Sehr eng für Radler und Autofahrer: die Schwanthalerstraße.
© Markus Götzfried
Der geplante Fahrradweg in der Schwanthalerstraße in München sorgt für Unmut bei den Ladenbesitzern. Sie bangen um ihre Kundschaft.
München – Die Schwanthalerstraße im Bahnhofsviertel: Wuselig, bunt und lebendig ist es hier. Dicht nebeneinander drängen sich Shi㈠sha-Bars, Kioske, Imbisse und etliche kleine Läden. Doch seit die Stadt ihre Pläne für neue Radwege öffentlich gemacht hat, herrscht dicke Luft. Es geht um den Abschnitt der Schwanthalerstraße zwischen Sonnen- und Paul-Heyse-Straße, außerdem auch um Bereiche der Paul-Heyse-Straße selbst.
Fahrradweg-Pläne in München sorgen für Zoff in der Nachbarschaft Viele der Ladenbeteiber haben jetzt aber Angst, Kunden zu verlieren, weil Parkplätze und eine Auto-Fahrspur wegfallen sollen. Juwelier Süleyman Gelir sagt: „Die Autos haben sowieso schon keinen Platz und können nicht parken.“ Gelir berichtet: Viele seiner Kunden kommen mit dem Auto, stecken schon ohne Radweg zuerst im Stau und finden dann keinen Parkplatz. Seine Angst: Wenn jetzt noch Park- und Fahrstreifen wegfallen, könnten weniger Kunden kommen. Der Juwelier sagt: „Schauen Sie nur mal in die Fraunhoferstraße! Die mussten alle dichtmachen, weil keiner mehr hinkommt.“
Diese 25 Orte muss man als München-Touri gesehen haben – bei einem davon scheiden sich die Geister Anziehungspunkt für tausende Münchner und Touristen: Die Kaufingerstraße, die vom Stachus bis zum Marienplatz entlang geht. Ein Laden jagt hier den nächsten, Shopping-Begeisterte kommen voll auf ihre Kosten. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber Hier schlägt das Herz Münchens: Am Marienplatz. In der Mitte wacht die Mariensäule, daneben der Fischbrunnen. Prunkvoll das neue Rathaus, auch berühmt für sein Glockenspiel. © IMAGO / imagebroker Es ist das Wahrzeichen Münchens: Die Frauenkirche mit ihren zwei Türmen. Was nicht jeder weiß: Sie sind nicht gleich groß, der Nordturm ist 98,57 Meter und der Südturm 98,45 Meter hoch. Der Anblick überragt innerstädtisch alles, von fast überall sind die Zwillingstürme zu sehen. © IMAGO/Albin Schuster Feldherrnhalle und Theatinerkirche gehören wohl zu den meist fotografiertesten Anblicke der Stadt. Ein Muss also für jeden Touristen: Der Odeonsplatz. © IMAGO/Zoonar.com/SandraAlkado Der Alte Botanische Garten hat derzeit keinen guten Ruf: Kriminalität beherrscht oftmals das Bild der historischen Grünanlage, die besonders bei schönem Wetter eigentlich immer einen Besuch wert ist. Der Alte Botanische Garten hat derzeit keinen guten Ruf: Kriminalität beherrscht oftmals das Bild der historischen Grünanlage, die besonders bei schönem Wetter eigentlich immer einen Besuch wert ist. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON Die Bayerische Staatskanzlei mit Blick vom Hofgarten aus. Hier wird regiert und entschieden. Ministerpräsident Söder (CSU) hat hier seinen Arbeitsplatz. Die Bayerische Staatskanzlei mit Blick vom Hofgarten aus. Hier wird regiert und entschieden. Ministerpräsident Söder (CSU) hat hier seinen Arbeitsplatz. © IMAGO / Zoonar Hier ist München noch ursprünglich: Am Platz in der Altstadt. Das weltberühmte Hofbräuhaus ist hier, täglich pilgern Touristen aus aller Welt auf den beschaulichen Platz, der in jedem Reisebuch gelistet ist. Hier ist München noch ursprünglich: Am Platz in der Altstadt. Das weltberühmte Hofbräuhaus ist hier, täglich pilgern Touristen aus aller Welt auf den beschaulichen Platz, der in jedem Reisebuch gelistet ist. © IMAGO/imageBROKER/Dirk v. Mallinckrodt Unzählige Stände, überall Knabbereien und zu Trinken: Der Viktualienmarkt ist ein Fest für die Sinne und liegt mitten in der Stadt unmittelbar am Marienplatz. Unzählige Stände, überall Knabbereien und etwas zu Trinken: Der Viktualienmarkt ist ein Fest für die Sinne und liegt mitten in der Stadt unmittelbar am Marienplatz. © IMAGO/Albin Schuster Die Residenz München beherbergt alljährlich einen Christkindlmarkt. Auch Konzerte finden hier statt. Doch auch ohne Veranstaltung ist das ehemaliges fürstliche Stadtschloss einen Besuch wert. Die Residenz München beherbergt alljährlich einen Christkindlmarkt. Auch Konzerte finden hier statt. Doch auch ohne Veranstaltung ist das ehemaliges fürstliche Stadtschloss einen Besuch wert. © rarrarorro via imago-images.de Der Max-Joseph-Platz ist einer der Foto-Hotspot der Stadt. Geht man ein Stück weiter, landet man auf der berühmten Maximilianstrasse. Der Max-Joseph-Platz ist einer der Foto-Hotspot der Stadt. Geht man ein Stück weiter, landet man auf der berühmten Maximilianstrasse. © IMAGO / Wolfilser Egal ob Winter oder Sommer: Auf der Eisbachwelle surfen das ganze Jahr über Wellenreiter. Egal ob Winter oder Sommer: Auf der Eisbachwelle surfen das ganze Jahr über Wellenreiter. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber Der Königsplatz in München ist als historischer Ort Anziehungspunkt für viele Touristen. Besonders an lauen Sommerabenden verbringen viele hier ihre Zeit, unter anderem mit Tango-Tanzkursen auf den Stufen der Museen. Der Königsplatz in München ist als historischer Ort Anziehungspunkt für viele Touristen. Besonders an lauen Sommerabenden verbringen viele hier ihre Zeit, unter anderem mt Tango-Tanzkursen auf den Stufen der Museen. © imago stock&people Das Deutsche Museum in München bietet unzählige Ausstellungen und ist sowohl für Technik-Freaks als auch für einen Familienbesuch ein mehr als beliebtes Ausflugs-Ziel. Das Deutsche Museum in München bietet unzähliche Ausstellungen und ist sowohl für Technik-Freaks als auch für einen Familienbesuch ein mehr als beliebtes Ausflugs-Ziel. © IMAGO/Armand Tamboly Die Städtische Galerie im Lenbachhaus ist ein Kunstmuseum der bayerischen Landeshauptstadt München. Es ist im Lenbachpalais untergebracht, der denkmalgeschützten Villa des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach in der Luisenstraße 33 im Kunstareal München. Galerien und regelmäßige Sonderausstellungen ziehen täglich ein großes Publikum an. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus ist ein Kunstmuseum der bayerischen Landeshauptstadt München. Es ist im Lenbachpalais untergebracht, der denkmalgeschützten Villa des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach in der Luisenstraße 33 im Kunstareal München. Galerien und regelmäßige Sonderausstellungen ziehen täglich ein großes Publikum an. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON Der Hirschgarten in München ist der größte seiner Art in der Stadt, und damit wohl auch auf der Welt. Inmitten des Parks, der auch ein Hirschgehege beheimatet, kann man hier seine Maß Bier und gutes Essen genießen. Der Hirschgarten in München ist der größte seiner Art in der Stadt, und damit wohl auch auf der Welt. Inmitten des Parks, der auch ein Hirschgehege beheimatet, kann man hier seine Maß Bier und gutes Essen genießen. © Ralph Peters via www.imago-images.de Der Friedensengel in München ist ein monumentales Denkmal, das zu Ehren des Friedens und der bayerischen Einigung errichtet wurde. Es befindet sich im Englischen Garten, an der Isar, und wurde 1899 eingeweiht. Von oben hat man einen guten Blick auf die Münchner Innenstadt. Der Friedensengel in München ist ein monumentales Denkmal, das zu Ehren des Friedens und der bayerischen Einigung errichtet wurde. Es befindet sich im Englischen Garten, an der Isar, und wurde 1899 eingeweiht. Von oben hat man einen guten Blick auf die Münchner Innenstadt. © IMAGO/Michael Naegele Der Englische Garten ist der größte innerstädtische Park der Welt. Er wird auch als „grüne Lunge“ Münchens bezeichnet. Hier zu sehen: Die Silhouette der Innenstadt, fotografiert vom Monopterus aus, inmitten der Wiese fließt der Eisbach. Der Englische Garten ist der größte innerstädtische Park der Welt. Er wird auch als „grüne Lunge“ Münchens bezeichnet. Hier zu sehen: Die Silhouette der Innenstadt, fotografiert vom Monopterus aus, inmitten der Wiese fließt der Eisbach. © IMAGO/S.Gottschalk Der Südfriedhof, zwischen Glockenbachviertel und Isarvorstadt gelegen, ist Ruhestätte für viele der ganz Großen, die München je hervorgebracht hat. Dazu ist er eine Natur-Oase inmitten der Stadt, mit uralten Bäumen, Eichhörnchen und Pflanzen - bei einem Spaziergang vergisst man schnell, dass hinter den Mauern das Großstadtleben pulsiert. Der Südfriedhof, zwischen Glockenbachviertel und Isarvorstadt gelegen, ist Ruhestätte für viele der ganz Großen, die München je hervorgebracht hat. Dazu ist er eine Natur-Oase inmitten der Stadt, mit uralten Bäumen, Eichhörnchen und Pflanzen - bei einem Spaziergang vergisst man schnell, dass hinter den Mauern das Großstadtleben pulsiert. © McPHOTO/M. Gann via www.imago-images.de Sie wacht über der Stadt: Die Bavaria an der Theresienwiese. Egal ob das Oktoberfest gerade stattfindet oder nicht, lockt sie täglich Besucher, die sich die Statue oder die dahintergelegene Ruhmeshalle ansehen. Sie wacht über der Stadt: Die Bavaria an der Theresienwiese. Egal ob das Oktoberfest gerade stattfindet oder nicht, lockt sie täglich Besucher, die sich die Statue oder die dahintergelegene Ruhmeshalle ansehen. © IMAGO/S.Gottschalk Die renaturierte Isar ist ein Stück Natur inmitten der Stadt, vom Flaucher bis nach Bogenhausen zieht sie sich durch die Metropole und lockt täglich viele Menschen, um vom Trubel abschalten zu können. Die renaturierte Isar ist ein Stück Natur inmitten der Stadt, vom Flaucher bis nach Bogenhausen zieht sie sich durch die Metropole und lockt täglich viele Menschen, um vom Trubel abschalten zu können. © IMAGO/S.Gottschalk Zu den Olympiaden 1972 gebaut und eröffnet: Der einzigartige Olympiapark München. Turm und Stadion sind wohl am bekanntesten, doch das ganze Areal ist einen Besuch wert. Zu den Olympiaden 1972 gebaut und eröffnet: Der einzigartige Olympiapark München. Turm und Stadion sind wohl am bekanntesten, doch das ganze Areal ist einen Besuch wert. © imageBROKER/Moritz Wolf via www.imago-images.de Die BMW Welt erstrahlt in blau, dahinter der BMW-Turm, auch Heimat des Museums der Marke: BMW - Bayerische Motorwerke. Die BMW Welt erstrahlt in blau, dahinter der BMW-Turm, auch Heimat des Museums der Marke: BMW - Bayerische Motorwerke. © IMAGO/Rolf Poss Die Allianz Arena in Fröttmaning gehört zu den größten Stadien Europas und ist Heimspielstätte des FC Bayern. Auch das Vereinsmuseum ist dort beheimatet. Auch Nicht-Fußball-Fans beeindruckt die Architektur selbst 20 Jahre nach der Eröffnung 2005. Die Allianz Arena in Fröttmaning gehört zu den größten Stadien Europas und ist Heimspielstätte des FC Bayern. Auch das Vereinsmuseum ist dort beheimatet. Auch Nicht-Fußball-Fans beeindruckt die Architektur selbst 20 Jahre nach der Eröffnung 2005. © IMAGO/Ulrich Wagner Das Schloss Nymphenburg war von 1715 bis 1918 Sommersitz der Kurfürsten und Könige von Bayern aus dem Haus Wittelsbach. Bis heute erinnern Architektur und Parkanlage an die royalen Zeiten der Vergangenheit. Das Schloss Nymphenburg war von 1715 bis 1918 Sommersitz der Kurfürsten und Könige von Bayern aus dem Haus Wittelsbach. Bis heute erinnern Architektur und Parkanlage an die royalen Zeiten der Vergangenheit. © IMAGO/imageBROKER/A. Scholz Immer einen Besuch wert: Der Tierpark Hellabrunn, gelegen an der Isar in Thalkirchen. Immer einen Besuch wert: Der Tierpark Hellabrunn, gelegen an der Isar in Thalkirchen. © IMAGO/Ulrich Wagner Die Säbenerstraße, die Heimat des FC Bayern München. In Harlaching gelegen kann man hier öffentliche Trainingseinheiten des Rekordmeisters beobachten. Ist es so weit, strömen besonders am Wochenende hier hunderte Fans ans Gelände, um ihre Idole zu bestaunen. Die Säbenerstraße, die Heimat des FC Bayern München. Alle, die den Roten nicht so nahe stehen, werden jetzt den Kopf schütteln. Für alle Bayern-Fans gilt allerdings: In Harlaching gelegen kann man hier öffentliche Trainingseinheiten des Rekordmeisters beobachten. Ist es so weit, strömen besonders am Wochenende hier hunderte Fans ans Gelände, um ihre Idole zu bestaunen. © M.Zettler via www.imago-images.de Zurück an die Schwanthalerstraße ins Bahnhofsviertel: Familie Boztepe führt hier unter anderem ein Hotel und sieht ebenfalls Probleme auf sich zukommen. „Uns fehlen jetzt schon Parkplätze für die Gäste. Das wird dann nur noch schlimmer. Auch die Anfahrt wird erschwert“, so ihre Befürchtung.
Ladenbetreiber in Angst: Wir verlieren Kunden! Andere Anlieger wiederum begrüßen die neuen Pläne. Bäckereifachverkäuferin Ekaterina Aheyanko ist froh. Ihre Vorhersage: „Dann wird es leichter, die Straße zu überqueren.“ Außerdem rechnet sie mit mehr Kunden, die zu Fuß kommen.
Juwelier Süleyman Gelir ist gegen die Radweg-Pläne.
© Nick Mandel
Was steckt hinter dem Vorhaben? Die Stadt plant, Radfahrern von der Sonnenstraße bis zur Paul-Heyse-Straße mehr Platz und mehr Sicherheit zu bieten. Ihre neuen Fahrstreifen auf beiden Seiten sollen jeweils 2,30 Meter breit werden, mit einem zusätzlichen Schutzstreifen von 80 Zentimetern. Das nimmt auf der einen Seite den Platz für den Parkstreifen weg, auf der gegenüberliegenden Seite fällt ein Fahrstreifen weg. Erklärtes Ziel der Aktion ist mehr Schutz für die Radler. Zudem befinden sich hier zwei Schulen. Besonders nachmittags strömen die Kinder auf ihren Radln in alle Himmelsrichtungen.
Bauarbeiten ab 2026 geplant Es wird nach Angaben des Mobilitätsreferats voraussichtlich noch bis zum kommenden Jahr dauern, bis die Bauarbeiten beginnen. Zunächst sollen die Wege markiert und mit Baken vom Autoverkehr getrennt werden. Ein komplett abgetrennter Fahrradweg wird aber noch mehrere Jahre lang nicht realisierbar sein. Grund: Aktuell gibt‘s schon mehrere Großbaustellen entlang der Straße. Die Kosten für die Radwege werden auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind auch Fahrbahnsanierungsmaßnahmen. Das Referat räumt ein, dass Parkplätze für den privaten Verkehr wegfallen werden, verweist aber auf die Parkhäuser in der Gegend. Vorgesehen sind auch neue Taxistände, Haltestellen für Reisebusse und Parkmöglichkeiten für Wirtschaftsverkehr.
Auch die Bayerstraße ist von den Plänen betroffen.
© Mobilitätsreferat München
Die Meinungen zum Thema sind also gespalten – auch in der Politik: Die CSU beklagt die hohen Kosten, während die Grünen die Schutzfunktion des Weges unterstreichen.