Zu großen Teilen musste der Bau des Kramertunnels eingestellt werden. Der Fortschritt verschiebt sich somit nach hinten.
Garmisch-Partenkirchen – Das Corona-Virus und seine Folgen: Da Mitarbeiter der Baufirmen in ihren Heimatländern festsitzen, musste am Montag der Bau des Kramertunnels in Garmisch-Partenkirchen zu großen Teilen eingestellt werden. Es erfolgen keine Sprengungen mehr am Nordende des Tunnels. Es droht sogar ein kompletter Stopp. „Der Baufortschritt ist eingeschränkt, es verschiebt sich alles nach hinten. Die Bauzeit verzögert sich“, betont Werner Hüntelmann vom Staatlichen Bauamt in Weilheim. Geplant war die Eröffnung der 5,6 Kilometer langen West-Umfahrung Garmisch-Partenkirchens für das Jahr 2024. Wie sich die Entwicklung aktuell auswirken, dann der Experte aber noch nicht abschätzen.
Was fehlt, sind die Arbeitskräfte. Am Nordportal am Wiedlegraben geht nichts mehr. Die Mitarbeiter der Fachfirmen, die zum Großteil aus Polen, Tschechien, Slowenien und Österreich kommen, dürfen wegen der Corona-Krise nicht mehr nach Deutschland einreisen.
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An den Brücken geht nichts mehr
Das Problem entsteht, da die Tunnelbauer im Dekadenbetrieb beschäftigt sind. Das heißt, sie arbeiten zehn Tage am Stück und fahren dann in ihre Heimatländer. „Jetzt haben sie keine Einreisemöglichkeit mehr“, sagt Hüntelmann, der Sachgebietsleiter Planung und Bau in der Behörde. Für den Tunnelvortrieb am Nordportal sind nach seiner Schätzung mehrere Dutzend Männer eingespannt, denen das Staatliche Bauamt bestätigt habe, dass sie für die Behörde arbeiten. Dennoch kommen sie nicht nach Deutschland. Hüntelmann vermutet, dass die ausländischen Firmen interne Einschränkungen oder die jeweiligen Länder die Reisemöglichkeiten reduziert haben. Wie es weitergeht, vermag er nicht zu sagen. „Wir haben es nicht in der Hand, wir müssen abwarten, wie es mit dem Virus weitergeht.“
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Ein Baustopp wurde am Montag auch bei den drei Brücken des Großprojekts verhängt. Dort sind vornehmlich österreichische Firmen am Werk. Normalerweise sind dort bis zu 20 Tunnelbauer im Einsatz. „Jetzt geht es auch dort nur noch mit reduzierter Mannschaft“, betont Hüntelmann. Wie lange der Betrieb dort grundsätzlich noch läuft, ist somit ebenfalls unklar.
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Alexander Kraus