Gemeinde kauft altes Anwesen: Schusterhaus wird Heimatmuseum

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Das alte Schusterhaus in Kochel soll zu einem Heimatmuseum umgebaut werden. Foto: fn

Kochel am See - Die Gemeinde Kochel hat das ehemalige Schusterhaus an der Bahnhofstraße gekauft. Das denkmalgeschützte landwirtschaftliche Anwesen soll zum Museum werden.

Das alte Schusterhaus kennt man in Kochel. Zwischen den Wohn- und Geschäftshäusern entlang der Straße fällt es einfach auf mit seiner hübschen bäuerlichen Fassade. „Das Haus ist sehr prägend für den Ortskern“, weiß auch Bürgermeister Thomas Holz. Schaut man durch die kleinen Scheiben des leer stehenden Hauses, sieht man im Innern noch originales Handwerkszeug, wie es ein Schuster dereinst benutzte. Viele Kochler brachten ihre Schuhe hierher zum Reparieren. Als der Eigentümer vor einiger Zeit verstarb und das Grundstück zum Verkauf stand, reifte im Kochler Gemeinderat der Entschluss, das Anwesen zu kaufen. „Das haben wir uns reiflich überlegt“, betont Holz. Schließlich sei der Beschluss „mit großer Mehrheit“ gefasst worden.

Allerdings hätten sich die Verkaufsverhandlungen wegen einer Grundstücksteilung in die Länge gezogen. Erst jetzt seien alle Verträge unterschrieben. Demnach gehören der Gemeinde laut Holz nun etwa 700 Quadratmeter Grund im Süden des Grundstücks auf denen auch Wohnhaus und Tenne stehen. „Das Anwesen soll so erhalten werden“, betont Holz. Schließlich stehe es unter Denkmalschutz. Genau datieren könne er das Gebäude zwar nicht. Im Innern habe man aber Dokumente und Verträge aus dem 19. und 20. Jahrhundert gefunden.

Dass aus dem Anwesen eine Art Heimatmuseum werden könnte, diese Überlegungen seien bei den Verantwortlichen sehr schnell gereift. Der Verein für Heimatgeschichte im Zweiseenland wünscht sich so eines seit seiner Gründung. „Die Gemeinde wird es nicht betreiben“, so Holz. Das werde der Verein machen. Vorsitzender Max Leutenbauer, der von Anfang an eng in die Verhandlungen eingebunden war, ist froh über den Kauf, aber: „Das ist jetzt natürlich auch eine große Herausforderung und eine große Aufgabe für uns.“ Ein konkretes Konzept müsse erst noch entwickelt werden, sagt Leutenbauer.

Laut Holz sehen erste Überlegungen vor, die historische Schusterwerkstatt im vorderen Teil des Gebäudes als kleines Museum zu erhalten. Im Wirtschaftsteil könnte ein Ausstellungsraum für wechselnde Schauen eingerichtet werden. Einen konkreten Zeitplan für Umbau und Eröffnung gebe es aber noch nicht. Über den Kaufpreis will Holz nicht sprechen. „Darüber ist Stillschweigen vereinbart worden.“ (fn)

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