Gemeinderat folgt dem Beispiel Berchtesgadens

Den Zweitwohnungen keine Chance: Kreuth verabschiedet Satzung

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Leer stehende Zweitwohnungen mit geschlossenen Rollläden: Das soll es in Kreuth nach Möglichkeit nicht mehr geben.
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Kreuth macht Ernst im Kampf gegen die Zweitwohnungen: Der Gemeinderat folgt dem Beispiel Berchtesgadens und hat jetzt eine Anti-Zweitwohnungs-Satzung erlassen. Man hofft auf eine abschreckende Wirkung.

Kreuth – Ab sofort kann man im Gemeindebereich Kreuth keine Immobilien mehr als Zweitwohnsitze erwerben. Die entsprechende Satzung zur „Sicherung der Zweckbestimmung von Gebieten mit Fremdenverkehrsfunktion“ hat der Kreuther Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig verabschiedet. Damit will er den Wohnraum für Einheimische sichern und der Flut der Zweitwohnungen endgültig einen Riegel vorschieben.

Schon in der Mai-Sitzung hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, nach dem Vorbild Berchtesgadens eine Kampfsatzung gegen die Zweitwohnungen zu erlassen. Erklärtes Ziel ist es, die Umwandlung von Wohnraum oder auch von Ferienwohnungen in Zweitwohnungen zu unterbinden. Eine solche Umwandlung ist künftig genehmigungspflichtig – in der Regel wird diese Genehmigung verweigert.

Kreuth hat mittlerweile eine entsprechende Satzung erarbeitet und diese auch vom Bayerischen Gemeindetag überprüfen lassen. Sie gilt für die Ortsteile Ringsee, Reitrain, Weissach und Oberhof, Enterbach, Pförn, Trinis und Schärfen, Leiten, Scharling und Point, Brunnbichl, Riedlern, Kreuth und Enterfels mitsamt der ehemaligen Krankenanstalt Dr. May, für Raineralpe und Wildbad Kreuth, Bayerwald, Glashütte und Stuben. Explizit nicht in den Geltungsbereich der Satzung aufgenommen wurden die unbebauten Außenbereichsflächen, das Gewerbegebiet „Baier Weissach“, die Reitanlage Kirschner Alm, die Naturkäserei Tegernseer Land, das Gewerbegebiet „in der Loben“, die Gärtnerei Nachmann und das Bauhof-Areal in Brunnbichl sowie das Areal um Kindergarten und Schule in Kreuth, die drei Kirchen und auch das Gebäude der Tourist-Info mit dem Warmbad.

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„Es ist wichtig, dass wir das beschließen und ein Zeichen setzen gegen diesen negativen Trend der Zweitwohnungen“, meinte Martin Walch (SPD). Er hoffe, dass man damit auch ein wenig auf die Mietpreisbremse drücken könne. Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) wünscht sich, dass die Satzung eine abschreckende Wirkung haben möge. Der Rathaus-Chef berichtete, dass bereits nach der Absichtsbekundung im Mai einige Zweitwohnungs-Interessenten panisch bei ihm nachgefragt hätten, ab wann die Satzung in Kraft tritt. Darauf schlug Markus Wrba (FWG) vor, ob man sich nicht im gesamten Tegernseer Tal derart organisieren könnte? Bierschneider versprach, diesen Vorschlag an die Amtskollegen weiter zu geben.

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ak

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