Energiewende Oberland informierte Gemeinderat

„Drehbuch“ für künftige Energieversorgung: In Peiting denkt man über Energienutzungsplan nach

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Wie kann in Peiting eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung gelingen? Bei dieser Frage kann ein Energienutzungsplan helfen.
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Wie kann eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung in Peiting gelingen? Helfen, diese Frage zu beantworten, könnte ein Energienutzungsplan. Die Energiewende Oberland informierte darüber den Gemeinderat.

Peiting – Es ist ein ambitioniertes Ziel: Bis 2045 soll Deutschland CO2-neutral sein. So steht es im Klimaschutzgesetz. Damit das gelingt, sind auch die Kommunen gefordert. Doch wo setzt man am besten an, wenn es darum geht, die Energie- und Wärmeversorgung nachhaltig umzubauen?

Vor dieser schwierigen Frage steht man auch in Peiting. „Wir brauchen einen Kompass, der uns aufzeigt, was ist möglich, was macht Sinn“, sagte Susann Tabatabai-Schweizer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Ihre Grünen-Fraktion hatte deshalb beantragt, die Energiewende Oberland für die Erstellung eines Energienutzungsplans ins Boot zu holen. Was sich dahinter verbirgt, stellte Energieberaterin Christiane Regauer den Räten vor.

Peiting sei nicht die erste Gemeinde, die sich mit dem Thema beschäftige, schickte Regauer vorweg. In Schongau und Erbenschwang sei man gerade dabei, entsprechende Energienutzungspläne zu erstellen. Am Beginn stehe immer eine Bestands- und Potenzialanalyse. „Wir schauen uns an, wie die aktuelle Wärme- und Stromversorgung aussieht, wo Sanierungsschwerpunkte liegen, wo es Erzeugungspotenziale gibt.“ Dabei würden verschiedene Szenarien gegenübergestellt. Auch die Bevölkerungsentwicklung werde einbezogen.

Energienutzungsplan auch für künftig verpflichtende Wärmeplanung sinnvoll

Aus den gesammelten Daten werde unter anderem ein Wärmekataster erstellt, das aufzeige, wo sich beispielsweise sinnvoll ein Wärmenetz installieren ließe, erklärte Regauer. Auch die Liegenschaften des Markts würden auf ihren Energieverbrauch hin unter die Lupe genommen und Sanierungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Überhaupt sei das Herzstück ein Maßnahmenkatalog, der genau auf die Gemeinde abgestimmt werde.

Anbieten würde sich die Erstellung eines Energienutzungsplans zudem auch mit Blick auf die Wärmeplanung, die für Kommunen künftig gesetzlich verpflichtend vorgeschrieben sei, wies die Expertin hin. Denn diese sei Bestandteil des Konzepts.

Was die Kosten angehe, könne die Gemeinde mit aktuell 70 Prozent Förderung durch den Freistaat rechnen, so Regauer. Sowohl die Erstellung, als auch die Begleitung bei der Umsetzung würden finanziell unterstützt. Hier hakte Thomas Elste (Grüne) nach, der wissen wollte, mit welchen tatsächlichen Kosten man für einen solchen Plan rechnen müsse. „Uns sind von der Energiewende Oberland 50 000 Euro signalisiert worden“, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Die „Herausforderung“ sei, private Haushalte zum Mitmachen zu animieren

Um den Aufwand für die Verwaltung sorgte sich Norbert Merk (CSU), schließlich müsse diese Daten für den Energienutzungsplan bereitstellen. Doch da konnte Regauer beruhigen: Der Arbeitsaufwand für die Gemeinde halte sich in Grenzen, versicherte sie. Diese müsste vor allem Informationen zu den eigenen Liegenschaften zur Verfügung stellen. Um Daten für Strom- und Wärmekataster würde man sich selbst kümmern.

Zwar wisse man nicht, wie private Gebäude beheizt würden, jedoch ließe sich aus Geodaten und Luftbildern auf das Alter der Häuser schließen und daraus statistisch der Wärmebedarf ermitteln, so die Expertin auf eine Nachfrage von Herbert Salzmann (SPD). Dabei werde auch ein Sanierungsabschlag berücksichtigt.

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Ein Konzept sei das eine, doch wie bekomme man anschließend als Kommune die privaten Haushalte dazu, auch mitzumachen, stellte Christian Lory (Unabhängige) eine nicht ganz unberechtigte Frage. „Das ist die Herausforderung“, räumte Regauer ein. Als Gemeinde könne man mit gutem Beispiel vorangehen, doch die Umsetzung habe letztendlich jeder selber in der Hand.

Marion Gillinger (ÖDP) bedankte sich bei der Expertin für das „Drehbuch“, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass viel Geld und Engagement notwendig sein würden, es umzusetzen. „Alleine die Sanierung unserer Liegenschaften ist ein großer Batzen.“ Eine Entscheidung fiel in der Sitzung noch nicht, im September soll das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.

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