Geiger Automotive wird japanisch

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Ab Herbst hat hier der Sanoh-Konzern das Sagen: die Geiger-Zentrale im Murnauer Ortsteil Neu-Egling. Foto: Kolb

Murnau - 32-Millionen-Deal: Die niederländische Investmentgesellschaft HTP verkauft den Autozulieferer Geiger Automotive mit Stammsitz in Murnau an den japanischen Sanoh-Konzern.

Konnichiwa in Neu-Egling: Die japanische Begrüßung wird künftig beim Traditionsbetrieb Geiger Automotive, der seinen Stammsitz in dem Murnauer Ortsteil hat, häufig zu hören sein. Denn die neuen Chefs des Autozulieferers kommen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Der bisherige Eigentümer, die niederländische Investmentgesellschaft HTP, verkauft dem Konzern Sanoh Industrial die Geiger-Gruppe mit ihren fünf Standorten in Deutschland und den USA - zum Preis von 32 Millionen Euro.

Dies wurde jetzt per Pressemitteilung bekanntgegeben. Darin heißt es: „HTP und Sanoh sind überzeugt, dass Sanoh Europe als neuer Eigentümer von Geiger dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern eine hervorragende Perspektive bietet.“ Dies sei eine „starke Basis für die weitere internationale Expansion“. Betroffen von dem Deal sind insgesamt rund 750 Geiger-Mitarbeiter, 240 davon sind in Murnau beschäftigt. Der Kunststoff-Spezialist zählt damit zu den größten Arbeitgebern im Landkreis. Die weiteren Niederlassungen befinden sich in Tambach, Ziemetshausen, Thannhausen und Gastonia (USA).

Sanoh ist verglichen mit Geiger ein Riese in der umkämpften Branche der Autozulieferer. Das börsennotierte, 1939 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Tokio betreibt 60 Werke in 20 Ländern mit über 6000 Beschäftigten. In Deutschland ist es bislang nur mit einem Vertriebsbüro in München vertreten.

Die Übergabe soll bereits im Herbst über die Bühne gehen. Unklar ist, was auf die Mitarbeiter zukommt. Wolfgang Nebl, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, ist optimistisch - und von den neuen Eigentümern ganz angetan. Der Konzern aus Nippon sei der ideale Partner. Von dem Zusammenschluss könnten beide Unternehmen profitieren. „Wir haben die Chance, weiter zu expandieren und auf den Zukunftsmärkten dabei zu sein“, meint Nebl. Er befürchtet nicht, dass die Japaner Geiger-Werke dicht machen und Leute entlassen. Das wäre aus seiner Sicht unlogisch. Schließlich habe Sanoh Interesse daran, auf dem deutschen Automobilmarkt Fuß zu fassen. Und dabei spiele Geiger die entscheidende Rolle. Man müsse aber darauf achten, dass die Tarifsicherheit erhalten bleibe.

Der Verkauf kommt nicht überraschend: Bereits im April war bekannt geworden, dass HTP die Geiger-Betriebe abstoßen will. (as)

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