Grüne in München starten neuen Tram-Vorstoß: Eingleisig durch den Englischen Garten
VonSascha Karowski
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Die Grünen im Stadtrat wollen einen neuen Anlauf für die Tram durch den Englischen Garten. Eine eingleisige Trasse würde die Argumente der Gegner entkräften.
München – Die Tram durch den Englischen Garten war schon auf dem Abstellgleis: Der Freistaat hatte das Projekt im Sommer vorigen Jahres eingestellt. Zu groß sei der Eingriff in den denkmalgeschützten Park. Nun wollen die Grünen im Stadtrat einen neuen Anlauf: eingleisig! In einem Antrag wird die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) aufgefordert, ein Konzept für einen entsprechenden Betrieb zu erarbeiten.
Tram durch den Englischen Garten: Trasse soll auf 800 Metern Teil der Nordtangente werden
Die Verkehrsbetriebe hatten die Gartentram stets als Teil der Tram-Nordtangente geplant. Auf rund 800 Metern sollen Gleise zwischen der Thieme- und der Tivolistraße in München verlegt werden. Dabei können die Züge auf Oberleitungen verzichten, die Idee war, auf eine Akku-Tram zurückzugreifen. Doch auch dieser Vorschlag überzeugte den Freistaat nicht. Die Trasse lasse sich nicht ohne massive, nicht denkmalverträgliche Eingriffe realisieren, hieß es im Sommer 2024 aus dem Staatsministerium.
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Laut Grünen ließen sich die Einwände leicht entkräften, wenn man die Trambahn im Bereich des Englischen Gartens eingleisig fahren lasse. Ohnehin sei der Abschnitt zwischen Oberstjägermeisterbach und Schwabinger Bach lediglich knapp 750 Meter lang. Eine Trambahn durchquere die Strecke, je nach Geschwindigkeit, in zwei bis drei Minuten. Wartezeiten könnten durch einen klug gestalteten Fahrplan oder durch ein Ausweichgleis, zum Beispiel an der Haltestelle Chinesischer Turm, vermieden werden. So wäre ein Fünf-Minuten-Takt ohne weiteres möglich.
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Und dass für den Ausbau des Föhringer Rings fünfeinhalb Hektar Wald gerodet würden, halte man in der Staatskanzlei offensichtlich auch für kein Problem. „Aber wenn Baumerhalt tatsächlich der Hintergrund für die Blockade der Gartentram sein sollte, gibt es mit der eingleisigen Lösung nun wirklich keine Argumente mehr.“