Polizei muss Sitzblockade auflösen

Festnahmen bei G7-Protest nahe Schloss Elmau - heftige Kritik an Auflagen: „Absolut entwürdigend“

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50 Demonstranten durften in Sichtweite von Schloss Elmau, dem Tagungsort des G7-Gipfels, demonstrieren. Die Umstände sorgen für Kritik.

Elmau – Es war von Anfang an keine klassische Demo. Die 50 erlaubten Demonstranten wurden mit Polizeibussen in die Nähe, will heißen 500 Meter vom Schloss Elmau, gefahren. Ein Transportmittel also, mit dem Demonstranten höchstens von einer Demo abtransportiert werden und nicht hingefahren werden.

Beim G7-Gipfel in Elmau ist aber alles anders, die Sicherheit der G7-Teilnehmer hat oberste Priorität. Darunter leidet nun auch das demokratische Recht auf Demonstration, so die Kritik der Organisatoren.

G7-Gipfel in Elmau: Demo „eine Farce“ – Kritik vom Organisator

Aus Sicherheitsgründen durften die 50 Demonstranten (mehr Teilnehmer waren nicht erlaubt) nicht näher als in Sichtweite, also 500 Meter vom Schloss Elmau entfernt. Für die G7-Kritiker war es aber besonders wichtig, in Sicht- und Rufweite des Tagungsortes zu sein. 200 Meter näher ran an das Schloss wollten sie, legten beim Verwaltungsgericht München, dann beim Verwaltungsgerichtshof und schließlich beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde ein – umsonst.

Franz Haslbeck, Organisator der Demo, übte im Nachhinein heftige Kritik an den auferlegten Umständen. „500 Meter Entfernung - da sieht man das Schloss und sonst ist da nichts“. Der Ort für ihre Demo „war in einer komplett toten Ecke, im Rinnsal bei den Steinen“. Mit Blick auf das Demonstrationsrecht schoss Haslbeck gegen die Auflagen: „Es war absolut entwürdigend für die Demokratie, es war eine Farce sondersgleichen.“ Die entscheidende „Ruf- und Sichtweite“ habe man ihnen „gestohlen“.

G7-Gipfel in Elmau: Als Großdemo geplant, doch nur wenige sind da – der Protestzug in Bildern

In Garmisch-Partenkirchen hat die Großdemo gegen den G7-Gipfel begonnen.
In Garmisch-Partenkirchen hat die Großdemo gegen den G7-Gipfel begonnen. © Daniel Quero Espino
Die Anzahl der Teilnehmer bei der G7-Demo in Garmisch-Partenkirchen ist überschaubar.
Die Anzahl der Teilnehmer bei der G7-Demo in Garmisch-Partenkirchen ist überschaubar. © Daniel Quero Espino
Aktivisten bereiten sich mit Bannern auf dem Marsch durch den Markt Garmisch-Partenkirchen vor.
Aktivisten bereiten sich mit Bannern auf den Marsch durch den Markt Garmisch-Partenkirchen vor. © Daniel Quero Espino
Verschiedene Organisationen sind bei der Demo gegen den G7-Gipfel in Garmisch-Partenkirchen vertreten.
Verschiedene Organisationen sind bei der Demo gegen den G7-Gipfel in Garmisch-Partenkirchen vertreten. © Daniel Quero Espino
„Für das Leben statt G7“ ist auf einem der Banner bei der Demo in Garmisch-Partenkirchen zu lesen.
„Für das Leben statt G7“ ist auf einem der Banner bei der Demo in Garmisch-Partenkirchen zu lesen. © Daniel Quero Espino
Mehrere Aktivisten bei der G7-Demo tragen zusammen ein riesiges Banner.
Mehrere Aktivisten bei der G7-Demo tragen zusammen ein riesiges Banner. © Daniel Quero Espino
Mit selbstgebastelten Schildern haben sich die Demonstranten von „Stop G7 Elmau“ ausgestattet.
Mit selbstgebastelten Schildern haben sich die Demonstranten von „Stop G7 Elmau“ ausgestattet. © Daniel Quero Espino
Einmal quer durch Garmisch-Partenkirchen verläuft die Route des Demonstrationszugs gegen G7.
Einmal quer durch Garmisch-Partenkirchen verläuft die Route des Demonstrationszugs gegen G7. © Daniel Quero Espino
Nicht nur in Deutsch und Englisch sind die Banner verfasst. Auch spanische Schriftzüge sind in der Menge zu lesen.
Nicht nur in Deutsch und Englisch sind die Banner verfasst. Auch spanische Schriftzüge sind in der Menge zu lesen. © Daniel Quero Espino
Neben der Demonstration der G7-Gegner in Garmisch-Partenkirchen demonstrierte Oxam mit Verkleidungen und Darstellungen für einen besseren Klimaschutz.
Neben der Demonstration der G7-Gegner in Garmisch-Partenkirchen demonstrierte Oxfam mit Verkleidungen und Darstellungen für einen besseren Klimaschutz. © Daniel Quero Espino
„Brave movement“ hat in Garmisch-Partenkirchen im Rahmen des G7-Gipfels eine Karikatur aufgestellt.
„Brave movement“ hat in Garmisch-Partenkirchen im Rahmen des G7-Gipfels eine Karikatur aufgestellt. © Daniel Quero Espino
Der Zug der G7-Demo marschiert einmal vom Bahnhof durch Garmisch-Partenkirchen und wieder zum Bahnhof.
Der Zug der G7-Demo marschiert einmal vom Bahnhof durch Garmisch-Partenkirchen und wieder zum Bahnhof. © Daniel Quero Espina
Das Bündnis „Stop G7 Elmau“ fordert globale Gerechtigkeit. „Klima schützen, statt aufrüsten“ ist auf dem Banner zu lesen.
Das Bündnis „Stop G7 Elmau“ fordert globale Gerechtigkeit. „Klima schützen, statt aufrüsten“ ist auf dem Banner zu lesen. © Daniel Quero Espino
Die Aktivisten des Bündnis „Stop G7 Elmau“ haben bei der Demo zahlreiche Banner dabei.
Die Aktivisten des Bündnis „Stop G7 Elmau“ haben bei der Demo zahlreiche Banner dabei. © Daniel Quero Espina
Am Rande der G7-Demo in Garmisch-Partenkirchen gibt Bürgermeisterin Elisabeth Koch ein Interview dem BR.
Am Rande der G7-Demo in Garmisch-Partenkirchen gibt Bürgermeisterin Elisabeth Koch ein Interview dem BR. © Daniel Quero Espino

G7-Gipfel in Elmau: Polizei geht gegen Sitzblockade vor – sechs Demonstranten festgenommen

Die Ablehnung der Demo-Anträge, näher an das Schloss zu dürfen, lehnten die Gerichte aus Sicherheitsbedenken ab. In der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes hieß es, es sei unangebracht, eine „Verschärfung der Sicherheitslage“ zu riskieren.

Nachdem sich einige Demonstranten auf die Straße geschmissen hatten, wurden sie von Polizisten weggetragen.

Gen Ende der Demo hin wurden mehrere Demonstranten von der Polizei weggebracht. Sie hatten sich auf die Straße gesetzt, wodurch Rettungswege blockiert worden seien, so die Polizei. Polizeisprecherin Carolin Englert zufolge habe man die Sitzblockade daher auflösen müssen. Bis dahin sei alles friedlich verlaufen. Gegen sechs Demonstranten laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung oder der versuchten Nötigung. (fhz)

Rubriklistenbild: © Josef Hornsteiner

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