Bauvorhaben am Ringsee nicht zu verhindern

Gemeinderat stimmt Lagerhalle widerwillig zu

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An dieser Stelle am Ringsee soll die Lagerhalle für Streusplitt entstehen.

Kreuth - Am Ringsee in Kreuth soll eine Lagerhalle für Streusplitt gebaut werden. Dem Gemeinderat gefällt das Vorhaben an dieser Stelle keineswegs - dennoch stimmte das Gremium zu.

Am so genannten Grea Wasserl am Ringsee soll eine große Lagerhalle für Streusplitt entstehen – vorausgesetzt das Landratsamt erkennt die Privilegierung an. Die Gemeinde Kreuth hat ihre Zustimmung erteilt, wenn auch mit wenig Begeisterung. 23 Meter lang, 14 Meter breit und 6,60 Meter hoch soll die Lagerhalle am Ringsee werden. Über den Bauantrag hatte der Kreuther Gemeinderat zu befinden.

Die Halle soll – inklusive Satteldach und Holzschiebetür – an der Stelle entstehen, wo sich derzeit der Lagerplatz des Kieswerks befindet. „Das angrenzende Naturschutzgebiet wäre nicht betroffen“, betonte Theresia Becher vom Bauamt bei der Vorstellung der Projektplanung. Geplant ist, das Gebäude hinter einem Erdwall von 2,50 Metern Höhe und 13 Metern Länge „verschwinden“ zu lassen. Für den Wall wäre eine Abweichung von der Ortssatzung nötig, er würde aber dem Schallschutz der Nachbarn dienen. Außerdem müsste bei einer Realisierung die Zufahrt zu dem Areal verlegt werden, womit sich das Straßenbauamt bereits einverstanden erklärt hat. Der Rad- und Fußweg bleibt bestehen.

Begeistert waren die Gemeinderäte von dem Vorhaben nicht. Aber: Das Lagern von Kies, Aushub und Holz ist in diesem Bereich erlaubt. Mehr noch: „Ein Kieswerk ist ein Betrieb, der im Außenbereich zu führen ist“, erklärte Becher und beantwortete damit auch die Frage von Martin Walch (SPD), woraus sich eine Privilegierung ergeben würde. Markus Wrba (FWG) wollte sogar wissen, ob man den Rückbau des bestehenden Lagerplatzes verbieten könnte.

„Die Privilegierung lässt sich nicht verhindern“, stellte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) fest. Und damit war nicht nur jede weitere Diskussion hinfällig. Das Gremium musste der Planung zustimmen: widerwillig aber einstimmig. Immerhin ergänzte es den Antrag um eine Größenbegrenzung von drei Metern und um die Auflage, das Gebäude zurückzubauen, sollte die Privilegierung irgendwann einmal entzogen werden.

Alexandra Korimorth

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