Info-Veranstaltung für die Bürger

So soll der neue Gmunder Bahnhof aussehen

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Die Bürger zeigten bei der Info-Veranstaltung im Neureuthersaal reges Interesse an den Plänen fürs Bahnhofs-Areal.

Der Gmunder Bahnhof ist keine Zierde. Die Gemeinde will das Gelände endlich auf Vordermann bringen. Dazu gibt‘s bereits konkrete Entwürfe. Wie die aussehen, wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

GmundViel Grau, wenig Grün, ein Busbahnhof, der unter chaotischen Verkehrsverhältnissen leidet. Die Situation auf dem Areal des Gmunder Bahnhofs ist längst nicht mehr tragbar. In der Gemeinde herrscht Einigkeit darüber, dass sich hier schleunigst etwas ändern soll. Jetzt könnte es konkret werden: Für das nördliche Bahnhofsareal und den angrenzenden Abschnitt der Wiesseer Straße liegt bereits ein Entwurf zur Neugestaltung vor. Dieser wurde nun erstmals der Öffentlichkeit im Neureuthersaal präsentiert.

Zu Beginn skizzierte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) kurz die Geschichte des Projekts. Seit mittlerweile 20 Jahren habe man das Bahnhofsareal bereits im Blick. Das ursprüngliche Vorhaben, den Busbahnhof westlich des Bahnhofs zu situieren, sei gescheitert. Die Tegernsee Bahn AG als Eigentümerin der Bahn – damals gerade in eine Immobilien-AG umgewandelt – habe „sehr konträre Vorstellungen“ von der Nutzung des Geländes gehabt. 2012 konnte sich die Gemeinde dann im Rahmen des Erwerbs des Bahnhofs die angrenzenden Grundstücke sichern. Allerdings scheiterten die 2015 gefassten und schon weit gediehenen Pläne für den Bau eines Hotels an den Bodenverhältnissen und der ungeklärten Erschließungssituation der Fläche südlich der Bahngleise Richtung Mangfall. Das Projekt wurde gestoppt. „An der Problematik hat sich auch nichts geändert, wir können uns also nur auf das nördliche Areal beschränken“, machte Besel bei der Versammlung deutlich.

Was sich hier sowohl funktional als auch ästhetisch verbessern lässt, erläuterte sodann Professor Lothar Zettler vom Planungsbüro Lars Consult den Anwesenden. „Unser Ziel ist es, einen Platz zu gestalten, der eine homogene optische Einheit bildet“, fasste er zusammen. So soll auf der Westseite ein Pendlerparkplatz mit darunter liegender Tiefgarage entstehen. Oberirdisch würden auf diese Weise 34, unterirdisch 30 Stellplätze geschaffen. Den barrierefreien Zugang würde ein Aufzug gewährleisten. Durch eine Baumreihe zur Straßenseite hin soll das Ganze optisch aufgelockert werden.

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Zwischen Parkplatz und Bahnhof soll der neue Busbahnhof mit zwei Ausfahrten seinen Platz finden. „Hier haben wir die Vorgabe, dass sechs Busse gleichzeitig Platz haben müssen“, erläuterte Zettler. Dies sei wegen des begrenzten Raumes anfangs problematisch gewesen. Doch eine Lösung wurde gefunden: Es entsteht ein Bussteig in der Mitte des Platzes, an dem auf beiden Seiten je drei Busse halten können. Eine niedrige, transparente Überdachung soll die Fahrgäste vor Regen schützen. Zusätzlich sind am Rand des Platzes – in Richtung Gleis und an der Wiesseer Straße – noch Parkplätze für Touristenbusse eingeplant.

Auf der Ostseite direkt am Bahnhofsgebäude sieht Zettlers Planung ein mit Bäumen eingefasstes Geviert mit Sitzgelegenheiten und einem Kiosk vor. „In der Mitte könnte man auch einen Brunnen oder ein Kunstwerk installieren“, regte er an. Die restliche Fläche würde als Parkraum dienen. Auf der Südseite des Platzes sollen Fahrradständer angebracht werden inklusive einer Ladestation für E-Bikes.

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In der abschließenden Diskussion konnten die Bürger Anregungen und Kritik äußern. Vorgeschlagen wurden etwa eine Überdachung der Fahrradstellplätze sowie Plätze für Fahrräder in der Tiefgarage. Bezweifelt wurde hingegen, ob ein Kiosk unbedingt notwendig ist. Am Ende des Abends blickte Bürgermeister Besel auf „zwei gewinnbringende Stunden“ zurück und appellierte an die Bürger, den Prozess weiter zu begleiten: „Wir werden uns zu diesem Thema sicher noch öfter sehen.“

Stefan Gernböck

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