Gerücht über Polizeieinsatz

Protestcamp der G7-Gegner: Wird der Zeltplatz geschlossen?

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So überschaubar war einmal: Der Zeltplatz der G7-Gegner an der Loisach wird voller und voller. Möglicherweise steht ein Polizeieinsatz bevor.

Garmisch-Partenkirchen - Das Protestcamp der G7-Gegner an der Loisach füllt sich zunehmend. Eine Alternative: Gibt es noch nicht. Nun kursiert das Gerücht, dass ein Polizeieinsatz bevorsteht.

Sie kommen per Zug, per Auto, laufen barfuß und mit Rucksäcken bepackt durch Garmisch-Partenkirchen: Immer mehr Gipfel-Gegner erreichen das Protest-Camp an der Loisach. Dort wird es langsam eng. „Viel Platz ist nicht mehr“, sagt Lager-Sprecher Georg Ismael. Deshalb geht im Lager das Gerücht um, dass ein Polizeieinsatz bevorsteht. Dass der Zeltplatz geschlossen wird.

In der Tat: Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ist über den Stand der Dinge bestens im Bilde, lässt sich stündlich informieren. „Derzeit halten sich ungefähr 700 Personen im Camp auf“, erklärt sie am Freitagnachmittag mit Blick auf das Urteil des Verwaltungsgerichts. Das besagt, dass auch 1100 G7-Gegner sich im Camp aufhalten dürfen. Dann ist aber Schluss. „Ich glaube nicht, dass heute noch etwas passiert“, meint Meierhofer. „Ich rechne damit frühestens morgen Vormittag.“ Was dann passiert, ließ sie jedoch offen. „Dann müssen wir uns überlegen, wie wir reagieren. Wir sind in ständigem Kontakt mit der Polizei.“

Polizei: G7-Gegner verhalten sich nicht kooperativ

Benjamin Ruß, Sprecher des Aktionsbündnisses „Stop G7, forderte die Politik auf, sich Gedanken zu machen und eine Lösung zu finden. Denn notfalls wollen die Gipfel-Gegner auch wild zelten. Reicht der Platz im Lager nicht aus, „dann müssen wir die Kundgebungsplätze, die wir angemeldet haben, als Rückzugsorte für die Menschen benutzen, dort eventuell auch Zelte aufbauen“, sagt Ruß. Man werde „dort beten und meditieren – weil schlafen darf man ja in Deutschland auf einer Kundgebungsfläche nicht“.

Hans-Peter Kammerer vom G7-Planungsstab der Polizei kündigte wiederum an, „die Lage zu bewerten und dann Maßnahmen ergreifen“. Seinen Worten nach verhalten sich die G7-Gegner im Moment nicht kooperativ. Sie würden den Einheimischen in Garmisch-Partenkirchen nicht mehr so freundlich begegnen wie am Anfang. Die Stimmung habe sich etwas gedreht.

So sieht es im Protestcamp aus

Für solche Aussagen hat Ismael nur ein müdes Lächeln übrig. „Stimmt überhaupt nicht.“ Donnerstagabend seien weit mehr als 100 Besucher im Lager gewesen, hätten sich informiert und gut unterhalten – auch dann noch, als viele Bewohner schon schliefen. Ganze Bleche voll Kuchen würden von einem Bäcker gebracht. Die Stimmung sei bestens. Daran ändere auch die ständige Polizei-Präsenz nichts. Was von deren Sprecher Kammerer zurückgewiesen wurde, war ein anderes Gerücht: Es stimme nicht, dass ein Wasserwerfer vor dem Camp aufgezogen ist. Dieser sei nur auf dem Weg zu seinem neuen Standplatz gewesen.

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prei/nah/dpa

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