Gemeinsames Gespräch

Stadt Tölz und Anton Hoefter nehmen Dialog wieder auf

+
Im August 2015 wurde das Freizeitbad Alpamare geschlossen. Seitdem wird darum gerungen, wie es auf dem Areal weiter geht.

Zum ersten Mal seit längerer Zeit haben sich jetzt der Tölzer Bürgermeister und Fraktionsvertreter aus dem Stadtrat mit Anton Hoefter von der Jod AG getroffen.

Bad Tölz – Die Fronten sind festgefahren, seit der Stadtrat im Mai 2017 mit großer Mehrheit beschloss, dass die Jod AG ihre Flächen im Badeteil zu 100 Prozent touristisch nutzen muss. Dem Wohnungsbau im ganz großen Stile wurde per Bebauungsplan ein massiver Riegel vorgeschoben. Seitdem herrscht Funkstille zwischen den einstigen Partnern. Und die Zukunft der Jod-AG-Flächen steht in den Sternen.

Das wird Bürgermeister Josef Janker nicht selten zum Vorwurf gemacht. Und er muss sich häufig – auch in Stadtratskreisen – anhören, er solle doch endlich das Gespräch mit Grundeigentümer Anton Hoefter suchen. Das hat durchaus eine kuriose Note. Es war Janker, der sich 2017 vehement für einen Kompromiss mit Hoefter eingesetzt hatte und sich einer eindeutigen Mehrheit des Stadtrats beugte.

Zum Thema „Gespräch suchen“ hat Janker deshalb eine klare Meinung: „Ich werde doch nicht gegen die erklärte Mehrheitsmeinung im Stadtrat im Zweiergespräch mit Herrn Hoefter einen Kompromiss aushandeln. Das geht doch gar nicht.“ Zumal ja immer noch zwei Normenkontrollklagen der Jod AG gegen die Sondergebietsregelungen der Stadt fürs Alpamare- und Wandelhallen-Areal anhängig sind. Parallel zu verhandeln mache da wenig Sinn, war bisher die Position der Stadt.

Gleichwohl hat das Stadtoberhaupt nun einen neuen Anlauf unternommen, den Gesprächsfaden zur Jod AG wieder aufzunehmen. Zu einem eineinhalbstündigen Gespräch waren neben Anton Hoefter und Stefan Anselm ausdrücklich auch Vertreter aller Tölzer Stadtratsfraktionen eingeladen und anwesend. Janker ist wichtig, dass in dem Gespräch die 100-Prozent-Tourismus-Entscheidung des Stadtrats als Grund für die „Eiszeit“ benannt wurde.

Was kam ansonsten heraus? Hoefter habe seine Forderungen und Positionen erneuert. Für den Tourismus sehe er namens der Jod AG kein Entwicklungspotenzial mehr in Tölz. Er setze auf die Themen Wohnen, Gewerbe und Gesundheit.

Für ein Hotel auf seinem Grund sehe er nur eine Chance, wenn die Stadt einen Betreiber und Investor bringe. Neu sei gewesen, sagt Janker, dass die Jod AG bei einer möglichen Annäherung der Parteien eine Entwicklung für alle ihre Flächen im Badeteil wünscht. Ob der gordische Knoten durchschnitten werden kann, mag Janker nicht prophezeien. „Wir werden sehen.“ Die Fraktionen sollen und wollen nun intern über mögliche Kompromissvorschläge diskutieren.

Und wie beurteilt Anton Hoefter das Gespräch? „Grundsätzlich positiv“, antwortet er auf eine Anfrage. Ein Ende des Stillstands und eine positive Entwicklung im Badeteil sei nur möglich, „wenn Lösungen im Dialog entwickelt werden können“.

Lesen Sie auch: Jachenau: Polizei sucht nach rücksichtslosem Raser

Klar sei nach dem Treffen zudem, betont der 50-Jährige einen durchaus neuen Akzent, „dass im Badeteil nicht nur Wohnen gewünscht ist, sondern dass auch neue Arbeitsplätze entstehen müssen“. Das Badeteil habe sehr großes Potenzial als Quartier mit verschiedenen Wohnformen, einem lebendigen Einzelhandel und Gastronomie und Arbeitsplätzen in verschiedenen Bereichen.

Lesen Sie auch: Jausenstation Aquila vor dem Aus

Aber auch Anton Hoefter bleibt nach den harten Auseinandersetzungen der jüngeren Vergangenheit vage und zurückhaltend bei einer Bewertung des Gesprächs. Man habe über Lösungsansätze gesprochen, „deren Inhalte auf beiden Seiten evaluiert werden müssen“.

Kommentare