VonKatharina Brombergerschließen
Der Plan für den Grainauer Pumptrack steht. Eine Spezialfirma hat nun das Konzept vorgestellt, der Gemeinderat zeigt sich begeistert. Noch aber können keine finanziellen Förderungen fließen.
Ein junger Grainauer hatte die Idee. Er hat sich dafür eingesetzt. Und sein Einsatz hat sich gelohnt. Grainau soll einen Pumptrack bekommen. Einstimmig stellte sich der Gemeinderat hinter das Projekt. Nun leitete er die nächsten Schritte ein. Ein bisschen Geduld brauchen die Fans der Wellen, Steilkurven und Sprüngen aber noch.
In die Sitzung hatte Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) Philipp Jarosch eingeladen, einen Pumptrack-Experten. Die Firma RadQuartier aus dem oberfränkischen Rehau, für die er arbeitet, hat ein Konzept für die Anlage in Grainau erstellt. Wo sie entstehen soll, loteten Jarosch, Gemeinderäte und Jugendliche bereits im Vorfeld bei einem Workshop aus: zwischen Musikpavillon und Eisplatz. Zentrumsnah, eine WC-Anlage in der Nähe, weitere touristische Angebote mit Zugspitzbad und Co. nebenan. Jarosch sprach von einer „Begegnungsstätte der Spitzenklasse“, für Einheimische wie für Gäste, betonte Märkl.
Sportanlage auf 600 Quadratmetern, Rundkurs auf 211 Quadratmetern
Auf einer derzeit unbebauten Fläche von rund 600 Quadratmetern soll die Sportanlage samt Aufenthaltsflächen entstehen. 211 Quadratmeter davon umfasst der asphaltierte Rundkurs, auf dem alles fahren kann, was Rollen hat: Mountainbike, BMX, Inlineskates, Scooter, Skateboards, Rollstühle. Von einem „integrativen Effekt“ sprach Jarosch, was sich bei vergleichbaren Projekten in anderen Orten bereits gezeigt habe. Ebenso nutzten Schulen oder die Polizei die Pumptracks für die Verkehrserziehung. „Wir haben da gute Erfahrungen gemacht.“
Auf dieser Anlage soll einfach jeder Spaß haben. Die ganz Kleinen auf ihren Laufrädern genauso wie Profis. Mit 105 Zentimeter sind die Kurvenhöhen geplant, die Wellenhöhen mit 30 bis 35 Zentimeter. In der Größe sei sie mit jener in Farchant vergleichbar, erklärte Märkl. Im Oktober 2024 wurde dort der Pumptrack eröffnet. Doch für den Grainauer Kurs haben Jarosch und sein Team ein „Alleinstellungsmerkmal“ eingeplant: eine Sprung-Option über einen sogenannten Table, „ein Wunsch der Kinder und Jugendlichen“. Dieses Element eignet sich für jede Könnensstufe: Man kann drüberrollen ohne abzuheben, ein bisschen hüpfen oder ordentlich fliegen. Das Element wird so in den Kurs integriert, dass man dafür abbiegen muss, es also auch umfahren kann. „Wir halten die Verletzungsrisiken so gering wie möglich“, betonte Jarosch. Dazu gehört auch ein spezieller Asphalt mit geringerer Körnung und einem höheren Bitumenanteil, der bei einem Sturz weniger Abschürfungen verursacht. Leise ist er auch.
Für Fördergelder des Freistaats: Gemeinde muss Rahmenplan vorlegen
Der Plan also steht, den Gemeinderäten gefällt’s, dem Bürgermeister auch. Starten können die Bauarbeiten trotzdem nicht. Die Regierung von Oberbayern fordert einen Rahmenplan für das Gebiet um den Musikpavillon, der auch das Kurhaus mit Zugspitzbad und den Eisplatz umfasst. Nur mit einem Gesamtkonzept werden bis zu 60 Prozent der Kosten gefördert. Diese kalkuliert das Unternehmen mit gut 190 000 Euro. Nun soll die Gemeindeverwaltung mit der Regierung von Oberbayern das weitere Vorgehen abstimmen. Die benötigten Mittel werden im Haushaltsplan für 2026 berücksichtigt.
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