schon deutlich geringer, dass sich Mücken entwickeln können“, erklärt Nico Jakob von den Schädlingsbekämpfern BR24.
Dank einer konsequenten Schädlingsbekämpfung und Überwachung konnte die Population der Asiatischen Tigermücke in Fürth zurückgedrängt werden. Dennoch gehen Experten davon aus, dass sie auf Dauer in Bayern bleiben und sich ausbreiten könnte. Die Mücke wurde bereits in Südeuropa und Frankreich nachgewiesen.
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