Neue Ausschreibung

Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Welche Lösung der Landkreis Mühldorf ab Januar 2024 vorzieht

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Alles gelb: Im Landkreis Mühldorf werden Sack und Tonne auf einer gemeinsamen Tour abgeholt.
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Noch bis Ende des Jahres 2023 wird der Plastik- und Verpackungsmüll mit dem Grünen Punkt in Sack und Tonne eingesammelt. Für das Jahr 2024 erfolgt jetzt eine neue Ausschreibung. Wer dann was abholt, entscheidet aber nicht der Landkreis.

Mühldorf - Bisher hat im Landkreis Mühldorf die Firma Wurzer Umwelt GmbH alle zwei Wochen die Gelben Säcke eingesammelt und die Gelben Tonnen geleert. Alles auf einer Tour, da das Fahrzeug beide Sammelsysteme aufnehmen kann. Bis zum 31. Dezember 2023 wird das auch noch so bleiben. Doch ab Januar könnte sich dieses bewährte System ändern, denn die Vereinbarung mit dem Dualen System läuft nach den vereinbarten drei Jahren aus.

Grund dafür ist die Neuausschreibung für das Erfassungssystem für die sogenannten Leichtverpackungen LVP für den Zeitraum ab 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026. „Der Wettbewerb entscheidet und der Bestbieter wird das Sammeln dieser Abfälle dann umsetzen“, erläuterte Landrat Max Heimerl in der jüngsten Sitzung des Kreistages. Das kann in gewohnter Weise geschehen, es kann aber auch eine Änderung der Abfuhrpraxis geben.

6000 Gelbe Tonnen im Landkreis

In erster Linie werden die Leichtverpackungen im Landkreis Mühldorf im Gelben Sack gesammelt. Die Gelbe Tonne, die man direkt beim Entsorgungsunternehmen kaufen kann, ist ein zusätzliches Angebot für die Bürger, rund 6000 solcher Tonnen stehen im Landkreis. Die Gelbe Tonne dient aber eigentlich nur als Aufbewahrungsbox für die vollen Säcke. Damit diese bei Sturm nicht herumfliegen oder um vor Tieren geschützt zu bleiben.

Landkreis darf sich was wünschen

„Die Entsorgung der Abfälle mit dem Grünen Punkt, ist nicht Landkreissache“, erklärte Heimerl weiter. Die Erfassung werde durch das Duale System rein privatrechtlich durchgeführt. „Der Landkreis hat keinen direkten Einfluss auf den neuen Auftragnehmer“, so Heimerl. „Wir dürfen aber einen Wunsch äußern und Vorgaben machen, wie sich der Landkreis die künftige Entsorgung vorstellt.“

„Die jetzige Variante verbindet die Vorteile aus beiden Systemen. Es ist akzeptiert und deshalb werden wir darauf hinwirken, dass es so beibehalten wird“, betonte er. Vor allem sei zu vermeiden, dass Säcke und Tonnen auf zwei getrennten Touren abgeholt würden. Ganz im Sinne von „Verändere niemals ein gut laufendes System“ hat der Kreistag einen einstimmigen Beschluss gefasst: Die Verwaltung wird beauftragt mit dem Ausschreibungsführer des Dualen Systems zu vereinbaren, dass das bisherige System auch die nächsten Jahre bis 31. Dezember 2026 beibehalten wird.

Sollte das Duale System einem Entsorger den Zuschlag geben, der die Entleerung der Gelben Tonnen nicht mehr anbietet, dann wird der Kreistag noch einmal über das Thema diskutieren.

Umfrage: Was sagen die Bürger dazu

Die OVB-Heimatzeitungen haben zum Thema Gelber Sack oder Gelbe Tonne eine Umfrage auf dem Mühldorfer Stadtplatz durchgeführt. Über das Für und Wider beider Systeme scheiden sich die Geister.

Brigitte Richter, 77 Jahre, Mühldorf: „Mein Mann hat zu seinem Geburtstag eine Gelbe Tonne geschenkt bekommen. Wir benutzen sie gerne, denn die Gelben Säcke sind so dünn, sie reißen und der Dreck liegt dann am Boden.“
Angelika Wittmann, 71 Jahre, Mühldorf: „Ich habe den Gelben Sack und das passt sehr gut. Der Sack samt den Abfällen steht bei mir auf dem Balkon bis die nächste Müllabfuhr kommt. Mein Plädoyer fällt eindeutig für den Gelben Sack aus.“
Andreas Steller, 53 Jahre, Mühldorf: „Sack oder Tonne ist mir eigentlich egal. Momentan bin ich mit dem Gelben Sack zufrieden, es sei denn, der Wind verweht die Dinger in alle Richtungen. Die Tonne ist wohl auch eine Kostenfrage.“
Sabine Engelmann, 49 Jahre, Rattenkirchen: „Die Gelben Säcke halte ich umwelttechnisch für eine richtige Katastrophe. Außerdem locken sie Ungeziefer und teilweise auch andere größere Tiere an. Mir gefallen die Säcke nicht.“
Johannes Schmidt, 71 Jahre, Mühldorf: „Ich wohne in einem Mehrparteienhaus. Da stellt sich die Frage wohin mit einer weiteren Tonne? Der vorhandene Platz ist ja bereits mit anderen Tonnen voll gestellt. Da ist der Sack einfacher.“
Sibylle Skrobol, 71 Jahre, Mühldorf: „Der Gelbe Sack ist ziemlich praktisch. Da kommt jedenfalls nur unser Müll rein. Bei einer Tonne könnten auch Leute, die nicht zur Hausgemeinschaft gehören, ihr Zeug entsorgen.“

Umfrage: Ursula Huckemeyer

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