Die Stadt will auf der Flinthöhe eine Boulderhalle bauen. Zu den Plänen haben jetzt auch die Nordspangen-Gegner eine Stellungnahme abgegeben. Die lässt Rückschlüsse darauf zu, mit welchen Argumenten sie sich vielleicht demnächst vor Gericht gegen die Umfahrung wehren werden.
Bad Tölz – Bouldern ist in. Deshalb will die Stadt Bad Tölz anstelle von einigen alten Amerikaner-Garagen zwischen Kletterhalle und Bundesstraße eine Boulderhalle errichten und an den Alpenverein verpachten. Über eine Befreiung vom Bebauungsplan, wie sich das das Bauamt vorstellte, geht es nicht. „Wir müssen eine Ehrenrunde über eine Änderung des Bebauungsplans machen“, erklärte Bauamtsleiter Christian Fürstberger im Bauausschuss.
Dass dieses Vorgehen nicht ganz unbegründet war, hat die erste Auslegung des Bebauungsplans-Entwurfs gezeigt. Da meldete sich nämlich die Rechtsanwaltskanzlei Labbé & Partner aus München zu Wort. Sie vertritt die Nordspangen-Gegner, die sich bezüglich der Umgehungsstraßen-Planung noch mit öffentlicher Kritik zurückhalten. Die mögliche Stoßrichtung künftiger Klagen ist aber aus der aktuellen Stellungnahme zur Boulderhalle abzulesen.
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Der Jurist kritisiert, dass mit der „Erweiterung der baulichen Anlage unmittelbar an der Bundesstraße ein Sperr-Riegel errichtet würde, welcher eine alternative Routenführung zunichtemachen würde“. Die Grünflächen entlang der B 472 stünden dann nicht mehr für eine Boulevard- oder Bypass-Lösung zur Verfügung. Die Stadt schaffe Fakten, die die Regierung von Oberbayern an der ergebnisoffenen Abwägung hindere.
Das Bauamt teilte diese Auffassung genauso wenig wie der Ausschuss, der die Bebauungsplanänderung einstimmig beschloss. Die Gegebenheiten, so Fürstberger, würden ja nicht geändert. Die Boulderhalle solle anstelle eines bestehenden Garagengebäudes errichtet werden. Die Baugrenzen würden zudem nur in südlicher Richtung, also zum bestehenden Kletterzentrum hin, nennenswert erweitert. Sie rückten nicht näher an eine mögliche Straßentrasse heran. Und: Die Variante Boulevard-Lösung werde vom Staatlichen Bauamt Weilheim „eh nicht gesehen“.
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„Sind höhere Kosten durch Kontaminationsprobleme mit dem Boden zu erwarten?“, fragte René Mühlberger (CSU). Eher nicht, die Kosten seien bereits eingeplant, antwortete Fürstberger. Die Amerikaner hätten wohl vorwiegend Asche und Kohle abgelagert. „Und wir machen ja keinen Keller.“
Christoph Schnitzer