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Drei Generalversammlungen hält die Klosterbrauerei Reutberg an diesem Dienstag ab. Was es in den letzten 30 Jahren nicht gab: Veranstaltungsort ist nicht Sachsenkam.
Sachsenkam – Zwei Jahre konnte die Klosterbrauerei Reutberg coronabedingt keine Generalversammlung abhalten. An diesem Dienstag (4. Oktober) nun wird alles nachgeholt: Es gibt einen Marathon mit drei Versammlungen hintereinander.
Üblicherweise findet die Generalversammlung im Rahmen des Josefifests in einem Festzelt auf dem Reutberg statt. Dieses Mal weicht man in den Bachbarlandkreis Weilheim-Schongau aus. Dort feiert die Jaudenmühle in Habach 1000-jähriges Bestehen und 200-jährigen Familienbesitz und hat dafür von Samstag bis Montag ein Festzelt aufgestellt. „Der Inhaber der Jaudenmühle ist bei uns Mitglied und hat gefragt, ob wir uns dranhängen wollen“, sagt Reutberg-Vorstandsvorsitzender August Maerz.
Zur Generalversammlung werden 2000 Genossen erwartet
Da noch dazu das Unternehmen, das bisher das Zelt für die Versammlungen am Reutberg aufgestellt hatte, nicht mehr aktiv sei, habe man sich für diese Lösung entschieden. In den letzten 30 Jahren habe es das nie gegeben, dass die Versammlung nicht direkt am Reutberg abgehalten werde. „Aber wegen einem Tag wäre es nicht sinnvoll gewesen, ein Zelt aufzubauen.“ Die 2000 Genossen, die erwartet werden, finden in dem Zelt in Habach nun auf jeden Fall Platz.
Dass für manchen Genossen sich nun die Fahrzeit verlängert, sieht Maerz gelassen. „Wir haben Mitglieder aus Südtirol und aus Norddeutschland. Für den einen wird es nun kürzer, für den anderen weiter.“ Natürlich sei es ungewohnt, aber da man die Versammlung abhalten müsse, sei dies die beste Lösung gewesen. „Sonst hätten wir nächstes Jahr vier Veranstaltungen abhalten müssen und wer weiß schon, was im Frühjahr wieder ist.“ Daher habe man jetzt etwas tun müssen.
Klosterbrauerei Reutberg: Essen und Bier als „Dividende“?
Die oft als Dividende bezeichnete Verköstigung bei der Versammlung mit Essen und Bier gebe es in diesem Jahr nicht dreifach. „Im Grunde ist es keine Dividende, sondern eine Bewirtung während der Veranstaltung“, stellt Maerz klar. Dividende auszuzahlen, sei im Grunde unmöglich, denn die Brauerei brauche das Geld, um alles zu erneuern. Außerdem sei es logistisch nicht machbar.
Da in den vergangenen Jahren die Versammlungen coronabedingt ausgefallen sind, gibt es heuer drei, so schreibt es das Genossenschaftsgesetz vor. Die erste Versammlung für das Geschäftsjahr 2019 beginnt um 15 Uhr, die nächste um 16.30 Uhr, die aktuelle dann um 20 Uhr. „Eigentlich hätten die Juristen von uns verlangt, dass wir nach jeder Versammlung komplett das Zelt räumen und noch einmal neu laden, aber dagegen haben wir uns gewehrt“, so Maerz.
Besser durch Corona-Zeit gekommen als andere
Man habe einen Kompromiss gefunden. Zwischen den Versammlungen gibt es Pausen, aber die Genossen können auf ihren Plätzen sitzen bleiben. Für die ersten beiden Versammlungen wurde um Anmeldung gebeten, einige seien schon eingegangen. Da der Jahresabschluss 2019 und 2020 schon vom Aufsichtsrat festgestellt wurde, gehe es nicht um so viel, sondern „nur um eine Abstimmung“.
Grundsätzlich sei die Bilanz der Brauerei gut. „Wir sind besser durchgekommen, als manche andere“, sagt Maerz. „Wir haben nie rote Zahlen geschrieben, das war nicht zu erwarten.“ Auch das Interesse, Genossenschaftsanteile an der Brauerei zu erwerben, sei ungebrochen. „Die Warteliste wird immer noch länger“, so der Vorstandsvorsitzende.
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