CSU-Mitglieder müssen sie noch offiziell aufstellen

Die Entscheidung steht: Koch will für das Bürgermeisteramt in Garmisch-Partenkirchen kandidieren

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Vertritt ihre Meinung: Elisabeth Koch (CSU).
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Die Katze ist aus dem Sack: CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch kandidiert bei den Kommunalwahlen 2020 für das Bürgermeisteramt von Garmisch-Partenkirchen.

Update, 27. März: Am 29. März ist Stichwahl in mehreren Kommunen im Landkreis. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen lesen Sie hier live im Wahl-Ticker für die Region Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkichen – Damit gerechnet hatte ein jeder, der mit dem Politbetrieb in Garmisch-Partenkirchen vertraut ist. Jetzt ist es offiziell. Elisabeth Koch (56) will bei der Kommunalwahl im März 2020 für das Bürgermeisteramt in Garmisch-Partenkirchen kandidieren und versuchen, das Rathaus, das derzeit mit der SPD-Frau Dr. Sigrid Meierhofer besetzt ist, für die CSU zurückzuerobern. „2008 war die Zeit nicht reif, 2014 auch nicht. Jetzt ist sie es“, sagt Koch, die als Anwältin arbeitet. In der vergangenen Woche, bei einer Vorstandssitzung, hat Ortschef Claus Gefrörer den innersten Führungszirkel der Christsozialen über die Absicht der Fraktionsvorsitzenden informiert, dass sie antritt. Koch konnte dies nicht selbst tun, da sie beruflich verhindert war. Ihre Bewerbung müssen die Mitglieder bei der Aufstellungsversammlung, die Koch zufolge im September sein soll, absegnen. Das dürfte nur Formsache sein, denn mit einem Gegenkandidaten rechnet aktuell niemand. „Aber vielleicht kommt noch einer“, sagt Koch.

Ihren Schritt, das wichtigste Amt anzustreben, das der Markt Garmisch-Partenkirchen zu vergeben hat, hat sie sich gut überlegt. Ihr Entschluss ist das Ergebnis ständigen Hinterfragens, Zweifelns, Abwägens und Grübelns. Den Ausschlag, das Wagnis einzugehen, gaben offenbar die Aufforderungen und der Zuspruch, den sie aus der Bevölkerung erhielt „und meine Liebe zum Ort“. Viele Bürger hätten sie gedrängt, ihren Hut in den Ring zu werfen. „Ich bin viel zu Fuß unterwegs. Überall bin ich angesprochen worden“, sagt sie.

Alle Kandidaten im Überblick

Koch glaubt, dass Garmisch-Partenkirchen viele Baustellen hat, die es zu bearbeiten gilt. Der fast 28 000 Einwohner zählende Ort, dessen Hauptstandbeine der Tourismus und die Gesundheit sind, werde „zunehmend vernachlässigt. Es fehlen einfach tätige Hände“. Als Beispiele nennt sie die Blumeninseln, in denen Brennnesseln wachsen, die Schlaglochstraßen und die Wanderwege. Ihr Vorschlag: Das Personal des Bauhofs müsse aufgestockt werden. Gleiches gelte für das Bauamt, wo zu wenige Mitarbeiter für zu viele „große Projekte“ zuständig seien. Alles Dinge, die sie der amtierenden Bürgermeisterin anlastet.

Als kritischer Geist hat sich Koch in den mehr als 20 Jahren ihres kommunalpolitischen Wirkens erwiesen. Auch als einer, der Flagge zeigt – bei Demonstrationen gegen die Rechtspopulisten der AfD und selbst gegen die eigene Partei. Als die Flüchtlingswelle 2015 auch über Garmisch-Partenkirchen schwappte, stand sie in vorderster Front und half. Und sie las den CSU-Granden die Leviten, als diese versuchten, mit einem Kurs gegen Migranten auf Stimmenfang bei erzkonservativen Wählern zu gehen. „Wir tragen das C für christlich und das S für sozial in unserem Parteinamen. Wenn diese Insignien verletzt werden, dann äußere ich mich.“

Wer wird ihre Konkurrenz?

Meist laut und vernehmlich. Sie besitzt zudem das Talent des Strippenziehens. Auch wenn das manchmal misslingt und mit Nachteilen für die CSU endet. Ein Beispiel: 2002 war sie maßgeblich daran beteiligt, Thomas Schmid, mit dem sie sich später überwarf, auf den Bürgermeister-Kandidatenschild zu heben. Schmid, der 2005 den Bürgermeisterwahlverein CSB gründete, ist die Ursache, dass die CSU seit elf Jahren am harten Brot der Opposition zu kauen hat. Es soll eine Episode bleiben, die 2020 endet.

Mit wem es Koch im Wahlkampf zu tun bekommt, steht erst in groben Zügen fest. Bündnis 90/Die Grünen haben Dr. Stephan Thiel nominiert, die FDP Martin Schröter. Die Bayernpartei verzichtet darauf, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken, beim Christlich Sozialen Bündnis (CSB), hat sich bislang niemand gefunden, nachdem Vorsitzender Andreas Wieland und Gemeinderätin Daniela Bittner abwinkten. Die Freien Wähler haben sich noch nicht erklärt. Bleibt die Amtsinhaberin. Sozialdemokratin Meierhofer hält sich bedeckt, blockt Fragen, ob sie eine zweite Periode anstrebe, konsequent ab. Zuletzt erklärte sie, sie wolle abwarten, „wen die CSU bringt“. Das steht jetzt fest. „Ich hoffe, zu ihrer Entscheidungsfindung beigetragen zu haben“, sagt Koch.

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