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Großer Andrang herrschte am Sonntag beim Kurparkfest in Bad Tölz. Dort gab es eine ganze Reihe von Höhepunkten.
Bad Tölz – Die „Cosmic Artists“ wirbelten auf einem Trampolin durch die Luft, die Monaco Bigband brachte die gut 300 Zuhörer zum Mitsingen, und der Tanzsportclub verblüffte mit einer Bauchtanz-Vorführung. Richtig erstaunlich war aber der Schlusspunkt des Tages: Eine aufwändige und spektakuläre Laser-Feuershow, wie man sie nur höchst selten sieht.
Bei Jubiläen ist es nicht unüblich, dass der Abschluss mit einem Feuerwerk gefeiert wird. Ein solches Feuerwerk wäre allerdings ein wenig fragwürdig, wenn – wie in Bad Tölz – ausgerecht das Jubiläum „50 Jahre Heilklimatischer Kurort“ gefeiert wird. Dieses Prädikat besagt, dass die Luft noch besser ist als beispielsweise in einem Luftkurort. Und so beschloss die stellervertretende Tourismus-Direktorin Susanne Frey-Allgaier, auf ein Feuerwerk zu verzichten. Stattdessen fiel die Wahl auf die Laser-Feuershow von „Fantomes de Flammes“. Fabian Geyrhalter und Sara Lang ließen die Funken fliegen, trommelten auf Tonnen, während Flammen in die Höhe schossen. Sie wirbelten mit funkensprühende Feuerseilen, jonglierten, verbogen ihre Körper bei Akrobatik-Übungen und ließen bunte, beleuchtete Hula-Hoop-Reifen kreisen. Ganz nebenbei sorgte Andreas Jürgens für eine Lasershow, die alleine schon sehenswert gewesen wäre.
Die Idee, eine eigene Feuershow aufzuziehen, kam Lang und Geyrhalter vor zehn Jahren, als sie über einen Mittelalter-Markt schlenderten: „Wir haben gesehen, dass Leute mit Feuer jonglieren und wollten da auch machen – und noch besser.“ Erst traten die beiden im Familienkreis auf, dann bei Geburtstagen und Firmenfeiern. Mittlerweile können die beiden davon leben. „Es ist ein Knochenjob“, sagt Geyrhalter. „Der Aufbau hat zehn Stunden gedauert, der Abbau dauert vier Stunden.“ Und wie sieht es mit dem Risiko aus? „Verbrennungen gehören dazu wie Knöchelverletzungen bei Fußballern.“ Was Größeres sei ihm allerdings beim Jonglieren noch nie passiert: „Beim Kochen verbrenne ich mich häufiger.“
Hochgeschwindigkeits-Trampolin-Show begeistert
Während die Show der Augsburger rund 20 Minuten dauerte, setzten die Künstler von „Cosmic Arists“ aus Berlin auf Kurzarbeit. Ihre Hochgeschwindigkeits-Trampolin-Show begann um 17:24 Uhr, um 17:27 war schon wieder alles vorbei. Etliche Zuschauer hatten nicht rechtzeitig registriert, dass da etwas im Gange ist und kamen zu spät. Sie haben etwas versäumt: Die Cosmic Artists stürzten von einer Holzwand mit Öffnungen herunter, wirbelten hoch in Luft, schlugen Saltos und marschierten senkrechte Wände hoch. Eine Show mit höchstem Tempo und höchster Intensität.
Doch auch die heimischen Vereine bekamen die Gelegenheit, sich zu präsentierten. Die Stadtkapelle und Künstler der Musikschule traten auf, beim Trachtenverein freuten sich einige Kinder über den ersten Auftritt ihres Lebens, und beim Tanzsportclub waren von den Anfängern bis zu den „Profis“ alle Leistungsklassen vertreten.
Gibt‘s eine Wiederholung? Eher nicht
Mit dem Ablauf des Jubiläumsfests ist Frey-Allgaier rundherum zufrieden: „Die Stimmung war sehr gut, das Kinderprogramm ist sehr gut angenommen worden, es waren viele Familien da.“ Der Zuspruch sei – auch aufgrund des grandiosen Sommerwetters – deutlich größer gewesen als erwartet. Besucherzahlen konnte sie allerdings nicht liefern. Alleine auf der Kurhaus-Terrasse alleine hätten 250 Leute Platz, und die sei in mehreren Durchläufen immer gut gefüllt gewesen.
Ob es eine Wiederholung gibt? Frey-Allgaier verneint. „Mir schwebt was Neues vor, aber der Gedanke ist noch zu unausgegoren.“ Sie könnte sich beispielsweise eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmerverein „Wir für Tölz“ vorstellen.
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