Pläne von Union und SPD

Gastro-Steuer soll sinken: „Es geht um die breite Masse der Gesellschaft“

+
Angela Inselkammer, Dehoga-Präsidentin aus Aying.
  • schließen

Die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie soll von 19 auf sieben Prozent sinken. Im Interview spricht Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer über die Pläne einer reduzierten Gastro-Steuer.

Sieben statt 19 Prozent Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie: Diesen Plan hegt eine mögliche neue Bundesregierung aus CDU. CSU und SPD laut Sondierungspapier. Zu den Steuerplänen äußert sich Angela Inselkammer aus Aying, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands.

Sorgt die Senkung der Umsatzsteuer in spe für Aufbruchstimmung in der Branche?
Auf jeden Fall. Das Sondierungspapier ist das richtige Signal in schwierigen Zeiten. Gerade für das Gastgewerbe sind essenzielle Vorschläge enthalten: von der steuerlichen Gleichbehandlung bei Speisen über die Flexibilisierung der Arbeitszeit bis hin zu einem spürbaren Bürokratieabbau. Mit diesem Sondierungspapier können wir tatsächlich einen Aufbruch erleben – für lebendige Innenstädte und Regionen, die gastronomische Vielfalt im Land und bessere Arbeitsmarktbedingungen für alle Beteiligten. Es ist allerhöchste Zeit für echte Lösungen.
Mit welchem Effekt für die Kunden rechnen Sie?
Damit, dass die gastronomische Vielfalt in Bayern und damit unsere weltweit bekannte Wirtshauskultur eine Zukunft hat und Betriebe nicht weiter schließen müssen. Laut einer Umfrage im Dezember 2024 würden es 82 Prozent der Deutschen bedauern, wenn weitere gastronomische Betriebe schließen müssen. Das können wir mit den Punkten des Sondierungspapiers hoffentlich verhindern. Sieben Prozent Mehrwertsteuer schaffen finanzielle Spielräume für Gäste, Mitarbeiter und Investitionen.
Was sagen Sie zur Kritik von Ökonomen, dieser Gastro-Steuerbonus sei lediglich eine Begünstigung für Wohlhabende?
Die Aussagen des ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung; d. Red) sind uns bekannt. Sie spiegeln allerdings nicht die Realität wider. Im Gegenteil: Laut einer Umfrage gehen 44,4 Prozent der Menschen aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung 2024 seltener ins Restaurant. Besonders betroffen: Haushalte mit Einkommen bis 1000 Euro. Diese steuerliche Benachteiligung betrifft auch das Catering von Kantinen, Schulen, Kitas und Pfleg sowie Seniorenheimen. Es geht somit gerade nicht um Wohlhabende, sondern die breite Masse unserer Gesellschaft.

Kommentare