Mindestens acht Jahre kann es dauern, bis die Bundesstraße 11 an den Schwaigwaller Hang verlegt ist. Bis dahin soll ein Provisorium die Verkehrssituation an der B11-Einfahrt am Rathaus entschärfen.
Geretsried – Mindestens acht Jahre kann es dauern, bis die Bundesstraße 11 an den Schwaigwaller Hang verlegt ist. Bis dahin soll ein Provisorium die Verkehrssituation an der B11-Einfahrt am Rathaus entschärfen. Zwei Varianten für diesen Knotenpunkt stellte Stadtbaurat Rainer Goldstein in der Ratssitzung am Dienstag vor. Das Gremium nahm diese nur zur Kenntnis. Darüber entschieden wird erst, wenn die Konzepte durchgeplant sind.
Die erste Variante stammt aus dem vergangenen Jahr und würde Goldstein zufolge „geringfügige Verbesserungen“ mit sich bringen. So könnten Autofahrer nicht mehr vom Rathaus kommend nach links auf die B11 in Richtung Süden abbiegen. Alternativ wurde heuer eine zweite Variante entwickelt. Dabei wird der Knoten um etwa 20 Meter Richtung Süden verschoben. Samt der Zufahrt in die Tiefgarage würden vor dem Rathaus sechs Fahrspuren entstehen. Autofahrer könnten wie bisher in alle Richtungen abbiegen. „Hier wäre eine Ampel nötig“, so Goldstein. Der Verkehrsknoten sei seit längerer Zeit stark belastet, argumentierte der Stadtbaurat für ein Provisorium. Zudem müsse der Kreuzungsbereich den Anforderungen des neuen Stadtzentrums gerecht werden.
Lesen Sie auch: Dreimal geplant, zweimal gescheitert: Die B11-Verlegung bei Geretsried
Der angedachte Umbau des Kreuzungsbereichs gefährde die Verlegung der B11 nicht, betonte Martin Herda, der am Staatlichen Bauamt in Weilheim für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zuständig ist. Er berichtete in der Sitzung, wie weit die Pläne hierfür gediehen sind. Wie berichtet wurde die B11-Verlegung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, womit die Weilheimer jetzt zuständig sind. „Zurzeit liegt der Vorentwurf bei der Stadt und wird Ende des Jahres ans Staatliche Bauamt übergeben“, sagte Herda. Ab diesem Zeitpunkt werde man den Planungsprozess vorantreiben. Einzelne Gutachten würden noch fehlen. Zudem denke man darüber nach, ab dem Karl-Lederer-Platz eine zweite Spur in Richtung Süden einzuplanen. Zwischen Geretsried-Nord und Rathaus soll die B11 vierspurig verlaufen, ab der Neuen Mitte wäre sie dann dreispurig.
Wie üblich werden im Laufe des Verfahrens die Träger öffentlicher Belange gehört – damit auch die Stadt Geretsried. Goldstein veranschlagte acht Jahre, in denen das Provisorium für den Knoten B11/Karl-Lederer-Platz Bestand hätte. „Das lässt sich nicht genau sagen“, meinte dazu Martin Herda. Planfeststellungsverfahren könnten sich hinziehen.
Lesen Sie auch: Erst wird die B11 verlegt, dann entsteht ein neues Stadtviertel
Den Stadträten war wichtig, dass das Provisorium keine Auswirkungen auf die B11-Verlegung hat. „Über Jahre wurde uns gesagt, wir dürften an dieser B11 nichts machen“, erinnerte Robert Lug (Freie Wähler). Er brachte einen Kreisverkehr als weitere Variante ins Spiel. „Ich bin ja ein ,Heavy User‘ unseres einzigen Kreisverkehrs“, so Lug. Der mache richtig Spaß und sei eine Wohltat.
„Ein Kreisverkehr gilt immer als Allheilmittel, er hat aber auch gehörige Nachteile“, entgegnete Herda. Da von allen Seiten ungefähr gleich viele Fahrzeuge einfahren müssten, damit die Leistungsfähigkeit gewährleistet ist, werde das Staatliche Bauamt an dieser Stelle nicht zustimmen. Wolfgang Werner (SPD) regte an, das Modell einer sogenannten spanischen Einfädelspur in Betracht zu ziehen, so wie sie an der Kreuzung B11a/Pfaffenrieder Straße in Wolfratshausen eingerichtet wurde. sw
Lesen Sie auch: Zentrums-Baustelle sorgt für Stau auf der B11: Bauamt will nachbessern