Folgen der Coronakrise

Fehlende Spenden: Tafeln müssen Betrieb einstellen

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Die Tafel in Garmisch-Partenkirchen: Dort sind momentan keine Lebensmittel erhältlich.
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Die vier Tafeln im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind derzeit geschlossen. Der Grund: Sie bekommen keine Waren mehr.

Landkreis – Sie würden gern helfen, die Ehrenamtlichen, die bei den Tafeln im Landkreis tätig sind. Sie würden gern an Menschen mit kleinem Geldbeutel Brot, Obst, Gemüse und Milchprodukte ausgeben. Doch das geht momentan nicht. Die vier Tafeln im Landkreis sind derzeit geschlossen, weil sie keine Ware von Supermärkten, Bäckern und anderen Läden mehr erhalten. Koordinator Jochem Rollar führt dies auf die Hamsterkäufe zurück. Der Grainauer bedauert diese Entwicklung. „Es tut mir leid. Aber wir können nur ausgeben, was wir gespendet bekommen.“

Tafeln versorgen rund 1000 Menschen

Die Ausgabestelle in Garmisch-Partenkirchen war am vergangenen Freitag erstmals zu, seit Montag sind die Außenposten Oberammergau, Murnau und Mittenwald nicht mehr geöffnet. Die vier Tafeln versorgen im Landkreis insgesamt rund 1000 Menschen. Frauen und Männer, die nicht aus dem Haus kommen, beliefern die Ehrenamtlichen allerdings weiter mit Lebensmitteln. „Das wollen wir auch nicht aufgeben“, betont Rollar.

Grenzwertige Kommentare

Als „brutal schwierig“ beschreibt Andrea Kaisersberger die Situation. Die Garmisch-Partenkirchnerin ist für die Logistik zuständig. Was ihr aufstößt ist sind Kommentare, die teilweise auf Facebook veröffentlicht werden. Man würde bedürftige Leute hungern lassen, werde den Tafeln vorgehalten, „und was wir überhaupt für Menschen sind. Das geht teilweise unter die Gürtellinie“, klagt Kaisersberger. Sie betont: „Wir können nichts dafür.“ Es sei schwierig, dies den Leuten begreiflich zu machen.

Ehrenamtliche müssen geschützt werden

Was dazu kommt: Die Ehrenamtlichen sind überwiegend Rentner. „Die müssen wir auch schützen.“ Nämlich vor dem Coronavirus. Ältere Menschen sind besonders gefährdet. Drei Angestellte arbeiten auf 450-Euro-Basis. Voll ausgelastet sind sie momentan logischerweise nicht. Rollar ist seit zwölf Jahren bei der Tafel dabei. Seit sechs Jahren ist er Koordinator. „Aber so eine Situation gab es noch nie.“ Die Tafel in Garmisch-Partenkirchen ist am Freitag, 20. März, noch zu. Rollar hofft, die Ausgabestelle am Freitag, 27. März, wieder öffnen zu können. 

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