Lücke in Bad Heilbrunn

Geplanter Radweg Richtung Penzberg: Sechs Varianten, ein Ziel

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Variante mit Umweg: Das Landratsamt beweifelt, dass die Radlfahrer 800 Meter Umweg über Baumberg in Kauf nehmen würden. Andererseits wäre der Lückenschluss vom bestehenden Radweg entlang der B 11 (von Untersteinbach kommend) bis Langau wichtig. Zur Erklärung: Die Kreisstraße Töl 5 verläuft waagrecht ungefähr in der Mitte des Bildes und ist gelb eingezeichnet. Rot hervorgehoben ist eine Variante des geplanten Radwegs. Der Weg endet links in der St 2063 (gelb), die hoch nach Penzberg führt
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Nicht nur viele Heilbrunner sehnen den Radweg entlang der Kreisstraße Töl 5 nach Penzberg herbei. Baubeginn könnte nach Ansicht des zuständigen Ingenieurbüros 2020 sein – vorausgesetzt, die Grundeigentümer spielen mit.

Bad Heilbrunn – Viele Radwege könnten vom Heilbrunner Ortsteil Oberenzenau nach Penzberg führen. Die sechs wahrscheinlichsten Varianten stellte Wolfgang Heubeck vom gleichnamigen Tölzer Ingenieurbüro in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses für Umwelt und Infrastruktur vor. Sie gehen auf die Bachelor-Arbeit eines ehemaligen Praktikanten Heubecks zurück, der heute fest im Betrieb angestellt ist.

In einem Punkt sind alle Varianten gleich: Zwischen dem Langauer Kreisverkehr und der Staatsstraße 2063 wird der geplante Radweg auf der Südseite entlang der Kreisstraße Töl 5 verlaufen. „Der Bereich nördlich der Töl 5 ist als Überschwemmungsgebiet kartiert“, sagt Heubeck auf Nachfrage. In den folgenden Ausführungen geht es also nur um die Streckenführung zwischen Oberenzenau und Kreisverkehr.

Zu den Favoriten des Landratsamts gehört die Variante 1, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist. In diesem Entwurf verläuft der Radweg durchgängig entlang der Südseite der Töl 5. Er würde weder die Gemeindeverbindungsstraße noch die Hochfeldstraße queren, was aus Sicht des Landratsamts der Verkehrssicherheit zuträglich wäre.

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Dieser Argumentation mag Heubeck nicht folgen. Er favorisiert einen Entwurf, wonach der Radweg die Töl 5 queren würde, und zwar an der Bushaltestelle Hochfeld. Das hätte ihm zufolge den Vorteil, dass der bestehende Radweg runter von der Ober-enzenau zunächst einfach nördlich entlang der Töl 5 fortgeführt werden könnte. Im Zuge dessen könnte die schlechte Straßenführung korrigiert werden. „Die Krümmungen passen nicht, das ist sehr unangenehm zu fahren“, sagt Heubeck. Aus seiner Sicht ein weiterer Pluspunkt: Diese Variante wäre mit einem barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle Hochfeld verbunden.

Nicht außer Acht lassen möchte der Ingenieur auch einen Entwurf, dem der Landkreis eher skeptisch gegenübersteht. Er sieht einen Umweg über den vorhandenen Radweg nach Baumberg vor (siehe Grafik). Diese 800 Meter mehr werden von den Radfahrern nur bedingt angenommen werden, so die Befürchtung der Behörde. Zuständig wäre bei dieser Variante das Staatliche Bauamt in Weilheim. Aus dessen Sicht wäre der Plan durchaus sinnvoll: Die Behörde möchte die Lücke zwischen des bestehenden Radwegs entlang der B 11 (von Untersteinbach kommend) und Langau ohnehin schließen.

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Die Mitglieder des Kreis-Ausschusses für Infrastruktur beschlossen einstimmig, Landrat Josef Niedermaier (FW) dazu zu ermächtigen, einen Ingenieurvertrag über die Planungsleistung abzuschließen. Die geschätzten Kosten für den zirka 2,6 Kilometer langen Ausbau des Radwegs liegen bei 845 000 Euro, inklusive der Kosten für die Planung. Gewählt werden soll die Variante, die am Wirtschaftlichsten ist, eine hohe Verkehrssicherheit aufweist und möglichst wenig in die Natur eingreift.

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Die wichtigste Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts stellt aber der notwendige Grunderwerb dar, sagt Heubeck. Der Ingenieur geht davon aus, dass sich die Gemeinde mit den betroffenen Anliegern im nächsten Jahr einig wird. Baubeginn könnte vor diesem Hintergrund im Jahr 2020 sein, fertig wäre der Weg rund ungefähr zwei Jahre später. „2021 wäre sehr optimistisch gedacht.“

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