Jetzt ist es offiziell: Bürgermeister Michael Müller wird sich bei der Kommunalwahl 2020 um eine zweite Amtszeit bewerben.
Geretsried – Auf der Jahresversammlung der Geretsrieder CSU am Mittwochabend wurde Michael Müller einstimmig als Kandidat nominiert. In seiner Rede gab sich der 49-Jährige kämpferisch.
Der Ortsvorstand der Christsozialen hatte sich wenige Tage vor der Versammlung am Mittwochabend auf Müller als Kandidaten festgelegt. Gerhard Meinl, Dritter Bürgermeister und langjähriger CSU-Vorstand, erklärte die Gründe. „Wir wollen Michael Müller, weil er es kann, weil er hält, was er verspricht und weil er die Zukunft von Geretsried ist.“ Durch seine beruflichen Vorkenntnisse könne Müller finanzielle Aufstellungen verstehen und auch erklären. „Das war im Rathaus nicht immer der Fall.“ Bei seiner Wahl zum obersten Dienstherrn der Verwaltung im Jahr 2014 sei Müller „nicht als Lehrbub zur Verwaltung gekommen, sondern war vom ersten Tag an deren Chef“. Meinl bescheinigte seinem Parteifreund „die Kraft und den Intellekt“, den Posten als Rathauschef gut auszufüllen. Wie gewissenhaft er sein Amt ausübt sei auch daran zu sehen, dass „alle Klagen, Vorwürfe der Veruntreuung und Bürgerbegehren gegen die Planungen zum neuen Karl-Lederer-Platz gescheitert sind.“
Meinl, bekanntermaßen Liebhaber klassischer Musik, bemühte ein Bild aus der Musikwelt, um für Müllers Wiederwahl zu werben. Dessen Vorgängerin Cornelia Irmer verglich Meinl wie schon so oft mit der Beethoven-Komposition „Die Unvollendete“. „Du sollst zur Eroica werden“, also zur „heroischen“, werden, sagte Meinl zu Müller. Der Kreischef der CSU, Martin Bachhuber, lobte Müller für dessen „Rückgrat und Stehvermögen“. Seine Arbeit als Bürgermeister zeichne sich durch „Fleiß, Geradlinigkeit und Mut“ aus.
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Müller blickte auf seine erste Amtszeit zurück. Es sei gelungen, „aus einem interkommunalen Plan ein echtes interkommunales Hallenbad zu machen“, also die umliegenden Kommunen auch an den Betriebskosten zu beteiligen. Aus der Flüchtlingskrise, die 2015 hunderte Menschen nach Geretsried brachte, sei die Stadt schadlos herausgekommen. „Jeder der hier angekommen ist, wurde gut in Empfang genommen und untergebracht.“
Eine große Entscheidung sei die Sanierung des Eisstadions samt neuem Dach gewesen. Die geplante und beschlossene Sanierung und Erweiterung der Adalbert-Stifter-Mittelschule zeige, dass die Stadt auch ihre Pflichtaufgaben erfülle. „Es ging darum, den Schulstandort zu erhalten.“ 8,2 Millionen Euro stehen bis zum Jahr 2022 dafür im Haushalt zur Verfügung. Am Karl-Lederer-Platz habe die Stadt die Weichen dafür gestellt, dass „ein echtes, urbanes Stadtzentrum“ entstehen könne.
Sollte er als Bürgermeister wiedergewählt werden, wolle er sich weiterhin dem Thema Wohnungsbau widmen – „in einer verträglichen Form“. Müller nannte drei Handlungsfelder, die er angehen möchte: „Ich möchte Grünflächen, den Freizeitwert und die Wohnqualität stärken.“
Müller schwor die rund 50 Anwesenden ein: „Ich möchte den erfolgreichen Weg fortsetzen, den wir eingeschlagen haben. Packen wir es zusammen an.“ Die Mitglieder nominierten Müller einstimmig. Damit ist die CSU die erste Geretsrieder Partei, die sich auf einen Kandidaten für den Bürgermeisterposten festgelegt hat.
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