VonAndrea Weberschließen
Da kann man nur den Hut ziehen: Der Geretsrieder Gymnasiast Victor Vollmer hat ein Stipendium an der weltbesten Musikakademie in Boston.
Geretsried – Das gab es während eines Konzerts des Geretsrieder Gymnasiums noch nie. Per Videoeinspielung wurde der Schüler Victor Vollmer ins Bühnengeschehen eingebunden. Er konnte seine Rolle als Gitarrist im Rahmen des P-Seminars nicht live übernehmen. Der hochtalentierte junge Musiker besuchte gerade ein fünfwöchiges Gaststudium an der weltbesten Musikakademie in Boston – dem Berklee College of Music. Wer dort studiert, dem stehen später die Türen im internationalen Musikgeschäft offen. Das weiß Vater Titus Vollmer aus eigener Erfahrung. „Da will keiner mehr, dass du vorspielen sollst, wenn du dich irgendwo bewirbst.“
Geretsried: Schüler erhält Gaststudium an Musikakademie in Boston
Die Vollmers aus Geretsried sind Musiker mit Leib und Seele. Vater Titus ist Filmkomponist und spielt als Gitarrist in der Band von Willy Astor und Ludwig Seuss. Mutter Paloma Vollmer ist Profi-Saxofonistin. Erst kürzlich war das Paar in New York für Aufnahmen mit dem Folkmusiker Jim Kweskin. Kein Wunder, dass die drei Söhne in die Fußstapfen der Eltern treten. „Wenn man in einer Musikerfamilie aufwächst, kann man nicht anders“, weiß der 18-jährige Victor. Sein Bruder Elias (20) studiert in Leipzig Klavier bei dem renommierten Jazzpianisten Michael Wollny. Der jüngere Bruder Titus (17) singt.
Geretsrieder Victor Vollmer stammt aus Musikerfamilie
Und so kam’s: Victor Vollmer besuchte im Sommer 2018 ein Musikseminar der Berklee-Universität in Spanien. Man erkannte sein Talent und lud Victor ein Jahr später für ein fünfwöchiges Gastseminar nach Boston ein. Das sei kein Zuckerschlecken gewesen, erinnert sich Victor, der inzwischen zurück ist und sein letztes Jahr am Geretsrieder Gymnasium besucht. „Den ganzen Tag hast du Unterricht und bis spät in der Nacht musst du üben, üben, üben.“
Nach dem Abitur will der Geretsrieder in Amerika studieren
Victor überzeugte die Jury und erhielt ein Stipendium. Er wird nach seinem Abitur im kommenden Jahr nach Boston gehen und die Kunst der Jazzgitarristen von der Pike auf lernen. „Studieren in USA ist normalerweise unbezahlbar“, weiß der Vater. Und noch schwieriger sei es, als Gitarrist ein Stipendium zu bekommen. Denn: „Gitarristen kommen aus jedem Eck gekrochen, da musst du schon auffallend gut sein.“ Amerika ist das Mutterland des Jazz, „da musst du einfach hin, wenn du ein guter Musiker werden willst“.
Victor Vollmer: „Wenn ich keine Gitarre habe, dann fehlt mir was“
Bereits im Alter von fünf Jahren begann Victor Vollmer zu musizieren. „Ich habe mir damals die Gitarre meines Vaters geschnappt und einfach drauf losgelegt.“ Die edlen Instrumente hängen bei den Vollmers griffbereit an der Wohnzimmerwand. Heute juckt’s den jungen Musiker ständig in den Fingern. „Wenn ich keine Gitarre habe, dann fehlt mir was.“ Blues, Funk, Soul und moderner Neo-Soul (eine Hip-Hop-Jazz-Variante) sind Victors bevorzugte Musikstile. Er schreibt eigene Kompositionen.
Die Musik - das große Faible des Geretsrieders
Victor Vollmer war bereits in der zehnten Klasse für ein Auslandsjahr in den Staaten in Michigan. „Dort habe ich zum Footballspielen angefangen“, erzählt er. Das ist Geschichte. Die Musik ist und bleibt sein großes Faible. „Gute Musik machen vermittelt ein Gefühl, als wenn Du in eine süße, saftige Mango beißt.“
Doch Victor Vollmer ist nicht der einzige musikalisch begabte Geretsrieder: Im Sommer gab es die Uraufführung von „Creeps“ , dem Musical des Gymnasiums Geretsried. Das P-Seminar Kammerchor hatte es alleine auf die Beine gestellt. So verlief die Uraufführung. Auch die Geretsriederin Anouk Eggert glänzt mittlerweile als Cellistin - dabei spielte sie früher leidenschaftlich Handball.
web
