Spannende Zahlen zu den Gehältern der Region

Wo liegen Sie? So weit gehen die Durchschnittslöhne unserer Landkreise auseinander

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Wir haben die aktuellste Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit analysiert - mit einem Fokus auf die Bruttolöhne in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf

Verdient man in unserer Region schlechter als gedacht? Alle Landkreise im Südosten Oberbayerns liegen unter dem bayernweiten Mittel - bis auf einen. Wir haben die neuesten Zahlen zu den Bruttolöhnen, die auch das Minus bei Frauen und Ausländern verdeutlichen.

Südost-Oberbayern - Spannende Zahlen liefert jetzt die jüngste Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit: Demnach liegt das mittlere Einkommen bei Vollzeitarbeit im Südosten Oberbayerns fast überall unter dem Durchschnitt im Freistaat. Am deutlichsten liegt das Berchtesgadener Land zurück. Mit Stichtag 31. Dezember 2024 verdienten Vollzeitbeschäftigte dort 3733 Euro brutto im Monat. Der bayernweite Schnitt liegt dagegen bei 4166 Euro, der deutschlandweite bei 4013 Euro. Gegenüber 2023 sind die Entgelte um 5,7 Prozent gestiegen.

Fast 600 Euro Differenz bei Durchschnittslöhnen in Altötting und dem BGL

Auch in der Stadt Rosenheim (4109 Euro), im Landkreis Traunstein (4013 Euro), Mühldorf (3821 Euro) und im Landkreis Rosenheim (3816 Euro) rangiert man unter dem bayerischen Mittel. Der Landkreis mit dem höchsten mittleren Bruttoeinkommen in unserer Region ist Altötting mit 4315 Euro. Bei den Zahlen der Arbeitsagentur handelt es sich um Medianentgelte - also jener Wert, bei dem genau die Hälfte mehr und die Hälfte weniger verdient. „Ausreißer“ wirken sich also nicht auf die Zahl aus. Mit einberechnet wurden Urlaubs- und Weihnachtsgelder, sowie Zuschläge, Provisionen oder Abfindungen.

Die mittleren Bruttoeinkommen unserer Landkreise im Vergleich zum Schnitt Bayerns und Deutschlands.

Ausschlaggebend für die hohen Bruttolöhne im Landkreis Altötting dürften die Großunternehmen der Chemieindustrie sein. Bayernweit auf Platz 1 liegt Ingolstadt - Heimat des Autobauers Audi - mit einem mittleren Monatsbrutto von 5855 Euro. In München sind es 5362 Euro. Deutschlandweites Schlusslicht ist der Erzgebirgskreis mit 2965 Euro. „Bei der Interpretation der Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass in den Regionen mit dem höchsten Einkommen oft auch die Lebenshaltungskosten im Schnitt höher liegen als in Landkreisen und Städten mit niedrigerem Entgelt“, so Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Großes Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in der Region

Die Statistik schlüsselt auch auf, wie weit die Lohnschere bei Frauen und Männern bzw. bei Ausländern und Deutschen auseinandergeht. Auch hier sticht der Landkreis Altötting hervor, aber diesmal negativ: Frauen verdienen dort 951 Euro weniger brutto - das entspricht einem Minus von fast 21 Prozent gegenüber den Männern. In Bayern-Schnitt sind es sonst „nur“ 12,2 Prozent weniger. In unserer Region sind die Löhne zwischen Frauen und Männern in der Stadt Rosenheim noch am ehesten angeglichen, dort beträgt der Unterschied 12,3 Prozent. „Eine entscheidende Rolle spielen dabei die unterschiedlichen Berufsfelder bzw. Branchenschwerpunkte von Frauen und Männern“, so die Bundesagentur für Arbeit.

Deutliches Lohn-Plus seit 2020

Noch größer sind die Unterschiede, wenn man die Bruttoeinkommen von Ausländern und Deutschen vergleicht: Fast ein Viertel weniger verdienen Menschen ohne deutschen Pass im Freistaat. Und im Landkreis Altötting sind es sogar 26,5 Prozent. Während Deutsche dort ein mittleres Bruttogehalt von 4581 Euro auf der Lohnabrechnung haben, sind es bei Ausländern 3368 Euro. Auskunft gibt die Entgeltstatistik der Arbeitsagentur auch über die Entwicklung der letzten Jahre: Seit 2020 stiegen die Bruttolöhne in Deutschland im Mittel um 17 Prozent - bei uns in der Region am deutlichsten mit 19,9 Prozent im Berchtesgadener Land. (xe)

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