Bekommt das Haus des Gastes eine Schindel-Fassade? Beim Bürgerentscheid geben die Einheimischen die Antwort darauf selbst. Der Gemeinderat erklärt diesen offiziell für gültig. Doch erstmal heißt es warten: Abgestimmt wird erst parallel zur Bundestagswahl.
Bad Kohlgrub – Bekommt das Haus des Gastes in Bad Kohlgrub nach seinem Umbau eine Schindel-Fassade aus Holz oder nicht? Die Antwort auf diese Frage geben die Dorfbewohner selbst: bei einem Bürgerentscheid. Bis zu diesem wird man sich aber noch gedulden müssen. Abgestimmt wird erst parallel zur Bundestagswahl.
Per einstimmigen Beschluss hat der Bad Kohlgruber Gemeinderat das initiierte Bürgerbegehren nun offiziell für gültig erklärt. 214 Unterschriften hätten dafür eingereicht werden müssen, 454 kam aber sogar zusammen. „Davon sind 424 gültig“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei).
Er betonte in der Sitzung einmal mehr, dass er kein Problem mit dem Bürgerentscheid, der sich gegen die Fassaden-Entscheidung des Gemeinderates richtet, habe. „Ich möchte nun aber wissen: Was will Bad Kohlgrub.“ Deshalb hat die Verwaltung vorgeschlagen, die Abstimmung auf den 24. September zu legen, wenn auch die Bundestagswahl ansteht. Dann sei mit einer Wahlbeteiligung von bis zu 70 Prozent zu rechnen. Ein Vorgehen, mit dem sich auch die Initiatoren des ersten Bad Kohlgruber Bürgerentscheids – Josef Niklas und Andreas Lindauer – einverstanden erklärten. In ihren Augen passt der Fassaden-Entwurf, den Architekt Clemens Böhmer vom Büro „Böhmer-Laubender Architektur und Stadtplanung“ den Lokalpolitikern vorgestellt hat, nicht ins Ortsbild.