VonCarl-Christian Eickschließen
Der weiße Strich war mehrere Kilometer lang. Er begann in Wolfratshausen und endet in der Gemeinde Münsing. Die Polizei ermittelt aber nicht, sondern drückt die Augen zu.
Wolfratshausen/Münsing – Der breite weiße Strich zieht sich von der Weidacher Hauptstraße durch den Wolfratshauser Unter- und Obermarkt hinaus über die Äußere Beuerberger Straße bis in die Gemeinde Münsing. „Nein, die durchgezogene Linie weist nicht auf eine neue Verkehrsführung hin“, sagt Hauptkommissar Ingo Wagner auf Nachfrage unserer Zeitung und schmunzelt. Der Beamte weiß: „Es ist ein bayerischer Brauch, an Pfingsten mit dem sogenannten Maistrich eine bis dato geheimgehaltene Liebesbeziehung öffentlich zu machen.“ Mutmaßlich seien es Burschen gewesen, so der Hauptkommissar, die am frühen Morgen des Pfingstmontags einen großen, mit Kalk gefüllten Kanister auf einer Traktorfahrt von A nach B geleert und so „ein Band der Liebe geknüpft haben“.
Die Polizei vermutet, „dass sich die Tat gegen 4 Uhr ereignet hat“, so Wagner. Das Wort „Tat“ versieht er mit Anführungszeichen: „Wir betrachten das Geschehene derzeit nicht als Sachbeschädigung, der nächste Regenguss wird den Kalk von den Straßen waschen.“ Die Tatsache, dass sich der Kalkstrich von Weidach bis Münsing zieht, kommentiert der Beamte mit den Worten: „Es ist offenbar eine Fernbeziehung.“ cce
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